BERLIN (dpa-AFX) - Der Sozialverband VdK hat eine abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren gefordert. Wer in einem Beruf mit hoher Belastung arbeite, etwa auf dem Bau, in der Logistik oder in der Altenpflege, lebe im Schnitt deutlich kürzer, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele in Berlin zur Begründung.
Sie verwies auf eine am Montag vorgelegte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die im Auftrag des Verbandes erstellt wurde. Demnach wirkt sich eine hohe berufliche Belastung auf die Lebenserwartung aus. Rentner, die in Berufen mit hoher Belastung gearbeitet hätten, lebten drei Jahre kürzer im Vergleich zu jenen, bei denen die Belastung geringer gewesen sei.
Der VdK lehnt Vorschläge einer Erhöhung des Rentenalters auf 68, 69 oder 70 Jahre zur Stabilisierung der Rentenkasse ab. Das würde die soziale Spaltung in der älteren Bevölkerung weiter verschärfen und zu noch mehr Altersarmut führen, sagte Bentele. "Wir brauchen eine Rentenversicherung, in die alle Erwerbstätigen einzahlen: Arbeiter, Angestellte, Selbstständige und eben auch Politiker und Beamte." Nur so ließe sich auf Dauer die gesetzliche Rentenversicherung stabilisieren und die soziale Spaltung bekämpfen./jr/DP/he
