MÜNCHEN (dpa-AFX) - "Süddeutsche Zeitung" zum Abzug der Bundeswehr aus: Afghanistan:
"Was die Bundeswehr betrifft, lässt sich eine deutliche Lehre ziehen: Wenn sich eine Regierung dazu entschließt, Soldaten in so einen Einsatz zu schicken, dann benötigt sie ein Konzept, was dieser bewirken soll und kann. Und sie muss sich dazu bekennen, statt der einsatzkritischen Öffentlichkeit vorzumachen, man leiste nur eine Art bewaffnete Entwicklungshilfe. Vor allem in der frühen Ära Merkel, als sich die Lage im deutschen Einsatzgebiet rasch verschlechterte, führte diese Haltung dazu, dass die Soldaten skandalös schlecht ausgerüstet waren, als die Taliban von 2006 an Ernst machten. Das heißt nicht, dass der Entwicklungshilfe-Ansatz an sich falsch war. Die Bundeswehr leistete ihren Beitrag zum Wiedererwachen der afghanischen Zivilgesellschaft. Was wird bleiben? Wird der nächste Akt des afghanischen Dramas nicht eine neue Massenflucht aus dem Land sein wie schon so oft? Antworten fehlen - auch auf die drängendste Frage vieler Soldatinnen und Soldaten: "War es das wert?"/ra/DP/jha
