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MÄRKTE EUROPA/Delta drückt Reiseaktien im Sommerloch

DJ MÄRKTE EUROPA/Delta drückt Reiseaktien im Sommerloch

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Zum Start in die letzte Juniwoche hat sich an den europäischen Aktienmärkten sommerliche Lethargie breitgemacht. Passend zu den Vorgaben aus Ostasien und der Wall Street bewegte sich der DAX nur gering - er drehte am Nachmittag ins Minus und gab letztlich 0,3 Prozent auf 15.554 Punkte ab. Der Euro-Stoxx-50 büßte mit 0,7 Prozent etwas deutlicher auf 4.090 Zähler ein. Während Marktteilnehmer mit Blick auf die dünnen Umsätze vom Beginn des Sommerlochs sprachen, standen Reise- und Freizeit-Aktien mit der Angst vor einer Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus stark unter Druck.

Der Stoxx-Branchenindex der Reise- und Freizeitaktien fiel um 3,2 Prozent. Die Kurse der Fluggesellschaften verloren unter Führung von IAG bis zu 8,4 Prozent. Im deutschen MDAX kamen Lufthansa mit einem Minus von 3,6 Prozent sogar noch vergleichsweise glimpflich davon, Fraport ermäßigten sich um 4,7 Prozent. Bei den Spiele- und Wettanbietern brachen Evolution Gaming um 8 Prozent ein, Flutter fielen um 3,5 Prozent.

Der Stoxx-Index der Banken verlor 2 Prozent. Vergleichsweise gut hielten sich dagegen wieder defensive oder konjunkturunabhängige Aktien: Die Stoxx-Indizes der Pharmaunternehmen sowie der Nahrungsmittel- und Getränkehersteller konnten sich knapp bzw. gut behaupten.

Nokia von Goldman Sachs getrieben 

Der Index der Technologieaktien lag etwas fester im Markt. Hier stiegen Nokia um weitere 5,8 Prozent auf 4,58 Euro: Goldman Sachs hatte die Aktie am Freitag mit einem Kursziel von 5,40 Euro auf die Kaufliste gesetzt, da war aber in Helsinki Feiertag. Bereits am Donnerstag hatte die UBS die Aktie mit einem Ziel von 5,20 Euro empfohlen. Ericsson stiegen um 1,5 Prozent, der schwedische Konzern gilt ebenfalls als Gewinner des 5G-Ausbaus. Im SDAX zogen Adva Optical um 4,2 Prozent an. Auch generell war die Stimmung für Technologie-Aktien gut, SAP und Infineon notierten 0,7 bzw. 0,8 Prozent fester.

Burberry sacken ab - Kapitän verlässt das Schiff 

Die Aktie von Burberry sackte um 8,7 Prozent ab. Burberry-CEO Marco Gobbetti, der das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren gut am Markt positioniert hat, verlässt das Unternehmen. "Ich stufe die Reaktion als übertrieben ein", so ein Marktteilnehmer zu dem drastischen Kursabschlag. Gobbetti wechselt zum Wettbewerber Salvatore Ferragamo, deren Kurs zunächst sehr fest war, letztlich aber 2,7 Prozent im Minus lag.

Im DAX erholten sich Linde um 1,5 Prozent. Delivery Hero legten um 1,8 Prozent zu und RWE um 1,4 Prozent. Auf der anderen Seite sanken Heidelbergcement um 3,5 Prozent, Daimler um 2,3 Prozent und BMW um 1,8 Prozent. Leicht positiv wurden Interviewaussagen von Henkel-Chef Carsten Knobel gewertet, wonach der Konsumgüterkonzern die Preise für seine Produkte wegen gestiegener Rohstoffkosten erhöhen wolle. Die Aktie tendierte gegen den Markt knapp im Plus.

Teamviewer abgestuft - Aktie unter Druck 

Um 4,1 Prozent nach unten ging es mit der Teamviewer-Aktie. Goldman Sachs hatte die Aktie abgestuft. Einen Zwischenbericht der britischen Bäckereikette Greggs stuften die Analysten von Jefferies als weitere gute Nachricht ein, der Kurs stieg um 2,9 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung des Schweizer Kunstoffexperten Gurit ging es für die Aktie um 3,1 Prozent nach unten.

=== 
Index         Schluss- Entwicklung Entwicklung  Entwicklung 
             stand   absolut     in %     seit 
                              Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50     4.089,91    -30,75    -0,7%    +15,1% 
Stoxx-50        3.532,16    -13,01    -0,4%    +13,6% 
Stoxx-600        454,94    -2,69    -0,6%    +14,0% 
XETRA-DAX       15.554,18    -53,79    -0,3%    +13,4% 
FTSE-100 London    7.072,97    -63,10    -0,9%    +10,5% 
CAC-40 Paris      6.558,02    -64,85    -1,0%    +18,1% 
AEX Amsterdam      730,86    -2,28    -0,3%    +17,0% 
ATHEX-20 Athen     2.186,15    -9,31    -0,4%    +13,0% 
BEL-20 Brüssel     4.154,38    -25,55    -0,6%    +14,7% 
BUX Budapest     48.301,62   -159,85    -0,3%    +14,7% 
OMXH-25 Helsinki    5.352,53    +12,08    +0,2%    +16,7% 
ISE NAT. 30 Istanbul  1.486,71    -15,47    -1,0%     -9,1% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.647,41    +11,38    +0,7%    +12,4% 
PSI 20 Lissabon    5.087,01    -0,26    -0,0%     +3,9% 
IBEX-35 Madrid     8.913,70   -181,30    -2,0%    +10,4% 
FTSE-MIB Mailand   25.227,10   -283,40    -1,1%    +14,7% 
RTS Moskau       1.669,75    -2,33    -0,1%    +20,4% 
OBX Oslo        1.002,92    -11,40    -1,1%    +16,8% 
PX Prag        1.160,86    -0,32    -0,0%    +13,0% 
OMXS-30 Stockholm   2.256,34    -14,60    -0,6%    +20,4% 
WIG-20 Warschau    2.285,81    +3,35    +0,1%    +15,2% 
ATX Wien        3.440,85    -40,75    -1,2%    +25,2% 
SMI Zürich      12.009,17    +9,47    +0,1%    +12,2% 
 
Rentenmarkt       zuletzt        absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite   -0,19         -0,04   -0,43 
US-Zehnjahresrendite    1,47         -0,05   -1,21 
 
DEVISEN         zuletzt   +/- %   Mo,8:30 Fr, 17:11  % YTD 
EUR/USD          1,1932   -0,1%   1,1931   1,1945  -2,3% 
EUR/JPY          131,90   -0,3%   132,06   132,30  +4,6% 
EUR/CHF          1,0964   +0,1%   1,0954   1,0950  +1,4% 
EUR/GBP          0,8589   -0,1%   0,8579   0,8586  -3,8% 
USD/JPY          110,53   -0,2%   110,68   110,76  +7,0% 
GBP/USD          1,3892   +0,1%   1,3907   1,3910  +1,7% 
USD/CNH (Offshore)    6,4588   -0,0%   6,4611   6,4605  -0,7% 
Bitcoin 
BTC/USD        34.766,26   +5,9%  34.541,01 32.463,92 +19,7% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settl.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         73,02   74,05    -1,4%   -1,03 +51,0% 
Brent/ICE         74,98   76,18    -1,6%   -1,20 +46,3% 
 
METALLE         zuletzt   Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.779,91  1.781,30    -0,1%   -1,39  -6,2% 
Silber (Spot)       26,13   26,12    +0,1%   +0,02  -1,0% 
Platin (Spot)      1.100,85  1.107,70    -0,6%   -6,85  +2,9% 
Kupfer-Future        4,28    4,29    -0,4%   -0,02 +21,2% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 28, 2021 12:16 ET (16:16 GMT)

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© 2021 Dow Jones News
KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

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