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MÄRKTE EUROPA/Eintrübende Großwetterlage lastet auf Aktien

DJ MÄRKTE EUROPA/Eintrübende Großwetterlage lastet auf Aktien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte haben zum Start in die Woche nachgegeben. Der DAX verlor 0,8 Prozent auf 15.346 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent auf 4.206 Zähler nach unten. Für die Aktienmärkte kamen die Belastungen von zwei Seiten: zum einen die neuen Spannungen zwischen den USA und China, nachdem die USA einen vermeintlichen chinesischen Spionageballon abgeschossen hatten. "Der Ballon hat das Potenzial, jede politische Annäherung zwischen den USA und China zu stoppen und ins Gegenteil zu verkehren", befürchtete Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners. Die USA könnten die Verwendung chinesischer Technologien und gleichzeitig den Export von US-Technologie weiter begrenzen. "Die Folge könnte ein Handelskrieg 2.0 sein", hieß es.

Zum anderen belastete weiter die am Freitag von einem unerwartet robust ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht frisch geschürten Zinssorgen. Die über 500.000 neu geschaffenen Stellen am US-Arbeitsmarkt im Januar dürften nach Einschätzung von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege RoboMarkets, an der Börse noch einige Zeit nachwirken. Investoren wissen nicht so recht, was ihnen in diesen Tagen lieber ist: eine weiter robuste US-Wirtschaft oder eben doch erste Rezessionssignale, die die Notenbanken zu einer langsameren Gangart bewegten.

Nach den verheerenden Erdbeben an der türkisch-syrischen Grenze ging es an der Börse in Istanbul mit den Aktienkursen nach unten. Der Börsenindex BIST-100 gab um 1,4 Prozent nach, am Mittag hatten die Verluste noch bei knapp 5 Prozent gelegen. Nach dem nächtlichen ersten Beben der Stärke 7,8 kam es anschließend zu einem weiteren.

Berichtssaison nimmt Fahrt auf 

Die Berichtssaison nimmt diese Woche weiter Fahrt auf und dürfte zunehmend die Impulse liefern. 76 Unternehmen aus dem Stoxx-600 legen ihre Quartalszahlen vor, an der Börse dürfte vor allem auf die Margenentwicklung sowie die Ausblicke der Unternehmen geschaut werden. Für die Aktie Aurubis ging es mit Gewinnmitnahmen um 4,9 Prozent nach unten. Die DZ Bank sprach von einem soliden Quartalsbericht ohne größere Überraschungen. Der Ergebnisrückgang, gemessen am operativen Vorsteuerergebnis, sei gegenüber dem Vorjahr etwas geringer ausgefallen als erwartet.

Bayer legten um 2,6 Prozent zu. Laut einem Bericht im Handelsblatt sammelt der aktivistische Investor Bluebell Verbündete, unter anderem um Bayer-Chef Baumann auszutauschen. Dazu solle der Konzern aufgespalten werden. Die Aussicht auf eine Abspaltung des Bereichs "Consumer Health" könnte stützen, so ein Händler. Auch deutsche Fondsgesellschaften hätten dies schon befürwortet.

In Helsinki haussierten Rovio um 14,6 Prozent. Der Videospieleentwickler hat nach eigenen Angaben Gespräche mit verschiedenen Kaufinteressenten aufgenommen. Rovio steht unter Druck, weil man nach dem Verkaufsschlager "Angry Birds" keinen vergleichbaren Spielehit mehr gelandet hatte.

Rothschild zogen noch deutlicher an der Pariser Börse mit Aufschlägen von 16,7 Prozent auf 47 Euro an. Concordia, die Familien-Holding der Rothschild-Familie, hat ein Gebot für alle Anteile der gelisteten Rothschild-Aktien abgegeben. Das Vehikel, das bereits knapp 39 Prozent der Aktien besitzt, bietet den Aktionären 48 Euro je Anteilsschein. Laut Concordia benötigt Rothschild keinen Zugang zum Kapitalmarkt und sieht sich vielmehr als privat geführte Gruppe.

Nachfolgen für Linde scheinen ausgemacht 

Die neue Rangliste der Deutschen Börse per Ende Januar zeigt derweil, dass die Commerzbank-Aktie (+0,1%) die Nachfolge von Linde (-1,1%) im DAX antreten dürfte. Linde wird zum 27. Februar den deutschen Leitindex und auch die europäischen Indizes verlassen. Die Börse will den Nachfolger zwar erst am 17. Februar nennen, die ausschlaggebende Rangliste zeigt Commerzbank aber nun klar in der Pole-Position. Zudem erfüllt die Commerzbank auch das Gewinnkriterium für den DAX nach der Zahlenveröffentlichung in der Vorwoche. Zuvor hatte Rheinmetall (-0,4%) lange als Favorit gegolten. In den europäischen Indizes gelten Unicredit (+1,6%) für den Euro-Stoxx-50 und Safran für den Stoxx-50 (-1,2%) als Linde-Nachrücker.

=== 
Index         Schluss- Entwicklung Entwicklung  Entwicklung 
             stand   absolut     in %      seit 
                              Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50     4.205,45    -52,53    -1,2%     +10,9% 
Stoxx-50        3.856,40    -22,73    -0,6%     +5,6% 
Stoxx-600        457,16    -3,61    -0,8%     +7,6% 
XETRA-DAX       15.345,91   -130,52    -0,8%     +10,2% 
FTSE-100 London    7.835,97    -65,83    -0,8%     +6,0% 
CAC-40 Paris      7.137,10    -96,84    -1,3%     +10,3% 
AEX Amsterdam      752,40    -11,46    -1,5%     +9,2% 
ATHEX-20 Athen     2.511,09    -3,17    -0,1%     +11,5% 
BEL-20 Brüssel     3.888,97    -18,68    -0,5%     +5,1% 
BUX Budapest     44.793,85   -602,48    -1,3%     +2,3% 
OMXH-25 Helsinki    5.007,76    -50,12    -1,0%     +4,8% 
ISE NAT. 30 Istanbul  5.465,33    -75,79    -1,4%     -8,1% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.885,72    +8,45    +0,5%     +2,8% 
PSI 20 Lissabon    5.924,32    -17,55    -0,3%     +3,2% 
IBEX-35 Madrid     9.159,20    -66,40    -0,7%     +11,3% 
FTSE-MIB Mailand   27.022,33    +71,59    +0,3%     +13,7% 
RTS Moskau       1.007,15    +4,63    +0,5%     +3,8% 
OBX Oslo        1.090,74    -8,77    -0,8%     +0,1% 
PX Prag        1.353,88    -1,22    -0,1%     +12,7% 
OMXS-30 Stockholm   2.258,20    -36,31    -1,6%     +10,5% 
WIG-20 Warschau    1.864,76    -41,37    -2,2%     +4,1% 
ATX Wien        3.354,55    -24,90    -0,7%     +8,6% 
SMI Zürich      11.283,25    -66,14    -0,6%     +5,2% 
* zu Vortagsschluss 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,29          +0,11   -0,28 
US-Zehnjahresrendite    3,63          +0,10   -0,25 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Mo, 8:19 Fr, 17:30  % YTD 
EUR/USD          1,0721    -0,7%   1,0790   1,0843  +0,2% 
EUR/JPY          142,28    -0,0%   142,10   141,96  +1,4% 
EUR/CHF          0,9947    -0,5%   0,9982   1,0015  +0,5% 
EUR/GBP          0,8928    -0,4%   0,8944   0,8965  +0,9% 
USD/JPY          132,73    +0,7%   131,73   130,91  +1,2% 
GBP/USD          1,2008    -0,3%   1,2062   1,2096  -0,7% 
USD/CNH (Offshore)    6,8054    -0,2%   6,7904   6,7898  -1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD        22.987,69    -0,0%  22.805,97 23.671,36 +38,5% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         73,49    73,39    +0,1%   +0,10  -8,7% 
Brent/ICE         80,64    79,94    +0,9%   +0,70  -5,9% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.866,51   1.865,10    +0,1%   +1,41  +2,3% 
Silber (Spot)       22,23    22,35    -0,5%   -0,12  -7,2% 
Platin (Spot)       977,15    978,33    -0,1%   -1,18  -8,5% 
Kupfer-Future        4,03     4,06    -0,7%   -0,03  +5,7% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

February 06, 2023 12:07 ET (17:07 GMT)

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