Die Aktien von Kabel Deutschland (KDG)
Die Einnahmen von etwa 760 Millionen Euro fließen komplett den Eigentümern wie etwa der US-Beteiligungsfirma Providence zu. Die hochverschuldete KDG selbst wird demnach kein Geld aus dem Börsengang erhalten. Bereits im Vorfeld hatten Marktteilnehmer den größten Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren als Gradmesser für die Aufnahmebereitschaft des Marktes für IPOs bezeichnet.
Für Analyst Heino Ruland von Ruland Research ist der Börsengang alles andere als gelungen. Der erste Kurs habe nur knapp über dem Ausgabepreis gelegen. Das zeuge nicht gerade von einer hohen Nachfrage, von der während der Zeichnungsfrist die Rede gewesen sei. Ruland zeigte sich erstaunt, dass ein Unternehmen wie Kabel Deutschland überhaupt an die Börse geht. Angesichts der hohen Schuldenlast dürfte eine Kapitalerhöhung nur eine Frage der zeit sein.
Marktteilnehmer sehen den Erfolg des ersten großen Börsengangs seit geraumer Zeit als wichtige Richtschnur für weitere IPO-Pläne. Raimund Saxinger, Fondsmanager bei Frankfurt Trust, sagte: "Man wird am Erfolg der Börsengänge ablesen können, ob die Märkte aufnahmebereit für IPOs sind. Wenn Kabel Deutschland und Tom Tailor erfolgreich sind, wird es dieses Jahr sicherlich eine Reihe weiterer Börsengänge geben." Der Modekonzern bietet seine Aktien in einer Spanne von 11 bis 15 Euro an - bei Lang & Schwarz liegt die Spanne im Handel per Erscheinen aktuell bei 13,25 zu 14,25 Euro./rum/fat
AXC0044 2010-03-22/10:19
