DJ Deutsche Dienstleistungserzeugerpreise im 3Q um 5,4% über Vorjahr
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Erzeugerpreise im deutschen Dienstleistungssektor sind im dritten Quartal deutlich gestiegen, was vor allem an höheren Kraftstoffpreisen lag. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren Erzeugerpreise für Dienstleistungen um 5,4 Prozent höher als im dritten Quartal 2021. Auf Quartalssicht ergab sich ein Anstieg von 1,3 Prozent. "Am stärksten erhöhten sich die Preise nicht zuletzt unter dem Einfluss weiterhin hoher Kraftstoffpreise im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei", erläuterten die Statistiker. Im Bereich der Güterbeförderung im Straßenverkehr habe es im Vorjahresvergleich sogar einen Rekordanstieg gegeben.
Mit einem Anstieg der Erzeugerpreise um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete der stark von Kraftstoffpreisen abhängige Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei im die größte Preissteigerung im Dienstleistungssektor. Dabei kam es in der Güterbeförderung im Straßenverkehr mit einem Plus von 14,9 Prozent zum höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal seit Beginn der Statistik im Jahr 2006, nachdem bereits im zweiten Quartal ein Höchstwert (plus 14,2 Prozent) verzeichnet worden war. Wie im Vorquartal waren die weiterhin hohen Kraftstoffpreise, steigende Allgemeinkosten und der anhaltende Mangel an Lkw-Fahrern maßgeblich für den Anstieg der Transportkosten verantwortlich.
Den stärksten Anstieg innerhalb des Wirtschaftsabschnitts Verkehr und Lagerei gab es jedoch in der Luftfahrt. Hier stiegen die Preise um 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit war der Anstieg nochmals höher als im zweiten Quartal (plus 14,1 Prozent). Zusätzlich zu gestiegenen Kerosinpreisen gab es durch die Sperrung des russischen Luftraums infolge des Krieges in der Ukraine weiterhin Verwerfungen bei den Flugrouten zwischen Asien und Europa mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise.
Mit einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal war die Veränderungsrate in der Personen- und Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt vergleichsweise moderat - wenngleich auf sehr hohem Niveau. Waren die Preise in den ersten beiden Quartalen 2022 im Vergleich zu den Vorquartalen noch jeweils leicht rückläufig, gab es im dritten Quartal mit +7,0 Prozent wieder einen Anstieg gegenüber dem Vorquartal. Neben Veränderungen in den Grundfrachtraten waren dafür vor allem Zuschläge für Bunkeröl verantwortlich.
Im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation gab es einen Preisanstieg auf Jahressicht um 1,3 Prozent. Die wesentlichen Preistreiber waren die Telekommunikationskosten mit plus 1,6 Prozent, wozu vor allem die Festnetz- und Internetanschlüsse beitrugen, die 2,8 Prozent teurer waren. Demgegenüber gab es bei Mobilfunktarifen einen Preisrückgang um 0,9 Prozent. Hauptursache dafür war, dass bei gleichen Preisen größere Datenvolumen genutzt werden konnten.
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December 19, 2022 02:32 ET (07:32 GMT)
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