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MÄRKTE EUROPA/Anleihen und Aktien profitieren von Entspannung im Nahen Osten

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleihen und Aktien profitieren von Entspannung im Nahen Osten

DOW JONES--Hoffnungen auf ein bevorstehendes Kriegsende im Iran sorgen am Mittwoch an den europäischen Aktienmärkten für eine deutliche Erholung. Der DAX gewinnt 2,1 Prozent auf 23.154 Punkte, nachdem er im Tageshoch schon bei 23.344 Punkten gelegen hatte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 2,2 Prozent auf 5.694 Punkte nach oben. Auslöser für die deutlich gestiegene Risikobereitschaft sind Spekulationen, dass sowohl die USA als auch der Iran nach einer Ausstiegsstrategie aus dem Krieg im Nahen Osten suchten.

Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit dem Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen. US-Präsident Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, es werde sich um eine "wichtige Rede" handeln. Sie ist für Donnerstag um 3.00 Uhr MESZ angesetzt.

Nach unten geht es für den Ölpreis. Der marktführende Kontrakt für Brent reduziert sich um 3,1 Prozent auf 100,76 Dollar. Nachdem im März die Inflation in Europa auch wegen der deutlich gestiegenen Energiekosten anzog, könnte sich der Impuls per April umkehren. Damit werden an den Zinsmärkten die Erwartungen an die Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank sowie die Europäische Zentralbank bereits leicht ausgepreist. Dies verbessert die Stimmung für Risikoassets wie Aktien. Aber auch Gold profitiert davon, die Feinunze steigt über die Marke von 4.700 Dollar.

UBS-Volkswirt Paul Donovan weist darauf hin, dass der Iran die Zahlung von Reparationen fordert, die die USA wahrscheinlich nicht zahlen werden. Ein iranischer Zoll auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus könnte als eine Form von Reparation getarnt werden - dies würde die Lebenshaltungskosten am Golf erhöhen. Die Auswirkungen auf den Ölpreis wären jedoch wahrscheinlich wirtschaftlich nicht signifikant.

Zu den Gewinnern gehören die europäischen Finanz- (+3,1%) sowie die Technologiewerte (+2,5%). Während bei den Banken das Risiko einer konjunkturellen Talfahrt nun als geringer eingestuft wird, wirken sich bei den Technologiewerten die sinkenden Zinsen auf die Bewertungen positiv aus. Von dem Rückgang der Renditen profitieren die Immobilienwerte, die europaweit im Mittel um 2,3 Prozent zulegen. Bei den Ölwerten (-1,6%) belastet der Preisverfall der Ölpreise.

Für Marktstratege Andreas Lipkow von CMC Markets bleibt jedoch ein bitterer Beigeschmack. Die Situation nach dem Krieg sei schlimmer als vor dem Krieg und treffe vornehmlich die unbeteiligten Staaten in Europa und Asien besonders hart. Die Rohölpreise blieben vorerst hoch und es schwebe die Unsicherheit mit, dass es jederzeit zu einer erneuten Eskalation im Nahen Osten kommen könne. Im Tagesverlauf dürften vorerst wieder Makrodaten in den Fokus rücken, es stehen die ADP-Beschäftigtenzahlen, die US-Einzelhandelsumsätze, der ISM-Einkaufsmanagerindex und die PMI-Preise auf der Agenda.

Bei den Einzelwerten büßen Deutsche Euroshop 3,8 Prozent ein. Der Shoppingcenter-Investor hat im vergangenen Jahr in einem herausfordernden Marktumfeld weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahr, seine Prognosen aber erfüllt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet der SDAX-Konzern dank steigender Mieteinnahmen eine leicht positive Entwicklung bei Umsatz und EBIT. Unter dem Strich belasten jedoch höhere Zinsaufwendungen die Ertragskraft.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Euro-Stoxx-50  5.693,64  +2,2   123,91    5.569,73 
Stoxx-50    4.954,01  +2,0   97,86    4.856,15 
DAX      23.153,98  +2,1   473,94    22.680,04 
MDAX      28.846,27  +2,5   695,49    27.039,42 
TecDAX     3.468,90  +1,4   47,30    3.091,28 
SDAX      16.721,86  +1,4   229,32    13.062,07 
CAC       7.961,55  +1,9   144,61    7.816,94 
SMI      12.964,39  +1,5   187,60    12.776,79 
ATX       5.470,98  +2,4   127,73    5.343,25 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 Uhr 
EUR/USD      1,1588  +0,3   0,0036     1,1552     1,1531 
EUR/JPY      183,86  +0,3   0,5000     183,36    183,2200 
EUR/CHF       0,92  -0,4  -0,0033     0,9233     0,9248 
EUR/GBP      0,8726  -0,1  -0,0006     0,8732     0,8725 
USD/JPY      158,7  -0,0  -0,0100     158,71    158,9500 
GBP/USD      1,3278  +0,4   0,0056     1,3222     1,3209 
USD/CNY      6,876  -0,3  -0,0220     6,8980     6,8980 
USD/CNH      6,879  -0,1  -0,0081     6,8871     6,9008 
AUS/USD      0,6937  +0,5   0,0037      0,69     0,6861 
Bitcoin/USD  68.685,37  +0,7   489,82    68.195,55   67.093,52 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     98,08  -3,3   -3,30     101,38 
Brent/ICE     100,76  -3,1   -3,21     103,97 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.724,04  +1,2   54,48    4.669,56 
Silber       74,23  -1,2   -0,88      75,11 
Platin     1.958,86  +0,5   10,07    1.948,79 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 01, 2026 04:18 ET (08:18 GMT)

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