BERLIN (dpa-AFX) - Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat den SPD-Kandidaten Olaf Scholz und die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock in der Steuerpolitik scharf angegriffen. "Es ist eine sozialdemokratische Herangehensweise, immer wenn man kann, auch die Grünen sind mit dabei, Steuern zu erhöhen", sagte Laschet am Sonntag in der Diskussionsrunde der zwei Kandidaten und der Kandidatin bei RTL und ntv. Steuererhöhungsideen von SPD und Grünen seien "töricht". Er sei für die komplette Streichung des Solidaritätszuschlags und einen ähnlichen Unternehmenssteuersatz wie etwa in Frankreich, so dass deutsche Unternehmen im Binnenmarkt nicht abwanderten.
Finanzminister Scholz wandte sich strikt gegen Steuersenkungen. "Ich bin dafür, dass wir unser Steuersystem etwas besser austarieren, indem Leute, die in meiner Einkommenskategorie oder da drüber liegen, etwas mehr zahlen, gar nicht so viel", sagte er. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er rund 200 000 Euro im Jahr verdiene. Scholz betonte, der Spitzensteuersatz, der heute relativ früh greife, solle erst später greifen. Auf der anderen Seite solle er aber um drei Prozentpunkte für diejenigen, die ein sehr hohes Einkommen haben, steigen. Steuersenkungen für Unternehmen mit sehr hohen Gewinnen und sehr hohen Einkommen seien nicht drin bei der aktuellen Staatsverschuldung.
Baerbock sagte, es sei zutiefst ungerecht, dass jedes fünfte Kind in Armut lebe. Deshalb sei eine Kindergrundsicherung nötig. Auf die Frage, was eine Familie unter einer Kanzlerin Baerbock einsparen könnte, sagte sie, bei einer Alleinerziehenden mit zwei Kindern wären dies 2000 Euro, wenn man die geplanten Entlastungen und die Kindergrundsicherung zusammenzähle./bw/cn/faa/bk/sk/sam/rin/DP/zb
