DÜSSELDORF (dpa-AFX) - "Handelsblatt" zu Bidens Überraschungsbesuch in Kiew:
""Die Amerikaner stehen zu Ihnen", sagte Biden zum ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, "so lange der Krieg auch dauert". Doch zugleich machte der Präsident deutlich: Es gibt bestimmte Grenzen, die die USA nicht überschreiten können. (...) Der Präsident agiert besonnen, er entscheidet Schritt für Schritt, damit der Westen nicht Kriegspartei wird. In der Nato schwelt schon jetzt die Debatte darüber, wie lange der Westen mit dem Waffenverschleiß der Ukraine noch mithalten kann. Ein Großteil der Lieferungen wird von amerikanischen Rüstungsunternehmen getragen. Biden muss abwägen - nicht nur außenpolitisch, sondern auch innenpolitisch. Der Präsident steht enorm unter Druck. Die Republikaner, die allenfalls in Teilen bereit sind, die Ukraine-Politik des Präsidenten mitzutragen, könnten den Verteidigungshaushalt blockieren. Aus Sicht Europas wäre das der "worst case". Die überraschende Reise des Präsidenten nach Kiew zeigt einmal mehr: Die USA sind und bleiben die Schutzmacht Europas. Nur wie lange noch?"/kkü/DP/ngu
