MÜNCHEN/NÜRNBERG (dpa-AFX) - In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber nach einer Woche täglicher Warnstreiks an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Montag im Münchner Gewerkschaftshaus geplant, wie die IG Metall mitteilte. Für den Freitag waren noch einmal Arbeitsniederlegungen in 105 Betrieben geplant, unter anderem im BMW -Werk in Dingolfing.
Die Zeichen stehen nicht unbedingt auf schnelle Einigung. "Die Arbeitgeber sollten diese Signale nicht überhören", forderte Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott ein besseres Angebot der Arbeitgeber. Der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) hingegen forderte von der Gewerkschaft eine Annäherung an das unter der Inflationsrate liegende Angebot der Arbeitgeber. "Wir erwarten von der IG Metall weniger Klassenkampfrhetorik, weniger Streiks und dafür mehr Lösungswillen", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die IG Metall verlangt einen einjährigen Tarifvertrag und fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben unter Verweis auf die schlechte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen für das kommende Jahr eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Bruttojahresgehalts und für 2028 eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent angeboten./cho/DP/mis
