KOBLENZ (dpa-AFX) - 'Rhein-Zeitung' zu Habecks Rede
Fast 80 Jahre nach dem Holocaust und in einer Zeit, in der Haltung und Solidarität mit jüdischen Mitbürgern wohl wie noch nie gefragt sind, in der viele Menschen aber zugleich mehr und mehr hin- und hergerissen sind bei ihrem Blick auf die Ereignisse in Israel und Gaza, braucht es dringend Leitplanken. Die zieht Habeck konsequent, für Linke, für Rechte, für Muslime in Deutschland - aber auch und gerade für die Mehrheitsgesellschaft. Politik muss nicht nur den Anspruch haben, zu gestalten und zu handeln. Sie lebt auch vom Wort, vom richtigen Ton. Daraus kann sich dann politische und gesellschaftliche Führung ergeben. Habeck leistet somit jetzt das, was ansonsten in der Ampel niemandem so recht gelingen will - er führt. Mit Empathie, die so vielen in diesem Land abhandengekommen zu sein scheint. Und das bei einer existenziellen Frage für das Zusammenleben in Deutschland. Habeck zeigt damit zugleich, wie eklatant die Lücke ist, die sich mit Blick auf die Spitzenpolitik derzeit auftut./zz/DP/zb
