STUTTGART (dpa-AFX) - Vor der nächsten Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft IG Metall in Baden-Württemberg den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Insgesamt beteiligten sich in dieser Woche 120.000 Metaller an Warnstreiks, wie Bezirksleiterin Barbara Resch in Stuttgart mitteilte. "Die Beschäftigten beweisen eindrucksvoll, dass sie sich bewegen können, jetzt müssen die Arbeitgeber am Verhandlungstisch das Gleiche tun."
Am Montag finden in Düsseldorf Verhandlungen statt. Vertreter aus Nordrhein-Westfalen waren bereits am Donnerstag in Ludwigsburg anlässlich der letzten Gesprächsrunde vor Ort gewesen. Sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmervertreter aus Baden-Württemberg wollten nach Düsseldorf reisen, um dort an den Gesprächen teilzunehmen. Bei der letzten Gesprächsrunde in Ludwigsburg hatte die Gewerkschaft einen Vorschlag zur Lösung gemacht. Die Gewerkschaft sei bereit, gemeinsam mit den Arbeitgebern eine zeitlich befristete tarifliche Regelung zu entwickeln, hieß es nach der dritten Verhandlungsrunde.
900.000 Beschäftigte im Südwesten
Damit sollten Investitionen in Zukunftsprodukte mit verbindlichen Zusagen für Standorte, Arbeitsplätze und Ausbildung verbunden werden. Der Tarifvertrag soll den Angaben nach nur für klar begrenzte Fälle gelten. Die Gewerkschaft forderte bis kommenden Montag Antworten von den Arbeitgebern. Vom Ausgang dieser Gespräche hängt der weitere Gesprächsverlauf in dem Tarifkonflikt ab.
In der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten etwa 900.000 Menschen. Bundesweit sind es insgesamt rund 3,7 Millionen Männer und Frauen. Die Branche umfasst wichtige Industriesparten wie Auto, Maschinenbau, Elektro und Metallerzeugung.
Die IG Metall forderte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten. Die Arbeitgeber legten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vor, das im kommenden Jahr eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsah. Begründet wurde die Offerte unterhalb der Inflation mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kosten für die Industrie in Deutschland./ols/DP/mis
