Würzburg/Hannover (ots) -
- Letzte Tagung des aktuellen Kirchenparlaments eröffnet - Demokratie und Miteinander der Generationen im Mittelpunkt
- Fortschritte bei Klimaschutz, Aufarbeitung und Beteiligung junger Menschen
- Heinrich: "Generationengerechtigkeit hat bei uns Stimmrecht"
Würzburg/Hannover (8. November). Mit einem im ZDF übertragenen Gottesdienst hat am Sonntag in Würzburg die letzte Tagung der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begonnen. Bis Mittwoch beraten die 128 Mitglieder des evangelischen Kirchenparlaments insbesondere darüber, wie Kirche Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann. Zum Auftakt zog Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich Bilanz aus sechs Jahren Kirchenparlament und wirbt für Reformbereitschaft.
"Gemeinsam heißt bei uns nicht einstimmig", sagte Heinrich in ihrem Bericht. Entscheidend sei, auch Gegenstimmen zu hören und trotz unterschiedlicher Überzeugungen gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Gerade in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft könne Kirche dazu einen wichtigen Beitrag leisten. "In Kirchenvorständen, Jugendgruppen, Chören und Synoden üben Menschen jede Woche, verschieden zu sein und trotzdem zusammenzugehören."
Als wichtige Ergebnisse der Amtsperiode hob Heinrich die Klimaschutzrichtlinie hervor, die inzwischen in allen evangelischen Landeskirchen umgesetzt wird, sowie die stärkere Beteiligung junger Menschen. Seit dieser Legislaturperiode gehören dem Kirchenparlament mindestens 20 Mitglieder zwischen 18 und 26 Jahren mit vollen Stimmrechten an. "Damit hat Generationengerechtigkeit in diesem Saal Stimmrecht", sagte Heinrich.
Auch die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt habe die Arbeit der Synode entscheidend geprägt. Im Beteiligungsforum erarbeiten betroffene Personen und kirchliche Beauftragte gemeinsam Maßnahmen zu Aufarbeitung und Prävention, verbindliche Schutzkonzepte seien flächendeckend eingeführt und unabhängige regionale Aufarbeitungskommissionen hätten ihre Arbeit aufgenommen. Inwieweit die ergriffenen Maßnahmen tatsächlich etwas verändern, könnten aber letztlich allein die Betroffenen beurteilen.
Präses Heinrich warb dafür, die Reformbereitschaft der Kirche weiter zu stärken. Während neue Beteiligungsformen und Arbeitsweisen entwickelt worden seien, falle es schwerer, bestehende Strukturen zu verkleinern. "Wir müssen als Kirche mit derselben Konsequenz, mit der wir Neues aufbauen, Gewohntes beenden", forderte sie. Entscheidend für die Zukunft der Kirche ist nicht, welche Strukturen oder Stellen wir erhalten, sondern welche Angebote Menschen erreichen."
Im Eröffnungsgottesdienst in der Würzburger Kirche St. Stephan hatte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz für einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen geworben. Christliche Nächstenliebe bedeute auch, Menschen auszuhalten, deren Ansichten man ablehne, und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Zugleich betonte sie, dass Toleranz dort Grenzen habe, wo Menschen verachtet, abgewertet oder Gewalt ausgesetzt würden.
Unter dem Schwerpunktthema "gemeinsam weiter" wird die Synode bis zum 11. November beraten, wie Kirche als "Werkstatt der Demokratie" den Dialog zwischen den Generationen stärken und eine gemeinsame Zukunftsgestaltung fördern kann. Mit der Tagung in Würzburg endet die sechsjährige Legislaturperiode der 13. Synode. Im April 2027 konstituiert sich das neue Kirchenparlament. Heinrich bleibt bis dahin im Amt und hat angekündigt, nicht erneut für das Präsesamt zu kandidieren.
Über die Synode der EKD: Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 8. bis 11. November in Würzburg. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 128 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzende des Rates der EKD ist Bischöfin Kirsten Fehrs. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 17,4 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 11.000 Kirchengemeinden.
Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de
Original-Content von: EKD - Evangelische Kirche in Deutschland, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/55310/6386205
- Letzte Tagung des aktuellen Kirchenparlaments eröffnet - Demokratie und Miteinander der Generationen im Mittelpunkt
- Fortschritte bei Klimaschutz, Aufarbeitung und Beteiligung junger Menschen
- Heinrich: "Generationengerechtigkeit hat bei uns Stimmrecht"
Würzburg/Hannover (8. November). Mit einem im ZDF übertragenen Gottesdienst hat am Sonntag in Würzburg die letzte Tagung der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begonnen. Bis Mittwoch beraten die 128 Mitglieder des evangelischen Kirchenparlaments insbesondere darüber, wie Kirche Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann. Zum Auftakt zog Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich Bilanz aus sechs Jahren Kirchenparlament und wirbt für Reformbereitschaft.
"Gemeinsam heißt bei uns nicht einstimmig", sagte Heinrich in ihrem Bericht. Entscheidend sei, auch Gegenstimmen zu hören und trotz unterschiedlicher Überzeugungen gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Gerade in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft könne Kirche dazu einen wichtigen Beitrag leisten. "In Kirchenvorständen, Jugendgruppen, Chören und Synoden üben Menschen jede Woche, verschieden zu sein und trotzdem zusammenzugehören."
Als wichtige Ergebnisse der Amtsperiode hob Heinrich die Klimaschutzrichtlinie hervor, die inzwischen in allen evangelischen Landeskirchen umgesetzt wird, sowie die stärkere Beteiligung junger Menschen. Seit dieser Legislaturperiode gehören dem Kirchenparlament mindestens 20 Mitglieder zwischen 18 und 26 Jahren mit vollen Stimmrechten an. "Damit hat Generationengerechtigkeit in diesem Saal Stimmrecht", sagte Heinrich.
Auch die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt habe die Arbeit der Synode entscheidend geprägt. Im Beteiligungsforum erarbeiten betroffene Personen und kirchliche Beauftragte gemeinsam Maßnahmen zu Aufarbeitung und Prävention, verbindliche Schutzkonzepte seien flächendeckend eingeführt und unabhängige regionale Aufarbeitungskommissionen hätten ihre Arbeit aufgenommen. Inwieweit die ergriffenen Maßnahmen tatsächlich etwas verändern, könnten aber letztlich allein die Betroffenen beurteilen.
Präses Heinrich warb dafür, die Reformbereitschaft der Kirche weiter zu stärken. Während neue Beteiligungsformen und Arbeitsweisen entwickelt worden seien, falle es schwerer, bestehende Strukturen zu verkleinern. "Wir müssen als Kirche mit derselben Konsequenz, mit der wir Neues aufbauen, Gewohntes beenden", forderte sie. Entscheidend für die Zukunft der Kirche ist nicht, welche Strukturen oder Stellen wir erhalten, sondern welche Angebote Menschen erreichen."
Im Eröffnungsgottesdienst in der Würzburger Kirche St. Stephan hatte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz für einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen geworben. Christliche Nächstenliebe bedeute auch, Menschen auszuhalten, deren Ansichten man ablehne, und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Zugleich betonte sie, dass Toleranz dort Grenzen habe, wo Menschen verachtet, abgewertet oder Gewalt ausgesetzt würden.
Unter dem Schwerpunktthema "gemeinsam weiter" wird die Synode bis zum 11. November beraten, wie Kirche als "Werkstatt der Demokratie" den Dialog zwischen den Generationen stärken und eine gemeinsame Zukunftsgestaltung fördern kann. Mit der Tagung in Würzburg endet die sechsjährige Legislaturperiode der 13. Synode. Im April 2027 konstituiert sich das neue Kirchenparlament. Heinrich bleibt bis dahin im Amt und hat angekündigt, nicht erneut für das Präsesamt zu kandidieren.
Über die Synode der EKD: Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 8. bis 11. November in Würzburg. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 128 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzende des Rates der EKD ist Bischöfin Kirsten Fehrs. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 17,4 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 11.000 Kirchengemeinden.
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