BERLIN (dpa-AFX) - Die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen haben nach dem Desaster beim Abzug der Nato aus Afghanistan eine Stärkung der sicherheitspolitischen Rolle Deutschlands gefordert. Armin Laschet (CDU) bekräftigte dazu am Sonntag beim ersten großen TV-Triell kurz vor der Bundestagswahl seine Forderung nach der Schaffung eines Nationalen Sicherheitsrates, angebunden an das Kanzleramt. "Wir werden unsere Bundeswehr besser ausstatten müssen", sagte er bei dem von RTL und ntv übertragenen Dreikampf zudem. Der Siegeszug der Taliban in Afghanistan sei ein Desaster für den Westen und die Bundesregierung.
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock warf der Bundesregierung vor, sich in Afghanistan weggeduckt zu haben. "Sie haben innenpolitische Motive über außenpolitische Verantwortung gestellt", sagte sie. Baerbock kritisierte zudem, dass das Auswärtige Amt nicht ausreichend schnell Visa für Schutzbedürftige ausgestellt zu haben.
SPD-Kandidat Olaf Scholz, dessen Parteifreund Heiko Maas an der Spitze des Auswärtigen Amtes steht, forderte, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken und auch künftig Bundeswehrsoldaten für Einsätze zum Schutz von Frieden und Sicherheit bereitzustellen. Er nahm für sich in Anspruch, dass mit ihm als Finanzminister der Verteidigungshaushalt über 50 Milliarden Euro gestiegen sei. "Die schlechte Zeit für die Bundeswehr war in der schwarz-gelben Koalition", sagte Scholz./cn/faa/bk/sk/sam/bw/DP/zb
