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MÄRKTE EUROPA/Weiter fallende Ölpreis sorgen für Kauflaune bei Aktien

DJ MÄRKTE EUROPA/Weiter fallende Ölpreis sorgen für Kauflaune bei Aktien

DOW JONES--Europas Börsen sind mit von US-Präsident Trump genährten Hoffnungen auf ein bevorstehendes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran fest in den Freitag gestartet. Der DAX legt um 1,6 Prozent auf 24.591 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 1,8 Prozent auf 6.163 Zähler.

Treiber ist der scharfe Rutsch der Ölpreise auf Zweimonatstiefs, nachdem US-Präsident Trump weitere Angriffe auf den Iran abgesagt hat und zudem von einer unmittelbar bevorstehenden Einigung mit dem Iran sprach - allerdings nicht zum ersten Mal. Das Abkommen soll auch ein Ende der Blockade der Straße von Hormus beinhalten. Wie verlässlich die Aussagen sind, ist unklar, der Iran spricht in seinen offiziellen Medien davon, dass es noch keine Einigung gibt.

Der Brent-Ölpreis fällt um weitere 2,5 Prozent und liegt mit nun gut 88 Dollar weit unter den Höchstpreisen seit Ausbruch des Krieges jenseits von 120 Dollar. Das dämpft Inflationssorgen und das wiederum Zinserhöhungssorgen. Entsprechend sinken am Anleihemarkt die Renditen. Im Zehnjahresbereich geht es von 3,03 auf 2,98 Prozent nach unten.

Im Technologiesegment und bei Aktien mit KI-Fantasie sorgt für Rückenwind, dass der Rekordbörsengang von SpaceX planmäßig verlaufen ist. Die Aktien wurden zum Stückpreis von 135 Dollar an den Mann gebracht, womit der Raumfahrt- und KI-Konzern rund 75 Milliarden Dollar einsammelte. Mit Spannung wartet der Markt nun auf die Eröffnungskurse am späteren Tagesverlauf.

Sorgen machen sich Fondsmanager aber über den enormen Kapitalbedarf - nicht nur für den SpaceX-Börsengang. Dazu kämen eine ähnlich große Kapitalerhöhung von Alphabet, sowie die bevorstehenden Mega-Börsengänge von Anthropic und OpenAI. Dafür muss in den Portfolios Platz geschaffen werden, was andere Aktien der Technologiebranche belasten könnte. "Wir erwarten in diesem Zeitraum eine erhöhte Volatilität", so Todd Ahlsten, Chief Investment Officer bei Parnassus Investments.

Zu den größeren Tagessiegern gehören Reise- und Freizeitaktien. Aktien von Fluglinien gewinnen bis zu 5 Prozent, die Touristikaktie Tui steigt noch etwas stärker. Der entsprechende Subindex steigt um 4,5 Prozent. Im MDAX verteuern sich Fraport um 6,7 Prozent. Der Flughafenbetreiber hat Verkehrszahlen für Mai vorgelegt, Sie sind laut der DZ Bank weitgehend wie erwartet ausgefallen. Das Kursplus dürfte - wie bei den Fluglinienaktien- eher den sinkenden Ölpreisen zu verdanken sein.

Einziger Branchenindex im Minus ist der der Energieaktien. Er verliert gut 2 Prozent,

Bei den Einzelwerten geht es im DAX für Siemens Energy um weitere knapp 3 Prozent nach oben. Sie waren am Vortag schon um rund 6 Prozent gestiegen, nachdem es an den Tagen zuvor aber auch zu einem kräftigen Rücksetzer gekommen war. Das Unternehmen hat nun über einen Rekordauftragsbestand von 154 Milliarden Euro berichtet. "Besonders interessant waren dabei die Zahlen zur direkten Verknüpfung mit dem Ausbau von Rechenzentren", sagt ein Händler. Daher profitiere die Aktie jedes Mal automatisch, wenn ein Unternehmen wie beispielsweise Oracle am Mittwoch, weitere Milliardeninvestitionen in den KI-Ausbau stecke. Hintergrund ist der immense Energiebedarf der neuen KI-Datencenter.

Im SDAX steigen Vorwerk um 5,5 Prozent dank eines Großauftrags. Im MDAX fallen Flatexdegiro mit einem Anstieg um 6,8 Prozent aus dem Rahmen. Barclays hat die Aktie des Finanzdienstleisters zum Kauf empfohlen.

INDEX       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  6.162,68  +1,8   105,72    6.056,96    6,4 
Stoxx-50     5.266,95  +1,4   71,57    5.195,38    7,1 
DAX       24.591,33  +1,6   381,62    24.209,71    0,4 
MDAX      32.007,90  +1,8   551,77    27.039,42    4,5 
TecDAX      3.952,23  +0,6   24,48    3.091,28    9,1 
SDAX      18.214,47  +1,0   187,35    13.062,07    6,1 
FTSE      10.407,06  +1,0   103,18    10.303,88    4,8 
CAC       8.336,19  +1,7   135,39    8.200,79    2,3 
SMI       13.670,37  +1,0   140,72    13.529,65    3,0 
ATX       6.213,80  +2,3   141,13    6.072,67    16,7 
 
 
DEVISEN      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:20 
EUR/USD      1,1558  -0,2  -0,0019     1,1577   1,1550 
EUR/JPY      185,36  +0,1   0,1900     185,17  185,3500 
EUR/CHF      0,9217  +0,2   0,0015     0,9202   0,9219 
EUR/GBP      0,8633  +0,1   0,0004     0,8629   0,8623 
USD/JPY      160,34  +0,3   0,4200     159,92  160,4600 
GBP/USD      1,3385  -0,2  -0,0027     1,3412   1,3390 
USD/CNY      6,7633  -0,2  -0,0123     6,7756   6,7757 
USD/CNH      6,7644  +0,0   0,0013     6,7631   6,7786 
AUS/USD      0,7024  -0,3  -0,0024     0,7048   0,7016 
Bitcoin/USD   62.939,33  -0,6  -404,95    63.344,28 62.041,83 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      85,55  -2,5   -2,16      87,71 
Brent/ICE      88,14  -2,5   -2,24      90,38 
 
 
Metalle      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold       4.175,18  -0,9   -38,66    4.213,84 
Silber       65,91  -2,1   -1,44      67,35 
Platin      1.709,91  -0,6   -10,00    1.719,91 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 12, 2026 04:22 ET (08:22 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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