CASTROP-RAUXEL (dpa-AFX) - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil unterstützt Überlegungen von SPD-Chef Lars Klingbeil für ein Ende des Ehegattensplittings. "Fachlich wäre das ein Schritt nach vorne", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Castrop-Rauxel am Rande seiner diesjährigen Sommerreise. "Ich kann nur aus fachlicher Sicht als Arbeitsminister sagen, dass für die Zukunft eine Reform des Ehegattensplittings arbeitsmarktpolitisch auch geboten ist, um die Frauenerwerbsbeteiligung zu verbessern."
Eine höhere Frauenerwerbsbeteiligung könne einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten, sagte Heil. Dafür brauche es Kinderbetreuung und auch ein anderes Steuerrecht. Zur Frage, welche Priorität das Thema aus seiner Sicht hat, sagte Heil: "Ich würde vorschlagen, dass wir da in Ruhe in der Koalition darüber reden, denn alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir haben, sagen uns, dass in Zukunft eine Reform des Ehegattensplittings richtig ist." Das müsse man in Ruhe miteinander besprechen, um es auch mehrheitsfähig zu machen.
Heil besucht bei seiner diesjährigen Sommerreise Unternehmen im Ruhrgebiet und macht sich dort ein Bild vom industriellen Wandel mit Blick auf die bis 2045 angestrebte Klimaneutralität Deutschlands. Ein Schwerpunkt ist dabei die Aus- und Weiterbildungssituation in den Betrieben./jr/DP/jha
