SANAA/RIAD (dpa-AFX) - Bei Luftangriffen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind nach Angaben der Huthi-Miliz mindestens 25 Menschen getötet worden. Der Huthi-nahe TV-Sender Al-Masirah berichtete, dass es sich bei den meisten der Opfer um Frauen und Kinder handele. Mindestens 30 weitere Personen seien verletzt worden. Der Sender berief sich auf einen Vertreter des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums und schrieb die Angriffe Saudi-Arabien zu. Die Angriffe würden nicht unbeantwortet bleiben, hieß es.
Auch die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete von erneuten Angriffen auf Wohnhäuser und Rettungskräfte in dem Gebiet, nannte jedoch keine Opferzahlen. Eine Stellungnahme der Militärkoalition oder Saudi-Arabiens gab es zunächst nicht.
Huthi-Miliz reklamiert Angriff in Saudi-Arabien für sich
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz reklamierte in der Folge sechs Raketen- und Drohnenangriffe im benachbarten Saudi-Arabien und in mehreren Provinzen des Jemen für sich.
Einer der Angriffe habe der saudischen Hauptstadt Riad gegolten. Zu den Zielen gehörten neben dem internationalen Flughafen auch Öl-Anlagen, wie Militärsprecher Jahja Sari mitteilte. Weitere Angriffe galten demnach der östlichen Provinz des Landes sowie der Region um ad-Dawadimi westlich von Riad.
Militärsprecher Sari erklärte weiter, die Miliz habe zudem drei Angriffe gegen von Saudi-Arabien unterstützte Regierungstruppen in einem Lager in Nadschran im Südwesten des Landes sowie in den Provinzen Al-Dschauf und Marib im Jemen gerichtet. Die jüngsten Einsätze seien eine Reaktion auf tödliche Angriffe in den jemenitischen Provinzen Tais und Sanaa gewesen.
Kämpfe haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs verstärkt
Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte Regierung des Bürgerkriegslandes. Der Konflikt im Jemen hat sich im Zuge des Iran-Krieges verschärft. Zuletzt haben die Huthi ihre Angriffe auch auf das Nachbarland Saudi-Arabien selbst verstärkt./arj/gma/DP/mis
