DJ EZB/Enria: Geschwindigkeit von Abflüssen aus Banken untersuchen
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bankenturbulenzen in den USA und der Schweiz rechtfertigen aus Sicht von Andrea Enria, Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), keine Änderung des international vereinbarten Regulierungsrahmens. Enria plädierte in einem von der Nachrichtenagentur Market News organisierten Webcast aber dafür, die Geschwindigkeit von Mittelabflüssen bei den Banken zu untersuchen. "Es ist noch nicht die Frage beantwortet, ob manche Einleger ihre Einlagen schneller abziehen als das in den Modellen vorgesehen ist", sagte Enria.
Als besorgniserregend bezeichnete der Chef-Bankenaufseher außerdem die Erkenntnis, das sich manche Finanzchefs von Unternehmen bei der Entscheidung über den Abzug von Mittel an den Aktienkursen oder CDS-Spreads von Banken orientierten. In einigen Fällen sei diese Dynamik besonders stark gewesen und das finde er sehr besorgniserregend, sagte Enria.
Er wies auf die Möglichkeit hin, dass nationale Aufsichtsbehörden von Banken zusätzliche Liquiditätspuffer fordern könnten. "Im Baseler Standard sind ja nur die Mindestanforderungen niedergelegt." Davon sei bisher kaum Gebrauch gemacht worden.
Mit Bezug auf das Vorgehen der schweizerischen Behörden bei der staatlich eingeleiteten Übernahme von Credit Suisse durch UBS sagte Enria: "Ich bin davon überzeugt, dass es den Gesetzen entsprach."
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April 25, 2023 05:19 ET (09:19 GMT)
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