DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA
Chinas Notenbank hat ihren Leitzins unverändert gelassen. Die People's Bank of China (PBOC) hielt den einjährigen Zinssatz ihrer mittelfristigen Kreditfazilität (MLF) unverändert bei 2,75 Prozent, während sie über dieses Finanzinstrument Liquidität in Höhe von 400 Milliarden Yuan (57,45 Milliarden US-Dollar) bereitstellte. Nach Angaben des Anbieters Wind liefen am Donnerstag MLF-Kredite in Höhe von insgesamt 600 Milliarden Yuan aus. Die PBOC stellte außerdem Liquidität im Wert von 2 Milliarden Yuan über siebentägige Reverse-Repo-Geschäfte bereit. Die chinesische Zentralbank hatte im August die MLF- und Reverse-Repo-Sätze gesenkt, was zu niedrigeren Benchmark-Kreditzinsen führte und die Finanzierungskosten für Unternehmen und Privatpersonen senkte. Das Ausbleiben einer Anpassung des MLF-Satzes am Donnerstag könnte bedeuten, dass auch der LPR-Zinssatz im laufenden Monat unverändert bleiben wird.
Die chinesische Regierung will die Unternehmen des Landes angesichts des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums bei Krediten unterstützten. Der Staatsrat kündigte ein Subventionsprogramm für Modernisierungskredite an Unternehmen im Volumen von 200 Milliarden Yuan - umgerechnet 28,7 Milliarden Euro - an.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
22:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 3Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
14:30 Einzelhandelsumsatz August
PROGNOSE: 0,0% gg Vm
zuvor: 0,0% gg Vm
Einzelhandelsumsatz ex Kfz
PROGNOSE: +0,1% gg Vm
zuvor: +0,4% gg Vm
14:30 Empire State Manufacturing Index September
PROGNOSE: -13,8
zuvor: -31,3
14:30 Import- und Exportpreise August
Importpreise
PROGNOSE: -1,2% gg Vm
zuvor: -1,4% gg Vm
14:30 Philadelphia-Fed-Index September
PROGNOSE: +2,3
zuvor: +6,2
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 225.000
zuvor: 222.000
15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung August
Industrieproduktion
PROGNOSE: 0,0% gg Vm
zuvor: +0,6% gg Vm
Kapazitätsauslastung
PROGNOSE: 80,3%
zuvor: 80,3%
16:00 Lagerbestände Juli
PROGNOSE: +0,6% gg Vm
zuvor: +1,4% gg Vm
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX Stand +/- % E-Mini-Future S&P-500 3.948,75 +0,0% E-Mini-Future Nasdaq-100 12.136,25 -0,0% Nikkei-225 27.872,39 +0,2% Hang-Seng-Index 18.882,43 +0,2% Kospi 2.405,10 -0,3% Schanghai-Composite 3.186,48 -1,6% S&P/ASX 200 6.847,70 +0,3%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Nach dem heftigsten Sinkflug seit zwei Wochen erholen sich die Börsen am Donnerstag etwas. Positive Nachrichten kommen aus Neuseeland, wo das BIP deutlich stärker als gedacht gestiegen ist. Japan wartet wegen drastisch gestiegener Kosten für Ernergieimporte mit einem Rekordhandelsbilanzdefizit auf, die Exporte im August stiegen zwar deutlich, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Und aus China werden neue Wirtschaftsstimuli gemeldet, die aber mehr den Argwohn über die schlechte Verfassung der dortigen Konjunktur nähren. Das bestätigte Leitzinsniveau wird daher eher negativ aufgefasst. Der Composite in Schanghai stellt den einzigen wichtigen Börsenindex der Region mit Abschlägen. In Hongkong wird der HSI gestützt vom krisengebeutelten Immobiliensektor. Händler verweisen auf Berichte über weitere staatliche Unterstützungen von Bauträgern. Country Garden Holdings ziehen um 8,3, Longfor Group um 6 und China Resources Land um 3,2 Prozent an. Tencent gewinnen 0,6 Prozent, die Tochter Tencent Music Entertainment soll in Hongkong gelistet werden. In Tokio steigt der Nikkei-225 knapp - einmal mehr gezogen von Eisenbahn- und Fluglinientiteln. Weiterhin sind es Hoffnungen auf Einreiseerleichterungen im Zuge der Corona-Beschränkungen, die die Sektoren stützen.
US-NACHBÖRSE
Bei Paypal muss Blake Jorgensen nach einem Monat als Finanzchef aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt werden. Der Zahlungsabwickler ernannte Gabrielle Rabinovitch, bislang tätig als Senior Vice President of Capital Markets, Investor Relations und Treasurer, mit sofortiger Wirkung zur stellvertretenden Finanzvorständin. Wann Jorgensen zurückkehrt, blieb offen. Die Aktie gab 0,8 Prozent ab. Expedia berief Julie Whalen zum Ende des Monats zur CFO. Whalen kommt von Williams-Sonoma. Bei Williams-Sonoma wurde Jeff Howie zum CFO ernannt, der die Nachfolge von Whalen antritt. Expedia stiegen um 0,2 Prozent, während die Williams-Sonoma-Aktien um 0,1 Prozent nachgaben. Danaher legten um 4,4 Prozent zu. Der Mischkonzern will das Segment Wasserqualität und Produktidentifikation ausgliedern.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 31.135,09 +0,1% 30,12 -14,3%
S&P-500 3.946,01 +0,3% 13,32 -17,2%
Nasdaq-Comp. 11.719,68 +0,7% 86,10 -25,1%
Nasdaq-100 12.134,40 +0,8% 100,78 -25,7%
Mittwoch Dienstag
Umsatz NYSE (Aktien) 994,4 Mio 931 Mio
Gewinner 1.662 379
Verlierer 1.526 2.893
Unverändert 179 109
Gut behauptet - Händler sprachen von einer reinen Gegenbewegung zum Ausverkauf des Vortages. Anleger agierten weiter mit Vorsicht. Grund war die hohe Inflation in den USA. Die nun veröffentlichten Erzeugerpreise für August vermochten das beunruhigende Bild nicht zu korrigieren, das die Verbraucherpreise am Vortag gezeigt hatten. Die Entwicklung der Kernrate untermauerte die Erwartungen, dass die US-Notenbank ihren Zinserhöhungszyklus nun umso entschlossener vorantreiben werde. Comcast (+3,0%) weitet sein laufendes Aktienrückkaufprogramm auf 20 Milliarden Dollar aus. Auch Johnson & Johnson (+2,1%) hat den Rückkauf eigener Aktien für bis zu 5 Milliarden Dollar angekündigt. Starbucks (5,5%) nimmt sich eine weitreichende Umgestaltung von Cafes und Mitarbeiter-Leistungen vor. Der Konzern rechnet für 2023 bis 2025 mit einem Umsatzwachstum von jährlich 10 bis 12 Prozent und einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um jährlich 15 bis 20 Prozent. Tesla (+3,6%) legt seine Pläne zur Herstellung von Batteriezellen in Deutschland offenbar auf Eis, um sich für Steuervergünstigungen für die Herstellung von Elektrofahrzeugen und Batterien in den USA zu qualifizieren, hieß es aus Kreisen. Netflix (+2,8%) schätzt, dass eine werbegestützte Version seines Streaming-Dienstes bis zum dritten Quartal 2023 40 Millionen Zuschauer erreichen wird. Nach einer Gewinnwarnung ging es mit der Aktie des Stahlkonzerns Nucor um 11,3 Prozent abwärts.
US-ANLEIHEN
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 3,79 +4,7 3,74 305,8 5 Jahre 3,61 +3,0 3,58 235,4 7 Jahre 3,54 +1,8 3,52 209,7 10 Jahre 3,41 +0,1 3,41 190,4 30 Jahre 3,47 -2,3 3,49 156,8
Am Anleihemarkt notierten die Renditen wenig verändert, nachdem sie am Vortag deutlich zugelegt hatten. DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mi, 9:29 Uhr % YTD EUR/USD 0,9966 -0,1% 0,9981 0,9980 -12,3% EUR/JPY 143,12 +0,2% 142,85 143,18 +9,4% EUR/GBP 0,8655 +0,1% 0,8648 0,8673 +3,0% GBP/USD 1,1515 -0,2% 1,1541 1,1508 -14,9% USD/JPY 143,60 +0,3% 143,14 143,48 +24,8% USD/KRW 1.393,17 +0,2% 1.390,52 1.395,42 +17,2% USD/CNY 6,9689 +0,1% 6,9621 6,9672 +9,6% USD/CNH 6,9774 +0,1% 6,9725 6,9737 +9,8% USD/HKD 7,8475 -0,0% 7,8487 7,8491 +0,7% AUD/USD 0,6750 +0,0% 0,6749 0,6714 -7,0% NZD/USD 0,6004 -0,0% 0,6006 0,5985 -12,1% Bitcoin BTC/USD 20.125,86 -0,4% 20.205,67 20.257,99 -56,5%
Am Devisenmarkt gab der Dollar nach der kräftigen Aufwärtsbewegung am Vortag moderat nach. Der Dollar-Index notierte 0,1 Prozent niedriger. Am Vortag hatte die Erwartung weiter stark steigender Leitzinsen die Anleger in den Dollar gezogen. Der Euro notierte knapp unter Parität zum Dollar.
++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 88,56 88,48 +0,1% +0,08 +24,8% Brent/ICE 93,99 94,1 -0,1% -0,11 +27,1%
Die Ölpreise legten um bis zu 1,7 Prozent zu. Stützend wirkte die Erwartung, dass die zähen Verhandlungen mit dem Iran im Atomstreit vorerst nicht zu einem Ergebnis führen werden und daher nicht so bald iranisches Öl den Markt fluten wird. Die US-Rohöllagerbestände sind nach offiziellen Angaben indessen stärker gestiegen als erwartet. Grund hierfür war jedoch die Zuführung von strategischen Ölreserven der US-Regierung. Berichten zufolge erwägt Washington die Reserven des Landes wieder aufzufüllen, sollte der Rohölpreis unter 80 Dollar je Barrel fallen.
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.688,65 1.696,00 -0,4% -7,36 -7,7% Silber (Spot) 19,43 19,73 -1,5% -0,30 -16,7% Platin (Spot) 904,50 909,85 -0,6% -5,35 -6,8% Kupfer-Future 3,54 3,54 0% 0 -20,1% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Der Goldpreis zeigte sich etwas leichter, nachdem steigende Marktzinsen und ein festerer Dollar den Preis des zinslosen Edelmetalls zuletzt deutlich belastet hatten.
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
GELDPOLITIK AUSTRALIEN
Die australische Notenbank steht möglicherweise vor einer grundlegenden Strukturreform. Im Rahmen einer Analyse, die Finanzminister Jim Chalmers im Juli einleitete, soll auch untersucht werden, ob die Ausführungen und das Abstimmungsverhalten der geldpolitischen Entscheidungsträger auf den monatlichen Board-Sitzungen öffentlich gemacht werden sollen.
HANDEL JAPAN
Die japanischen Exporte sind im August dank der robusten Nachfrage nach Autos abermals gestiegen. Sie kegten um 22,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu nach 19 Prozent im Juli. Es war der 18. Anstieg in Folge. Ökonomen hatten im Factset-Konsens mit 23,9 Prozent allerdings mehr erwartet. Am stärksten legten die Ausfuhren in die USA mit 33,8 Prozent zu, hauptsächlich wegen der starken Nachfrage nach Autos und Anlagen für die Halbleiter-Herstellung.
Importe Aug +49,9% gegenüber Vorjahr
Handelsbilanz Aug Defizit 2,8173 Bill JPY (PROGNOSE: Defizit 2,3 Bill JPY)
KONJUNKTUR NEUSEELAND
BIP 2Q sb +1,7% (PROG: +1,0%) gg Vorquartal
BIP 2Q +0,4% (PROG: unverändert) gg Vorjahr
ATOMKRISE IRAN
Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sieht die Atomverhandlungen mit dem Iran "in einer Sackgasse" und erwartet kurzfristig keinen Durchbruch. Als Koordinator der Verhandlungen sei es seine Aufgabe, die Positionen zusammenzuführen - diese gingen seit dem Sommer jedoch leider auseinander, sagte Borrell.
AMAZON
Der US-Bundesstaat Kalifornien hat eine Klage gegen den US-Onlinehändler wegen Wettbewerbsverzerrung eingereicht. Amazon setze Händler unter Druck, ihre Waren nicht auf anderen Webseiten billiger anzubieten, erklärte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta.
TESLA
Der Elektroauto-Pionier legt seine Pläne zur Herstellung von Batteriezellen in Deutschland offenbar auf Eis, um sich für Steuervergünstigungen für die Herstellung von Elektrofahrzeugen und Batterien in den USA zu qualifizieren. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, denkt Tesla darüber nach, die Zellfertigungsanlagen, die im Werk in der Nähe von Berlin eingesetzt werden sollen, in die USA zu verlagern.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/err/flf
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September 15, 2022 02:10 ET (06:10 GMT)
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