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UPDATE: TUI setzt Verkaufsprozess von Hapag-Lloyd offenbar fort

DJ UPDATE: TUI setzt Verkaufsprozess von Hapag-Lloyd offenbar fort

(NEU: Aussagen des Unternehmens, Hintergrund, Details)

Von Kirsten Bienk

DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--Ungeachtet anderslautender Berichte und Spekulationen treibt die TUI AG den Verkaufsprozess ihrer Reederei Hapag-Lloyd AG anscheinend voran. Von einem Abbruch des Verfahrens könne derzeit keine Rede sein, erfuhr Dow Jones Newswires am Mittwoch von einer mit dem Verfahren vertrauten Person. In den Medien wird darüber spekuliert, dass der TUI-Vorstand am Ende keines der eingereichten Gebote akzeptiert, weil der Preis aus seiner Sicht nicht stimmt.

Der Touristik- und Schiffahrtskonzern selbst hält sich mit Kommentaren zurück und gibt keine Zwischenberichte mehr zum Verkaufsprozess. "Wir nehmen vor Abschluss des Bieterverfahrens zu Details und Spekulationen keine Stellung", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Ende September hatte der Konzern lediglich den Eingang "verbindlicher Angebote" bestätigt, sich aber weder zu derer Zahl noch zu deren Höhe geäußert. Es hieß lediglich, dass voraussichtlich Mitte Oktober entschieden werde.

Wahrscheinlich gibt es nur zwei Gebote. Die Reederei Neptune Orient Lines Ltd (NOL) aus Singapur und das Hamburger Konsortium Albert Ballin haben Ende September erklärt, verbindliche Gebote für Hapag-Lloyd abgegeben zu haben. Nach Angaben aus informierten Kreisen sollen das Hamburger Konsortium 5,5 Mrd USD und NOL 4,9 Mrd USD als Preis genannt haben.

Spekulationen, dass TUI die Angebote nicht ausreichen, gründen auf Aussagen des Vorstandes vom März, dass die Reederei nicht "unter" Wert verkauft werden soll. Zu welchem Preis TUI Hapag-Lloyd angemessen bewertet sähe, ist bislang unklar. Beobachter gehen davon aus, dass TUI wegen der aktuellen konjunkturellen Situation einen Preisabschlag einrechnen muss.

Abgesehen davon hat der TUI-Aufsichtsrat noch nicht entschieden, ob die Reederei überhaupt verkauft wird. Es gibt lediglich den Beschluss des Gremiums, sich von der Containerschifffahrt zu trennen. Wie diese Trennung aussieht, ist offen. Neben dem eingeleiteten Verkaufsverfahren wären auch die beiden Varianten "Zusammenschluss" und "Abspaltung" möglich. Entscheiden will sich das Gremium in Abhängigkeit zu den eingehenden Gebote. Parallel zum Verkaufsprozess bewertet das Management die beiden anderen Möglichkeiten.

Eine Abspaltung ist dennoch wenig wahrscheinlich, weil sie aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat derzeit Werte vernichten würde und damit nicht im Interesse aller Aktionäre wäre. Zwingend wäre dann nämlich ein Rückkauf von Anleihen im Umfang von mehr als zwei Mrd EUR. Abgesehen davon wäre diese Art der Trennung sehr langwierig. Schneller ginge ein Verkauf.

Zumindestens einen Gegner hat diese Variante. TUI-Großaktionär John Fredriksen rät dem Vorstand des MDAX-Konzerns nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" zu einer Verschiebung des Verkaufs. Aktuell sei kein akzeptabler Preis für Hapag-Lloyd zu bekommen, argumentiert Fredriksen. Dabei war es Frederiksen, der das TUI-Management in den vergangenen Monaten unter Druck gesetzt und die Trennung von der Containerschifffahrt gefordert hat.

Webseite: http://www.tui-group.com/ 
 
   -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires; +49 (0)40 - 3574 3116, 
   kirsten.bienk@dowjones.com 
   DJG/rio 
 

(END) Dow Jones Newswires

October 08, 2008 07:33 ET (11:33 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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