DJ Deka fordert von Conti mehr Mut bei Umstrukturierung
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Autozulieferer Continental sollte sich nach Einschätzung der Deka beim Umbau des Konzerns mehr zutrauen und stärker auf Vereinfachung setzen. "Der Mut zu einer stärkeren Umstrukturierung fehlt", sagte Ingo Speich als Vertreter der Fondsgesellschaft der Sparkassen auf der Hauptversammlung des Unternehmens laut Redetext. "Die vermeintlichen Zukunftsinvestitionen wie Autonomes Fahren und Software verschlingen Unsummen und bringen bisher nicht den gewünschten Ertrag." Die Margen seien 2022 in allen Divisionen "erschreckend gering" gewesen.
Der Konzern aus Hannover hatte die vergangenen Jahre wegen hoher Sonderbelastungen, Abschreibungen und eines teils widrigen Branchenumfelds im Vergleich zu früheren Zeiten mit einer spürbar geringeren Profitabilität zu kämpfen. Nach einer bereinigten EBIT-Marge von nur 5,0 Prozent soll sich die Rendite dieses Jahr leicht auf etwa 5,5 bis 6,5 verbessern. Im Jahr 2015 hatte Conti noch eine bereinigte EBIT-Marge von gut 11 Prozent erzielt. Mittelfristig will der Konzern wieder eine bereinigte EBIT-Marge zwischen rund 8 und 11 Prozent erreichen, versprach CEO Nicolai Setzer nun den Aktionären.
"Die Unternehmensstruktur von Continental ist zu komplex und schwer zu steuern", kritisierte Speich weiter. Der Konzern bewege sich in einer extrem dynamischen Branche zu langsam gegenüber den Wettbewerbern. "Entscheidungswege müssen verkürzt und eine weitere Vereinfachung wird unausweichlich sein, um sich in der Branche behaupten zu können", so Speich.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/kla/mgo
(END) Dow Jones Newswires
April 27, 2023 05:49 ET (09:49 GMT)
Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.
