PABRADE/VILNIUS (dpa-AFX) - Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reist am Montag nach Litauen, um sich eine Übung der Bundeswehr mit der litauischen Armee anzuschauen. Bei dem Manöver "Griffin Storm", für das 1000 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" nach Litauen verlegt wurden, wird die Verteidigung der Nato-Ostflanke trainiert. Das Übungsgelände in Pabrade ist keine 200 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Zusammen mit Pistorius werden Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, die Botschafter des Nordatlantikrats, der litauische Präsident Gitanas Nauseda und der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas das Manöver beobachten.
Vor dem Truppenbesuch kommen Pistorius und Anusauskas in der Hauptstadt Vilnius zu einem Gespräch zusammen. Dabei dürfte auch die Lage in Russland nach dem abgebrochenen Aufstand der Söldnertruppe Wagner Thema sein. Außerdem wird es um die Vorbereitung des Nato-Gipfels gehen, der in knapp drei Wochen in Vilnius stattfinden wird. Ein Hauptthema ist dabei, wie die Ukraine weiter an die Nato herangeführt werden kann.
Als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine hatte die Bundesregierung im Juni 2022 zugesagt, eine Kampftruppen-Brigade mit etwa 5000 Soldatinnen und Soldaten für die Verteidigung Litauens im Fall eines Angriffs bereitzuhalten. Seit Herbst steht dafür die Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" zur Verfügung. Sie ist in Litauen mit einem Gefechtsstand präsent und soll im Spannungsfall binnen zehn Tagen in das baltische Land verlegt werden können. Dies wird nun bereits zum dritten Mal geübt./mfi/DP/zb
