"In Währungsreformen nach Kriegen haben zwar Gold, Immobilien und Aktien das Vermögen geschützt", gesteht der Geschäftsführer der Wertpapierhandelsunternehmen& Vermögensverwaltungsgesellschaft Peter Schu Asset Management aus St. Wendel zu, "aber jetzt muss man diese Anlagen sehr differenziert beurteilen." Immobilien seien vielfach schon zu teuer, der Goldpreis durch Angst völlig überzogen, nur Aktien seien einigermaßen billig. "Gold ist eher ein Risiko", sagt Schu, "und als Inflationsschutz nicht so gut, wie viele denken." Die hohen Produktionskosten von durchschnittlich 1200 Dollar je Feinunze wertet er als Warnsignal. "Viele Minen brauchen schon einen Goldpreis von 1800 Dollar, um profitabel zu fördern", fügt er hin. Sein Rat: "Stocken Sie Aktien auf, die sind günstig bewertet, erst recht im Vergleich zu Anleihen." Kurzfristig erwartet Schuh jedoch jetzt nach dem starken Anstieg eine ausgeprägte Konsolidierung: "Wir haben die Aktienquote auf 46 Prozent gesenkt und Cash aufgebaut, aber wir werden kaufen, wenn die Kurse zurückkommen und dann die Aktienquote auf 75 Prozent hochnehmen."
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.
Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.
Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.
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