MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zu steigender Inflation/Deutschland:
"Ja, die niedrigen Zinsen schmerzen. Aber wie viel Zins warfen Sparbücher in den letzten 30 Jahren der Mark bis 1998 real im Schnitt ab? Genau null Prozent. In Wahrheit sind nicht einmal die Geldentwertungen 1923 und 1948 ein Argument, sich auf Zinsanlagen wie das Sparbuch zu fixieren. Solche Anlagen büßten damals viel mehr ein als Aktien oder Immobilien. Doch bis heute investieren Bundesbürger, von der Mittelschicht abwärts, zu wenig in Aktien und Immobilien. Die Folge: Der Durchschnittsdeutsche besitzt weniger Vermögen als Franzosen, Italiener oder Spanier. Erdkunde und Sozialkunde lernt man in Deutschland in der Schule - aber was ist eigentlich mit Finanzkunde? Solche Kenntnisse streben die wenigsten Deutschen an, auch in ihrem Erwachsenenleben nicht; und der Staat verzichtet darauf, sie ihnen nahezubringen. Lässt sich das ändern, und wenn ja, wie schnell? Die Alternative ist, dass die Masse sich durch Inflationsfurcht fesselt - und die Schuld auf Europa schiebt."/be/DP/jha
