LUDWIGSBURG (dpa-AFX) - Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie einen Vorschlag zur Lösung gemacht. Die Gewerkschaft sei bereit, gemeinsam mit den Arbeitgebern eine zeitlich befristete tarifliche Regelung zu entwickeln, hieß es nach der dritten Verhandlungsrunde im schwäbischen Ludwigsburg.
Damit sollten Investitionen in Zukunftsprodukte mit verbindlichen Zusagen für Standorte, Arbeitsplätze und Ausbildung verbunden werden. Der Tarifvertrag soll den Angaben nach nur für klar begrenzte Fälle gelten.
Gewerkschaft fordert Antworten am Montag
Die Gewerkschaft forderte bis Montag Antworten von den Arbeitgebern. Dann finden in Düsseldorf Verhandlungen statt. Vertreter aus Nordrhein-Westfalen seien bereits in Ludwigsburg vor Ort gewesen. Sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmervertreter aus Baden-Württemberg wollten am Montag nach Düsseldorf reisen, um dort an den Gesprächen teilzunehmen.
Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Peter Sebastian Krause, nannte den Vorstoß der Gewerkschaft im Anschluss an die etwa einstündige Verhandlung "interessant". Dieser könne hilfreich sein und ein Element darstellen, um in dieser Tarifrunde einen Lösungskorridor zu finden. Er sagte aber auch, dass man in Bezug auf ein Gesamtpaket noch sehr weit voneinander entfernt sei.
Wie der Tarifkonflikt bislang verlief
In der deutschen Metall- und Elektroindustrie arbeiten rund 3,7 Millionen Menschen. Sie umfasst wichtige Industriesparten wie Auto, Maschinenbau, Elektro und Metallerzeugung.
In bislang zwei Verhandlungsrunden hatte sich kein Abschluss abgezeichnet. Die IG Metall forderte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten.
Die Arbeitgeber legten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vor, das im kommenden Jahr eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsah. Begründet wurde die Offerte unterhalb der Inflation mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kosten für die Industrie in Deutschland.
Seit dem Ende der Friedenspflicht am Sonntag hat die IG Metall bundesweit Zehntausende Beschäftigte zu kurzfristigen Warnstreiks aufgerufen. Als nächste Eskalationsstufe könnte die Gewerkschaft zu ganztägigen Warnstreiks aufrufen und dafür ihren Mitgliedern Streikgeld zahlen. Die Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, Barbara Resch, sagte, dass man sich verständigt habe, die Warnstreiks bis zur Verhandlung am Montagmittag fortzuführen. Danach wolle man klären, wie man weitermacht./rwi/DP/jha
