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MÄRKTE EUROPA/DAX unter 15.000 Punkten - Aber vom Tief erholt

DJ MÄRKTE EUROPA/DAX unter 15.000 Punkten - Aber vom Tief erholt

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten geht es zum Wochenausklang nach unten. Während es am Vortag an der 15.000er-DAX-Marke noch Kaufinteresse gegeben hatte, ist die runde Marke nun gefallen. Vom kleinen Verfall am Terminmarkt gab es am Mittag kaum Gegenwehr. Vielmehr halten sich Investoren mit Käufen zurück. Cash, das die Fondsmanager der vergangenen Umfrage der Bank of America zu Folge aufgebaut haben, wird noch nicht investiert. Zudem steht das Wochenende vor der Tür, in den kommenden beiden Tagen kann auf der Welt einiges passieren, an der Börse wird es "Schlagzeilenrisiko" genannt.

Am übergeordneten Bild hat sich nichts geändert: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie hohe Renditeniveaus an den Anleihemärkten sorgen für Zurückhaltung unter Anlegern. Der DAX verliert 1,0 Prozent auf 14.898 Punkte, damit hat er sich schon vom Tagestief bei 14.820 etwas erholt. Unterstützung kommt von der Wall Street, die nur knapp im Minus notiert sowie den leicht rückläufigen Renditen. Der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,9 Prozent auf 4.054 Punkte. "Im Moment sieht es so aus, als würde der DAX die fünfte Woche in Serie im Minus beenden. Eine noch längere Verlustserie von sechs negativen Wochen am Stück gab es zuletzt 2011", so die Analysten des Vermögensverwalters QC Partners. Für Öl der Sorte Brent geht es derweil wieder um 0,7 Prozent nach oben.

Berichtssaison liefert keinen Impuls 

Nachdem die Berichtssaison am Vortag mit SAP, Sartorius oder Deutsche Börse noch überzeugt hat, fehlen von dieser Seite die Impulse. Die Unternehmensnachrichten helfen nicht, die Stimmung zu heben. L'Oreal reagieren mit Abgaben von 1,0 Prozent auf Quartalszahlen. "Die Umsatzzahlen haben die Erwartungen deutlich verfehlt", so ein Marktteilnehmer. L'Oreal habe die Umsätze auf vergleichbarer Basis um 11 Prozent gesteigert, erwartet worden war aber ein Plus von 12 Prozent, wie ein Händler sagt.

Essilorluxottica halten sich mit 0,6 Prozent dagegen gut. Die Umsatzentwicklung entspricht mit einem Plus von währungsbereinigt 5,2 Prozent den Schätzungen. Den Mittelfristausblick hat der Brillen-Konzern bekräftigt, einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr legte er aber nicht vor. Die Befürchtungen hinsichtlich einer Schwäche in Nordamerika hätten sich als unbegründet herausgestellt, heißt es bei der Citi. Das Wachstum habe dem des zweiten Quartals entsprochen, was für steigende Marktanteile spreche.

Als solide bezeichnet die Deutsche Bank die Vorlage zum dritten Quartal von Vivendi (+3,2%). Es habe sich ein Umsatzplus von 2 Prozent bei guter Ergebnisqualität ergeben. Der Marktwert der börsennotierten Beteiligungen mache die gesamte Marktkapitalisierung von Vivendi aus, was bedeute, dass die konsolidierten Vermögenswerte bei einem im Verhältnis zum EBITDA vom 1-fachen auf Basis für 2023 mit einem erheblichen Abschlag zum inneren Wert bewertet würden.

Dürr und SMA zweistellig im Minus 

Dürr brechen um 16,5 Prozent ein. Baader Helvea bezeichnet die ausgeprägt schwachen Gewinnerwartungen von Dürr als massiv enttäuschend. Die für 2024 angestrebte EBIT-Marge von 8 Prozent könne frühestens 2026 erreicht werden, denn die schwache Nachfrage führe bei der Tochter Homag zu einem Ergebniseinbruch und mache hier eine Restrukturierung erforderlich.

Ein Kurseinbruch des US-Unternehmens Solaredge belastet die gesamte Branche. Einer der Hauptkonkurrenten von SMA Solar - Solaredge - hat Jefferies zufolge vorläufige Zahlen für das dritte Quartal berichtet, denen zufolge die Umsätze ca. 20 Prozent unter den vorherigen Erwartungen liegen und für das vierte Quartal auch deutlich geringere Umsätze prognostiziert werden. SMA werden in Sippenhaft genommen und verlieren 12 Prozent.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.053,88    -0,9%    -36,45     +6,9% 
Stoxx-50        3.846,83    -0,7%    -26,28     +5,3% 
DAX          14.897,74    -1,0%    -147,49     +7,0% 
MDAX          24.239,00    -0,8%    -198,24     -3,5% 
TecDAX         2.868,23    -0,9%    -26,94     -1,8% 
SDAX          12.365,59    -0,2%    -26,33     +3,7% 
FTSE          7.426,55    -1,0%    -72,98     +0,6% 
CAC           6.857,32    -0,9%    -64,05     +5,9% 
 
Rentenmarkt       zuletzt          absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,88           -0,03     +0,31 
US-Zehnjahresrendite    4,91           -0,08     +1,03 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- % Fr, 8:12 Uhr Mi, 17:25 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0582    -0,0%    1,0575     1,0534  -1,1% 
EUR/JPY          158,64    +0,1%    158,47     157,88 +13,0% 
EUR/CHF          0,9440    +0,1%    0,9436     0,9462  -4,6% 
EUR/GBP          0,8712    -0,0%    0,8729     0,8672  -1,6% 
USD/JPY          149,89    +0,1%    149,87     149,86 +14,3% 
GBP/USD          1,2147    +0,0%    1,2115     1,2148  +0,4% 
USD/CNH (Offshore)    7,3235    -0,2%    7,3373     7,3296  +5,7% 
Bitcoin 
BTC/USD        29.684,46    +3,7%   29.254,47   28.281,59 +78,8% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         90,19    89,37     +0,9%     +0,82 +15,9% 
Brent/ICE         93,06    92,38     +0,7%     +0,68 +13,9% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.987,12   1.974,50     +0,6%     +12,62  +9,0% 
Silber (Spot)       23,49    23,08     +1,8%     +0,42  -2,0% 
Platin (Spot)       902,95    895,53     +0,8%     +7,43 -15,5% 
Kupfer-Future        3,57     3,60     -0,9%     -0,03  -6,4% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

October 20, 2023 10:00 ET (14:00 GMT)

Copyright (c) 2023 Dow Jones & Company, Inc.

© 2023 Dow Jones News
KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Drei Jahre lang kannten KI-Aktien fast nur eine Richtung: nach oben. Billionenschwere Investitionspläne von Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben Halbleiter- und Infrastrukturwerte auf immer neue Höhen getrieben. Doch jetzt bekommt die Erfolgsstory gefährliche Risse.

Steigende Anleiherenditen verteuern die Finanzierung, während die gewaltigen KI-Ausgaben zunehmend nicht mehr aus den laufenden Cashflows bezahlt werden können. Gleichzeitig zeigen günstigere chinesische Modelle, dass leistungsfähige KI womöglich mit deutlich weniger Rechenleistung auskommt. Damit wächst die Gefahr, dass heute für Milliarden errichtete Kapazitäten morgen nicht die erhofften Renditen liefern.

Für Anleger könnte das zum Problem werden. Denn treffen steigende Finanzierungskosten auf Überkapazitäten und enttäuschende Cashflows, geraten gerade hoch bewertete KI-Profiteure schnell unter Druck. Aus den größten Gewinnern der vergangenen Jahre könnten so die größten Verlierer der nächsten Korrektur werden.

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