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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Rotation aus Chipwerten dauert an

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - Rotation aus Chipwerten dauert an

DOW JONES--Überwiegend mit Verlusten haben die europäischen Börsen den Handel am Donnerstag beendet. Ein deutlich negativer Handelsauftakt der US-Börsen, wo Anleger nach der Rally vom Vortag Gewinne mitnahmen, beendete die Aufwärtstendenz. Der DAX notierte zum Handelsende 0,4 Prozent niedriger bei 26.325 Punkten, nachdem er im Verlauf bei 26.693 Punkten ein neues Allzeithoch markiert hatte. Der Euro-Stoxx-50 sank um 0,6 Prozent auf 6.232 Punkte. Etwas gestützt wurde der Markt weiterhin vom deutlichen US-Wahlausgang zugunsten der Demokraten. Dieser habe für klare Verhältnisse gesorgt, nach denen man sich positionieren könne, hieß es.

"Der demokratische Durchmarsch im Repräsentantenhaus und Senat bei den US-Zwischenwahlen stellt eine bedeutende Veränderung der politischen Landschaft dar und hat dazu geführt, dass ein Teil der politischen und geopolitischen Risikoprämie aus den Märkten herausgenommen wurde", sagte Lloyd Chan, Senior-Währungsanalyst bei MUFG.

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im September etwas stärker gestiegen als prognostiziert. Sie legten um 11,1 Prozent gegenüber Vorjahr zu. Selbst die Preise ohne die gestiegenen Energiekosten legten um 3,5 Prozent zu. Eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember erscheine damit immer drängender, hieß es. Die Bank of England hat wie erwartet den Leitzins von 3,75 auf 4,00 Prozent erhöht.

In den USA und Europa setzte sich die Rotation heraus aus Chipaktien und hinein in konjunktursensitive Branchen fort. Mit Kursverlusten von durchschnittlich 3,3 Prozent stellten Technologiewerte den schwächsten Sektor. Im Chipsektor verloren Infineon 8,5, ASML 6,6 und STMicro 9,3 Prozent. Gefragt waren Chemiewerte, die im Schnitt um 1,5 Prozent zulegten.

Für Druck auf die Rüstungsbranche sorgt die Kombination aus gesenkter Rheinmetall-Prognose und dem Wahlsieg der US-Demokraten. "Perspektivisch steigen mit den Demokraten die Friedensaussichten und die Rüstungsausgaben dürften weltweit gekappt werden", sagte ein Händler. Dass Rheinmetall noch mit den verschobenen Aufträgen gekommen sei, sei ein "sehr unglückliches Timing". Rheinmetall knickten um 16,1 Prozent ein. Renk fielen um 5,2 Prozent. Die Ergebnisse für das dritte Quartal von Renk entsprachen weitgehend den Erwartungen, hieß es von RBC. Leonardo verloren trotz erhöhter Auftragsprognose 3,5 Prozent. Hensoldt (+1,4%) konnten sich der negativen Tendenz im Sektor entziehen. Die Zahlen des Unternehmens hatten die Erwartungen leicht übertroffen; zudem hob Hensoldt die Umsatzprognose an.

Für die Commerzbank-Aktie ging es 2,8 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen zum dritten Quartal haben laut den Analysten von Barclays im Großen und Ganzen im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der Ausblick sei größtenteils bestätigt worden, allerdings mit einer leichten Senkung der Prognose für den Nettozinsüberschuss auf 8,5 von 8,6 Milliarden Euro. Der Fokus liege weiterhin auf den Plänen mit Unicredit, um Kosten und Ertragssynergien auszuarbeiten.

Einen Kurssprung machten die Aktien von Air France-KLM (+12,1%) nach deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. "Das kommt noch zur Freude über den Ölpreis-Rückgang dazu", so ein Händler. Der aktuell marktführende Brent-Kontrakt notiere bei rund 97 Dollar, der Juni-Kontrakt kommendes Jahr liege aber nur bei über 85 Dollar. Zudem verwies der EuGH ein das Urteil an die Vorinstanz zurück, dem zufolge KLM während der Corona-Pandemie staatliche Beihilfen von 3,4 Milliarden Euro zu Unrecht erhalten habe.

Der leicht erhöhte Ausblick der Deutschen Telekom (-2,1%) sei keine Überraschung mehr, hieß es im Handel. "Übergeordnet sind Zahlen aber momentan nicht so bedeutsam", sagte ein Händler. Siemens Healthineers hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem vergleichbaren Wachstum von 4,0 Prozent einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,42 Euro verbucht. Damit wurden die eigenen Ziele erfüllt und die des Marktes leicht übertroffen. Für das neue Geschäftsjahr rechnet das Medizintechnikunternehmen mit 4,0 bis 5,0 Prozent vergleichbarem Wachstum und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,20 bis 2,40 Euro je Aktie. Die Papiere gewannen 0,3 Prozent.

Raiffeisen bescheinigt DHL (+0,2%) solide Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026. Der Ausblick sei daraufhin angehoben worden. Ein Wermutstropfen bleibe der Gewinn, der die Erwartungen nicht erreicht habe.

Lanxess sprangen nach den Zahlen für das dritte Quartal um 6 Prozent nach oben. Die Aktie habe sich zuletzt wesentlich schlechter als der Sektor entwickelt, so JP Morgan. Vor diesem Hintergrund dürften ein leicht über den Erwartungen liegendes bereinigtes EBITDA und ein im Vergleich zur Schätzung der Analysten wesentlich stärkerer freier Cashflow, zusammen mit einer Prognose für das bereinigte EBITDA im vierten Quartal von 90 bis 100 Millionen Euro eine Outperformance der Aktie unterstützen.

Arcelormittal verloren nach Zahlen für das dritte Quartal 1,1 Prozent. Als "unter dem Strich gut" wurden die Zahlen der Swiss Re (+2%) zum dritten Quartal im Handel kommentiert. Dagegen fielen Moeller-Maersk um 6 Prozent. Der Ausblick sei zwar wegen der erhöhten Frachtraten nach oben genommen worden, dies könnte sich jedoch bei einem Frieden um die Straße von Hormus schnell ändern, hieß es. Im Fahrwasser verloren Hapag-Lloyd 3,7 Prozent.

=== 
Index      zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  6.231,54  -0,6  -34,17    6.265,71    7,5 
Stoxx-50    5.419,00  -0,7  -36,20    5.455,20    10,1 
DAX      26.325,01  -0,4  -112,66    26.437,67    7,5 
MDAX      30.891,56  -0,9  -286,71    27.039,42    0,8 
TecDAX     4.039,56  -2,4  -97,31    3.091,28    11,7 
SDAX      18.026,06  -1,3  -240,16    13.062,07    4,9 
FTSE      10.782,66  -0,4  -46,55    10.829,21    8,5 
CAC       8.205,37  +0,3   27,48    8.177,89    0,7 
SMI      14.967,73  -0,4  -55,12    15.022,85    12,9 
ATX       6.511,40  -0,1   -7,12    6.518,52    21,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:30 Uhr 
EUR/USD          1,1233  +0,1   0,0006     1,1227     1,1222 
EUR/JPY          177,13  -0,4  -0,7300     177,86    177,8100 
EUR/CHF          0,9149  -0,3  -0,0024     0,9173     0,9170 
EUR/GBP          0,8334  +0,0   0,0002     0,8332     0,8334 
USD/JPY          157,7  -0,5  -0,7200     158,42    158,4500 
GBP/USD          1,3478  +0,1   0,0007     1,3471     1,3463 
USD/CNY          6,668  -0,1  -0,0051     6,6731     6,6731 
USD/CNH          6,6644  -0,2  -0,0103     6,6747     6,6739 
AUS/USD          0,6953  -0,7  -0,0051     0,7004     0,7003 
Bitcoin/USD      76.090,54  -5,1 -4.088,43    80.178,97   80.532,75 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         90,08  +2,2    1,96      88,12 
Brent/ICE         96,75  +2,3    2,13      94,62 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.119,54  +1,5   59,80    4.059,74 
Silber           52,70  +0,9    0,48      52,21 
Platin         1.532,43  +2,4   35,59    1.496,84 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/hab

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November 05, 2026 12:12 ET (17:12 GMT)

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