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MÄRKTE EUROPA/Vorsichtige Erholungsbewegung - Porsche nun im DAX

DJ MÄRKTE EUROPA/Vorsichtige Erholungsbewegung - Porsche nun im DAX

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem jüngsten Abverkauf ist es an den europäischen Aktienmärkten am Montag wieder nach oben gegangen. Mit den Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank in der Vorwoche sowie dem Hexensabbat am Freitag gehören die letzten großen Ereignisse des Börsenjahres 2022 der Vergangenheit an. Der falkenhafte Ton der Notenbanker könnte nach Einschätzung aus dem Handel noch einige Zeit nachklingen und zu Portfolioanpassungen führen. Der DAX legte bei einem ruhigen vorweihnachtlichem Geschäft um 0,4 Prozent auf 13.943 Punkte zu und blieb damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 14.000. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 3.811 Stellen nach oben. Hier stellte der Sektor der Öl- und Gaswerte den größten Gewinner. Der Euro notierte knapp über 1,06 Dollar. Der Abgabedruck bei den Anleihen ist am Auslaufen, sie schlossen leicht im Minus.

Ifo-Geschäftsklima hellt sich weiter auf 

Kurz vor der Wintersonnenwende hellt sich auch das Geschäftsklima in Deutschland auf. Der ifo-Index stieg im Dezember zum dritten Mal in Folge von 86,4 auf 88,6 Punkte. Die Verbesserung ist nicht mehr allein auf eine Aufhellung der Geschäftserwartungen zurückzuführen, sondern auch auf eine weniger pessimistische aktuelle Lage. Das liegt für Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank, insbesondere an einem leicht nachlassenden Kostendruck. Vor allem, dass die Lieferketten besser funktionieren als noch vor einigen Wochen, stimmt die Befragten optimistischer. Auch bei der Energiesicherheit lasse der Druck etwas nach. Deutschland befindet sich zwar weiterhin in einem fragilen Umfeld. Mit Blick auf extrem negative Wirtschaftsaussichten zur Mitte des Jahres ist die aktuelle Ifo-Umfrage aber ein versöhnlicher Jahresausklang für Europas größte Volkswirtschaft.

Europäischer Gaspreis fällt weiter 

Der Preis für europäisches Gas fiel weiter, am virtuellen Handelspunkt TTF verringert er sich um 7,6 Prozent auf 106,65 Euro je Megawattstunde. Trotz der derzeitigen Minustemperaturen sind die Gasspeicher in Deutschland noch zu rund 88 Prozent gefüllt, wie der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte. Nach monatelangem Streit haben sich die für Energie zuständigen Minister und Ministerinnen der EU-Länder auf einen Preisdeckel für Gas geeinigt. Die Obergrenze soll bei 180 Euro pro Megawattstunde liegen, wie die maltesische Energieministerin Miriam Dalli am Rande des Treffens in Brüssel sagte. Mit einem solchen Deckel wollen die EU-Energieminister die hohen Strom- und Gaspreise gemeinsam bekämpfen.

Sportwagenschmiede Porsche nun im DAX 

Im DAX wurde die Aktie der Sportwagenschmiede Porsche AG (+3,5) zum ersten Mal gehandelt. Durch die Fokussierung auf das Premium- beziehungsweise Luxussegment sehen die Analysten der DZ Bank die Geschäftsentwicklung der Porsche AG weiterhin weniger von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig als bei anderen Herstellern. Zudem profitiert das Unternehmen auch weiterhin von der Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern. Die Aktien von VW notierten ex Sonderdividende 10,7 Prozent oder 14,56 Euro tiefer, allerdings schüttet der Automobilkonzern 19,06 Euro je Vorzugsaktie an seine Aktionäre aus.

Gut kam im Handel der Aktienrückkauf von CRH an. Die Aktie des Baumaterialienherstellers legte um 2 Prozent zu. CRH hat angekündigt, weitere 300 Millionen Dollar in den Rückkauf zu stecken. Von Davy Research hieß es dazu, die Fortsetzung des Programms und die geplante Umsetzung schon bis Ende März demonstriere die Fähigkeit des Unternehmens, Wachstumsziele und Aktionärsrenditen zugleich im Griff zu haben.

Totalausfall des Schützenpanzers Puma 

Rheinmetall gaben angesichts der Nachrichten über den Totalausfall des Schützenpanzers Puma um 7,8 Prozent nach. Bei einer Schießübung in Norddeutschland waren sämtliche 18 beteiligten Fahrzeuge ausgefallen. "Das ist absolut keine Werbung, wenn man sich damit gerade um einen Großauftrag in Australien bewirbt", kommentierte ein Händler. Gerade die Panzerkäufe von Polen in Südkorea hätten aufgezeigt, dass sich auch Landfahrzeuge mittlerweile einer globalen Konkurrenz stellen müssten. Im Tagesverlauf hat nun Verteidigungsministerin Lambrecht den Kauf weiterer Pumas für die Bundeswehr zunächst gestoppt.

Die Aktionäre des angeschlagenen Energiekonzerns Uniper (+4%) haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem mit der Bundesregierung und der finnischen Mutter Fortum ausgehandelten Rettungspaket zugestimmt.

=== 
Index           Schluss- Entwicklung Entwicklung  Entwicklung 
.               stand   absolut     in %      seit 
.                               Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50       3.811,24    +7,22    +0,2%     -11,3% 
Stoxx-50          3.669,55    +12,11    +0,3%     -3,9% 
Stoxx-600          425,87    +1,13    +0,3%     -12,7% 
XETRA-DAX         13.942,87    +49,80    +0,4%     -12,2% 
FTSE-100 London      7.361,31    +29,19    +0,4%     -0,7% 
CAC-40 Paris        6.473,29    +20,66    +0,3%     -9,5% 
AEX Amsterdam        700,71    +0,71    +0,1%     -12,2% 
ATHEX-20 Athen       2.226,07    +15,71    +0,7%     +3,9% 
BEL-20 Bruessel      3.671,30    +13,15    +0,4%     -14,8% 
BUX Budapest       45.270,04   +200,92    +0,4%     -10,8% 
OMXH-25 Helsinki      4.827,44    +40,58    +0,8%     -14,1% 
ISE NAT. 30 Istanbul    5.804,74   +241,82    +4,3%    +186,7% 
OMXC-20 Kopenhagen     1.804,78    -7,60    -0,4%     -3,2% 
PSI 20 Lissabon      5.689,36    +15,94    +0,3%     +2,4% 
IBEX-35 Madrid       8.136,80    +24,30    +0,3%     -6,6% 
FTSE-MIB Mailand     23.683,54    -4,62    -0,0%     -13,4% 
RTS Moskau          991,38    -47,25    -4,5%     -37,9% 
OBX Oslo          1.087,89    +7,15    +0,7%     +1,8% 
PX Prag          1.172,08    +5,63    +0,5%     -17,8% 
OMXS-30 Stockholm     2.047,98    +1,89    +0,1%     -15,4% 
WIG-20 Warschau      1.743,24    +1,94    +0,1%     -23,1% 
ATX Wien          3.066,84    +7,51    +0,2%     -20,8% 
SMI Zuerich        10.773,23    +2,85    +0,0%     -16,3% 
* zu Vortagsschluss 
 
Rentenmarkt      zuletzt absolut +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite   2,20  +0,05  +2,38 
US-Zehnjahresrendite   3,59  +0,11  +2,08 
 
DEVISEN        zuletzt    +/- %  Mo, 8:10 Fr, 17:07  % YTD 
EUR/USD        1,0625    +0,3%   1,0636   1,0621  -6,6% 
EUR/JPY        145,44    +0,9%   144,50   145,17 +11,1% 
EUR/CHF        0,9884    -0,0%   0,9907   1,0726  -4,7% 
EUR/GBP        0,8724    +0,2%   0,8724   0,8735  +3,8% 
USD/JPY        136,88    +0,5%   135,85   136,63 +18,9% 
GBP/USD        1,2180    +0,1%   1,2192   1,2163 -10,0% 
USD/CNH (Offshore)   6,9837    +0,0%   6,9787   6,9830  +9,9% 
Bitcoin 
BTC/USD       16.643,59    -0,7% 16.746,44 16.956,18 -64,0% 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        75,98    74,29   +2,3%   +1,69  +9,7% 
Brent/ICE        80,00    79,04   +1,2%   +0,96 +10,4% 
GAS              VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF       107,00    115,45   -7,3%   -8,45 +80,3% 
 
METALLE        zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.788,46   1.793,08   -0,3%   -4,62  -2,2% 
Silber (Spot)      23,01    23,22   -0,9%   -0,21  -1,3% 
Platin (Spot)     987,75    994,00   -0,6%   -6,25  +1,8% 
Kupfer-Future      3,77     3,76   +0,1%   +0,00 -14,6% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/cln

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December 19, 2022 12:06 ET (17:06 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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