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MÄRKTE EUROPA/Geopolitik belastet Risikobereitschaft - Autos schwach

DJ MÄRKTE EUROPA/Geopolitik belastet Risikobereitschaft - Autos schwach

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Tag der deutschen Einheit nach unten. Die Risk-Off-Stimmung an den internationalen Börsen hält angesichts der Spannungen in Nahost weiter an. Alle Branchen notieren im Minus. Vor allem bei den Autoherstellern geht der Kursverfall ungebremst weiter, ihre Branche ist mit einem Minus von 1,7 Prozent die schwächste. Der DAX verliert 0,5 Prozent auf 19.075 Punkte, rutschte am Vormittag bereits kurzfristig unter die 19.000er-Marke. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,5 Prozent auf 4.940 Punkte nach.

Weiter im Fokus stehen US-Job-Daten: Nachdem bereits einige Indikatoren auf eine geringere Abkühlung als vom Markt erhofft gedeutet hatten, steht nun der ISM-Index am Nachmittag im Fokus. Er ist für den Service-Bereich und damit den stärksten Arbeitgeber in den USA. Sollte auch seine Job-Komponente stärker ausfallen, dürften die Hoffnungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank weiter zurückgehen. Der ISM-Service-Index ist der letzte wichtige Indikator vor dem US-Arbeitsmarktbericht für September am Freitag.

Automobilwerte erneut unter Druck

Mit Spannung verfolgen Investoren momentan die Diskussionen rund um die Einführung der geplanten EU-Zölle auf Elektroautos aus China. Hier könnte am Freitag in Brüssel die letzte Hürde genommen werden. Dann stimmen die Vertreterinnen und Vertreter der 27 Mitgliedstaaten über die Einführung der Zollaufschläge ab, die Ende des Monats in Kraft treten sollen. Die deutschen Autobauer befürchten Folgen für ihr Geschäftsmodell und fordern weitere Verhandlungen mit Peking. Auch aus der deutschen Politik kommen Stimmen, die sich gegen die Einführung von Strafzöllen aussprechen. Diese politische Gemengelage rund um die Autoindustrie, die für Deutschland extrem wichtig ist, verunsichert die Anleger - die Aktien der Automobilhersteller werden verkauft.

Zudem gibt es einige Herunterstufungen durch Analysten in dem Sektor. Bei Aston Martin (-1,1%) zieht Jefferies die Kaufempfehlung zurück. Barclays senkt die Einstufungen von Porsche SE (-3,4%), Stellantis (-4,0%) und Mercedes-Benz (-2,0%), bei Porsche SE sogar auf "Underweight".

In London steigen die Aktien der britischen Supermarktkette Tesco um 2,9 Prozent. Der Konzern wies ein starkes erstes Halbjahr auf, vor allem habe der bereinigte Gewinn (EBIT) rund 10 Prozent über den Erwartungen gelegen, heißt es von den Analysten der Citi.

Für die Aktie der Telecom Italia geht es gegen den Trend um 1,3 Prozent nach oben, nachdem ein unverbindliches Angebot über 700 Millionen Euro von der italienischen Regierung und Retelit zum Kauf des Seekabelgeschäfts Sparkle abgegeben wurde. Der Wert des Angebots stellt für die Equita-Analysten insgesamt eine Verbesserung gegenüber dem im Januar vorgeschlagenen Angebot dar. Sie halten den Verkauf daher für angemessen, da er Ressourcen für interessantere Optionen freisetze, darunter die Vereinfachung der Unternehmensstruktur.

Pentixapharm für einen Tag im SDAX und TecDAX

Die Pentixapharm-Aktie liefert ein maues Börsendebüt ab. Der erste Kurs lag bei 5,10 Euro, was dem Ausgabepreis entsprach. Aktuell notiert die Aktie mit 4,62 Euro. Die Abspaltung war von der Hauptversammlung auf Grund der unterschiedlichen Geschäftsfelder der beiden Unternehmen beschlossen worden. Während sich das Kerngeschäft von Eckert & Ziegler (-8,2%) auf die Produktion und den Vertrieb von Radioisotopen konzentriert, fokussiert sich die 2024 gegründete Pentixapharm auf die Entwicklung und Zulassung neuer Radiopharmazeutika. Die Aktie von Pentixapharm wird im Zuge der Abspaltung von Eckert & Ziegler am 3. Oktober für einen Tag in den SDAX und den TecDAX aufgenommen.

=== 
Aktienindex       zuletzt    +/- %   absolut +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.940,08    -0,5%   -23,21   +9,3% 
Stoxx-50        4.434,92    -0,4%   -19,23   +8,3% 
DAX          19.074,68    -0,5%   -90,07   +13,9% 
MDAX          26.630,13    -0,5%   -142,91   -1,9% 
TecDAX         3.337,91    -0,9%   -29,94   +0,0% 
SDAX          14.014,67    -0,6%   -83,87   +0,4% 
FTSE          8.316,45    +0,3%    25,59   +7,2% 
CAC           7.525,26    -0,7%   -52,33   -0,2% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    2,15          +0,05   -0,43 
US-Zehnjahresrendite    3,81          +0,02   -0,07 
 
DEVISEN         zuletzt    +/- %  Do, 8:52 Mi, 17:16  % YTD 
EUR/USD          1,1039    -0,1%   1,1041   1,1040  -0,1% 
EUR/JPY          162,16    +0,3%   161,95   161,35  +4,2% 
EUR/CHF          0,9391    +0,0%   0,9417   0,9387  +1,2% 
EUR/GBP          0,8416    +1,1%   0,8378   0,8328  -3,0% 
USD/JPY          146,86    +0,3%   146,67   146,17  +4,2% 
GBP/USD          1,3115    -1,2%   1,3179   1,3257  +3,1% 
USD/CNH (Offshore)    7,0480    +0,2%   7,0382   7,0349  -1,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        60.956,00    +0,2%  61.367,30 61.476,05 +40,0% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         71,56    70,10    +2,1%   +1,46  +1,3% 
Brent/ICE         75,32    73,90    +1,9%   +1,42  +0,5% 
GAS                VT-Settlem.        +/- EUR 
Dutch TTF         38,75    38,90    -0,4%   -0,15  +5,8% 
 
METALLE         zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       2.646,97   2.658,76    -0,4%   -11,79 +28,4% 
Silber (Spot)       31,53    31,84    -1,0%   -0,31 +32,6% 
Platin (Spot)       987,40   1.007,00    -1,9%   -19,60  -0,5% 
Kupfer-Future        4,61     4,60    +0,3%   +0,02 +16,7% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: @dowjones.com

DJG/thl/ros

(END) Dow Jones Newswires

October 03, 2024 07:03 ET (11:03 GMT)

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© 2024 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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