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MÄRKTE USA/Gut behauptet - Aufregung um Zwist Trump-Powell legt sich

DJ MÄRKTE USA/Gut behauptet - Aufregung um Zwist Trump-Powell legt sich

DOW JONES--Mit kleinen Kursgewinnen haben die US-Börsen den Handel am Montag beendet. Die Verschärfung des Konflikts zwischen US-Präsident Donald Trump und US-Notenbankpräsident Jerome Powell hatte die Kurse anfangs belastete, doch legte sich die Aufregung im weiteren Verlauf etwas und der Rücksetzer wurde zum Kauf genutzt, auch wenn die Anleger sich nicht zu weit aus der Deckung wagten. Denn in den kommenden Tagen stehen wichtige Konjunkturdaten an, darunter die Verbraucherpreise am Dienstag, die Aufschluss über den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve geben könnten. Die jüngste Attacke gegen die Federal Reserve wurde indessen als neuerlicher Versuch gewertet, die Unabhängigkeit der Fed zu schwächen. Dazu kamen die Entwicklungen im Iran. Hier hat Trump erneut mit einem Eingreifen der USA gedroht.

Der Dow-Jones-Index notierte zum Handelsschluss 0,2 Prozent höher bei 49.590 Punkten. Der S&P-500 gewann 0,2 Prozent. Sowohl der Dow als auch der S&P-500 erreichten im Verlauf neue Rekordhochs. Der Nasdaq-Composite stieg um 0,3 Prozent. An der Nyse wurden 1.579 (Freitag: 1.751) Kursgewinner gesehen, denen 1.166 (998) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 77 (77) Titel.

Staatsanwälte haben gegen Powell wegen seiner Aussage im vergangenen Sommer über das Renovierungsprojekt des Zentralbankgebäudes Ermittlungen aufgenommen. Er habe am Freitag einen Ermittlungsbescheid zugestellt bekommen, in dem mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats gedroht werde, teilte Powell in einer Erklärung mit und fügte an, dass die Untersuchung ein Vorwand im Rahmen der andauernden Kampagne von Präsident Trump sei, die Fed zu Zinssenkungen zu drängen und die Unabhängigkeit der Zentralbank zu beenden.

Die Aussichten auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank sind gefährdet, da gegen den Vorsitzenden Powell ermittelt wird, wie ABN-Amro-Ökonom Rogier Quaedvlieg anmerkte. Die Infragestellung der Unabhängigkeit der Fed könne die Mitglieder des Fed-Boards dazu veranlassen, sich zu widersetzen und Zinssenkungen zu verschieben, um "die Institution zu verteidigen". Die Untersuchung werde als Druck auf den Fed-Chairman angesehen, zurückzutreten, um einen größeren Einfluss der Regierung zu ermöglichen, so Quaedvlieg.

Der Dollar geriet mit der jüngsten Entwicklung im Zwist zwischen Trump und Powell unter Druck - der Dollar-Index fiel um 0,3 Prozent. Der Schritt fache die Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed wieder an und könne potenziell den "Sell-America"-Trade neu beleben, meinte Devisen-Analyst Francesco Pesole von der ING. "Die Abwärtsrisiken für den Dollar, die von jeglichen Anzeichen einer weiteren Entschlossenheit zur Einmischung in die Unabhängigkeit der Fed ausgehen, sind erheblich."

Die Entwicklungen rund um die Fed verschafften dem "sicheren Hafen" Gold regen Zulauf. Dazu kämen die steigenden geopolitischen Unsicherheiten, hieß es. Überdies machte der nachgebende Dollar das Edelmetall für Käufer aus dem Nicht-Dollarraum billiger. Die Feinunze markierte bei 4.630 Dollar ein Allzeithoch. Im späten Handel ging es um 1,9 Prozent auf 4.596 Dollar aufwärts. Der Silberpreis stieg um 6,8 Prozent.

Die Notierungen am Anleihemarkt gaben nach. Michael Gayed vom Lead-Lag Report warnte vor steigenden Risiko-Prämien für die Inflation "und einem schwächeren Vertrauen in langfristige Finanzanlagen, die an stabile politische Erwartungen geknüpft sind". Die Rendite zehnjähriger Papiere erhöhte sich um einen Basispunkt auf 4,18 Prozent. Der Anstieg der Renditen wurde etwas gebremst von Auktionen drei- und zehnjähriger US-Anleihen, die Händlern zufolge auf eine lebhafte Nachfrage stießen.

Die Ölpreise tendierten fester, auch gestützt vom schwächeren Dollar. Ein Thema am Markt waren auch die Unruhen im Iran. "Der Iran ist das viertgrößte Opec-Mitglied und produziert rund 3,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag", so die ING-Analysten. "Damit schwebt ein erhebliches Angebotsrisiko über dem Markt."

Bei den Einzelwerten ging es für die Aktien von Visa (-1,8%), Mastercard (-1,5%), American Express (-4,2%) und Capital One (-6,4%) abwärts. US-Präsident Trump hat eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent gefordert. Der durchschnittliche Kreditkartenzins in den USA liegt aktuell bei 19,65 Prozent, bei von Geschäften ausgegebenen Kundenkarten mit Kreditfunktion werden im Schnitt 30,14 Prozent fällig, wie aus Daten von Bankrate hervorgeht.

Die Aktie von Eli Lilly stieg um 1,6 Prozent. Hintergrund war ein Medienbericht, wonach der US-Pharmakonzern bereit ist, 15 Milliarden Euro für das französische Biotechnologie-Startup Abivax zu bieten. Eli Lilly habe dem Abivax-Vorstand noch kein formelles Angebot unterbreitet, berichtete das französische Medium La Lettre. Der US-Konzern wartet noch auf ein Signal der französischen Aufsichtsbehörden, ob ein mögliches Gebot den Vorschriften für Auslandsinvestitionen unterliegen würde. Die Hinterlegungsscheine von Abivax stiegen an der Wall Street um 3,2 Prozent.

Walmart legten um 3 Prozent zu. Die Aktien des Einzelhändelskonzerns werden mit Handelsbeginn am 20. Januar in den Nasdaq-100 aufgenommen und ersetzen dort Astrazeneca.

Die Aktie von ExxonMobil fiel um 0,5 Prozent, nachdem Präsident Trump angedeutet hatte, er sei geneigt, den Ölkonzern von Bohrungen in Venezuela auszuschließen. Trumps Äußerungen folgten auf eine Aussage von Exxon-Chef Darren Woods, der bei einem Treffen am Freitag gesagt hatte, Venezuela sei derzeit nicht investierbar.

Warner Bros. Discovery fielen um 1,7 Prozent. Paramount Skydance (+0,8%) hat eine Kampfabstimmung um Stimmrechte im Warner-Board, einen sogenannten Proxy-Fight, angekündigt. Wie das Unternehmen mitteilte, soll dieser Schritt das feindliche Übernahmeangebot für den Medienkonzern vorantreiben. Zudem hat Paramount eine Klage eingereicht, um Warner zur Offenlegung weiterer Informationen über die Fusionsvereinbarung mit Netflix zu zwingen.

=== 
INDEX           zuletzt    +/- %  absolut +/- % YTD 
DJIA          49.590,20    +0,2%   86,13   +3,0% 
S&P-500         6.977,27    +0,2%   10,99   +1,8% 
NASDAQ Comp       23.733,90    +0,3%   62,56   +1,8% 
NASDAQ 100       25.787,66    +0,1%   21,41   +2,0% 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Fr, 17:03  % YTD 
EUR/USD          1,1667    +0,3%   1,1632   1,1643  -1,0% 
EUR/JPY          184,54    +0,4%   183,88   183,78  -0,2% 
EUR/CHF          0,9306    -0,1%   0,9317   0,9323  +0,1% 
EUR/GBP          0,8664    -0,2%   0,8683   0,8674  -0,5% 
USD/JPY          158,18    +0,1%   158,05   157,84  +0,8% 
GBP/USD          1,3466    +0,5%   1,3398   1,3422  -0,5% 
USD/CNY          7,0025    -0,1%   7,0093   7,0071  -0,2% 
USD/CNH          6,9651    -0,2%   6,9764   6,9730  -0,0% 
AUS/USD          0,6715    +0,4%   0,6686   0,6685  +0,2% 
Bitcoin/USD       91.328,70    +1,0% 90.413,75 91.350,30  +2,2% 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          59,54    59,12   +0,7%    0,42  +2,3% 
Brent/ICE          63,89    63,34   +0,9%    0,55  +3,5% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold           4.595,86   4.509,97   +1,9%   85,89  +4,4% 
Silber           85,05    79,63   +6,8%    5,42 +11,7% 
Platin          2.005,31   1.956,28   +2,5%   49,03 +11,6% 
Kupfer            6,00     5,90   +1,7%    0,10  +3,1% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewaehr) 
 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 12, 2026 16:11 ET (21:11 GMT)

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