
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Umsatz fast verdoppelt, Prognose angehoben, und trotzdem tendiert die Aktie nach unten. Warum? Die Antwort ist relativ einfach: Die Anleger schauen nicht mehr auf heute, sondern sie fragen, was in einem Jahr ist, bzw. was das sein könnte und genau da wird es relativ dünn, bzw. könnte es dünn werden, da die Aufträge kaum noch wachsen. Dem gegenüber ist die Bewertung gigantisch, und im Chart taucht ein Muster auf, das Bullen nicht gefallen kann, sondern eher etwas für die Bären ist. Ein Kursziel von 125 US-Dollar rückt in Sichtweite. Warum, lesen Sie hier.
Rekordumsatz aber magere Aufträge
Auf den ersten Blick sieht alles prima aus. Palantir steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 96 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Das US-Geschäft mit Unternehmen legte um 148 Prozent zu. Die Jahresprognose wurde auf 8,53 Milliarden US-Dollar angehoben, daoch die Börse jubelte nicht, die Aktie gab nach. Wer so hoch bewertet ist, muss mehr liefern als gute Zahlen. Der wunde Punkt sind aber momentan auch die Aufträge. Im US-Geschäft schloss Palantir Verträge über 1,46 Milliarden US-Dollar ab, was nur 11 Prozent mehr als vor einem Jahr ist. Im zweiten Quartal waren es noch 153 Prozent. Der Gesamtvertragswert wuchs sogar nur um 6 Prozent. Für Analysten und Investoren erkennen, dass das der schwächste Wert seit 2023 ist. Umsatz ist Vergangenheit, Aufträge sind Zukunft und die sieht plötzlich blass aus. Dazu kommt die Bewertung. Das Unternehmen kostet das mehr als 60-Fache des Umsatzes. Auch politisch wird es unruhig, denn die Briten wollen den NHS-Vertrag über 330 Millionen Pfund wohl nur übergangsweise verlängern. Ein heimischer Anbieter könnte Palantir in etwa zwei Jahren ablösen und jetzt nach den Midterms sorgen sich Anleger um die Verteidigungsbudgets, wenn die Demokraten mehr Einfluss gewinnen.
Charttechnik
Der Chart zeigt Schwäche. Mitte Oktober lag das Hoch bei 212,92 US-Dollar, danach ging es steil bergab. Acht Verlusttage zuletzt in Folge kosteten rund 105 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Am Freitag sprang die Aktie zwar wieder etwas nach oben auf 160,38 US-Dollar. Das ist aber erst mal nur eine Atempause. Der RSI hat zuvor ein klares Verkaufssignal geliefert und ein echtes Signal zur Stabilisierung fehlt bis heute. Jetzt wird es kritisch, denn steigt die Aktie noch einmal Richtung 180 - 185 US-Dollar und scheitert dort, ist das Doppeltop wohl somit bestätigt. Das wäre ein klassisches Warnsignal. Die Unterstützung bei 150 bis 160 US-Dollar ist die letzte Bastion. Fällt sie, öffnet sich das Ziel für die Schließung der Kurslücke zwischen 125 und 130 US-Dollar. Ein Gap-Closing wäre dann wahrscheinlich. Das Kursziel liegt bei etwa 125 US-Dollar, wo auch eine starke Unterstützung wartet.

Was tun?
Die Zahlen sind nicht ganz schlecht, jedoch auch nicht überragend, aber die Aktie ist teuer, die Aufträge schwächeln und der Chart wirkt angeschlagen. Das spricht für mehr Vorsicht und Downside-Potenzial. Wer gut im Plus ist, könnte überlegen zumindest Teil-Gewinne mitzunehmen. Ein Verkauf von vielleicht der Hälfte der Position wäre eine Option. So bleibt man dabei, falls es doch wieder nach oben geht, und hat trotzdem Gewinne gesichert. Fazit: Palantir wächst enorm, der Burggraben ist groß sowie breit und Rücksetzer sind bei so einer Aktie normal. Wer wartet, bekommt vielleicht bei 125 US-Dollar nochmal eine bessere Chance für einen günstigeren Einstieg. Fällt die Marke von 150 US-Dollar, sollte man die Lage neu prüfen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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