DJ Euroraum-Industrie-PMI sinkt im Juni leicht auf 51,4 Punkte
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe des Euroraums ist im Juni etwas weniger stark als im Vormonat gewachsen. Der von S&P Global für diesen Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex sank in zweiter Veröffentlichung auf 51,4 (Mai: 51,6) Punkte. In erster Veröffentlichung waren 51,2 gemeldet worden. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert der PMI Wachstum. Nach Angaben von S&P Global war die Lage gekennzeichnet durch eine nur geringfügig anziehende Nachfrage und Produktion bei deutlich verlängerten Lieferzeiten und zugleich sinkendem Kostendruck. Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich auf ein Viermonatshoch. Die meisten Rückmeldungen zur aktuellen Umfrage seien vor der Unterzeichnung des "Memoradum of Understanding" zur Einstellung der Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran am 17. Juni eingegangen.
Durch den Rückgriff auf die Lagerbestände gelang es den Branchenakteuren, die operativen Auswirkungen der Lieferkettenstörungen abzumildern. Zwar standen die Kapazitäten der Lieferanten nach wie vor unter Druck, die Lieferzeiten verlängerten sich jedoch nicht mehr ganz so massiv wie in den beiden Vormonaten. Der entsprechende inverse Index notierte jedoch ein weiteres Mal deutlich niedriger als vor Ausbruch des Nahost-Krieges.
Die Industrieunternehmen kamen nicht nur gut mit der aktuellen Auftragslage zurecht, es gelang ihnen auch, die Auftragsbestände zum zweiten Mal hintereinander zu reduzieren - und dies, obwohl sie erneut Einschnitte bei der Beschäftigung vornahmen. Gegenüber Mai schwächte sich der Stellenabbau ab und war insgesamt moderat.
Bemerkenswert waren die Umfrageergebnisse bezüglich der Preisentwicklung. Zwar blieb der Kostenauftrieb stark, er verlangsamte sich jedoch gegenüber den beiden Vormonaten. Zuvor hatte sich der Anstieg der Einkaufspreise seit September vergangenen Jahres kontinuierlich beschleunigt. Die Verkaufspreise wurden mit der niedrigsten Rate seit drei Monaten angehoben. Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich im Juni zwar ein weiteres Mal, sie blieben jedoch knapp unter ihrem historischen Mittelwert. Im April war der Ausblick auf ein 17-Monats-Tief abgesackt.
"Mit dem neuerlichen Anstieg der Industrieproduktion im Juni verstärken sich die Anzeichen, dass die Eurozone-Wirtschaft erfreulich widerstandsfähig ist", kommentierte Chefvolkswirt Chris Williamson die Zahlen. Tatsächlich sei vom stärksten Quartal der Eurozone-Industrieproduktion seit den Auftaktmonaten des Jahres 2022 zu sprechen.
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July 01, 2026 04:46 ET (08:46 GMT)
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