Anleger börsengehandelter Fonds (ETFs) haben in der vergangenen Woche wieder vorsichtiger agiert. "Die Bären beherrschten die Eurozone", sagte Michael Görgens von der Börse Stuttgart bei der Analyse der zwischen dem 28. Mai und dem 1. Juni getätigten ETF-Umsätze. Entsprechend wurden jene Produkte auf den europäischen Leitindex EuroStoxx 50, die auf steigende Kurse ausgerichtet sind, überwiegend verkauft. In der Woche zuvor war die Tendenz noch neutral ausgefallen.
Auffällig war aber die Nachfrage nach ETFs, die auf den Lateinamerikanischen Markt setzen. "Trotz der unruhigen Zeiten sind diese mehrheitlich gekauft worden", so Görgens. Marktübergreifend war die Handelsaktivität im Handelssegment ETF BestX des Stuttgarter Börsenbetreibers in der vergangenen Woche aber insgesamt recht niedrig geblieben. Am Montag hatten die Börsen zwar trotz des Pfingstfeiertags geöffnet, viele Fondsanleger hatten das schöne Wetter aber für eine Pause genutzt und waren den Finanzmärkten ferngeblieben.
Als "sichere Häfen" haben die Anleger bei Fondsprodukten auf den Geldmarkt sowie den Anleihenmarkt zugegriffen, wo die Käufer jeweils sehr deutlich in der Überzahl waren. "Besonders die börsengehandelten Fonds auf den Bund-Future verzeichneten hohe Umsätze", kommentierte Görgens. Bei den Fonds, die auf den Rohstoffmarkt setzen, kristallisierte sich dagegen keine klare Richtung heraus, auch wenn sich die Märkte für Gold oder Rohöl sehr volatil gezeigt hatten.
Wenn "deutlich" mehr Käufe als Verkäufe von ETFs getätigt wurden, bedeutet dies, dass das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen 70:30 oder höher war. "Etwas" mehr Käufe heißt, dass dieses Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 lag. Wenn sich die Käufe und Verkäufe ungefähr ausgeglichen haben, weist dies auf ein Verhältnis von unter 55:45 bis über 45:55 hin. Wenn es dementsprechend etwas mehr Verkäufe als Käufe gab, lag das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen zwischen 45:55 und 30:70./tih/sf
ISIN EU0009658XXX
AXC0163 2012-06-05/13:33
