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Elliott verklagt London Metal Exchange wegen Nickel-Krise

DJ Elliott verklagt London Metal Exchange wegen Nickel-Krise

Von Dave Sebastian

LONDON (Dow Jones)--Der aktivistische Hedgefonds Elliott Management hat die Londoner Metallbörse LME auf mehr als 456 Millionen US-Dollar Schadenersatz verklagt, nachdem die Börse Anfang des Jahres den Nickelhandel ausgesetzt und einige Geschäfte nach wilden Preisschwankungen des Metalls storniert hatte. Die Klage bereitet der LME, deren Vorgehen bereits von einigen Marktteilnehmern kritisiert und von den britischen Finanzaufsichtsbehörden überprüft wurde, erneut Kopfzerbrechen.

Elliott wendet sich gegen die Entscheidung der Börse, Geschäfte in den frühen Morgenstunden des 8. März zu stornieren, so die Hong Kong Exchanges & Clearing Ltd, zu der die LME gehört. "Das Management der LME ist der Ansicht, dass die Klage unbegründet ist, und die LME wird sie energisch anfechten", so HKEX am Montag.

Hedgefonds sieht "Menschenrechte" verletzt 

Elliott reagierte außerhalb der US-Geschäftszeiten nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die von dem Milliardär Paul Singer gegründete Hedgefonds-Firma argumentiert, dass das Vorgehen der Metallbörse "aus öffentlich-rechtlichen Gründen rechtswidrig war und eine Verletzung der Menschenrechte der Kläger darstellt", so HKEX.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hatte bei vielen Rohstoffen starke Kursgewinne ausgelöst. Der Nickelmarkt erwies sich als besonders turbulent, da die Preisbewegungen eine massive Wette gegen das Metall durch die Tsingshan Holding Group, einen chinesischen Nickelproduzenten, zunichte machten.

Turbulente Handelsstunden annulliert 

Die LME hatte den Nickelhandel am 8. März vorzeitig eingestellt und den Handel in den acht Stunden vor der Aussetzung rückwirkend annulliert. Es war das erste Mal, dass die LME den Handel mit einem Metall seit dem Zusammenbruch eines internationalen Zinnkartells im Jahr 1985 eingefroren hatte, und die 145 Jahre alte Börse wurde von Händlern für ihren Umgang mit der Krise kritisiert.

Die britischen Finanzaufsichtsbehörden leiteten im April eine Untersuchung über den Zusammenbruch des Nickelhandels ein. Die Financial Conduct Authority und die Bank of England erklärten, sie würden nach Möglichkeiten suchen, wie die LME ihre Unternehmensführung, Marktaufsicht und ihr Risikomanagement verbessern kann. Ende April teilte die Muttergesellschaft der Börse mit, dass der Chief Executive der LME, Matthew Chamberlain, in seiner Position verbleiben werde, womit ein früherer Plan, die Börse zu verlassen, rückgängig gemacht wurde.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/jhe/mod

(END) Dow Jones Newswires

June 06, 2022 03:53 ET (07:53 GMT)

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