
© Foto: He Junhui auf Unsplash (Symbolbild)
Die Xiaomi-Aktie steckt tief im Keller, bzw. geht seit Monaten bergab in Richtung Keller und die Marke von 2 Euro rückt gefährlich nah. Sollte dieses Niveau reißen, wäre die gesamte Erholung der letzten Jahre mit einem Schlag ausgelöscht. Dabei steht der Konzern operativ gar nicht schlecht da: Autos, Smartphones, KI - Xiaomi mischt überall mit. Genau das macht die Lage so spannend. Denn sollte sich der Wind drehen, ist eine Rückkehr Richtung 4 Euro keineswegs Utopie. Das wäre nicht weniger als eine Verdopplung. Wir schauen uns für Sie an, wie es aktuell steht und was passieren könnte!
Ein Konzern zwischen Wachstum und Kursverfall
Xiaomi hatte und hat immer noch große Pläne. Bis 2030 sollen über 24 Milliarden Euro in Forschung fließen, ein großer Teil davon nach Europa. Auch bei Künstlicher Intelligenz legt der Konzern kräftig nach, das GPU-Budget bei Partner Kingsoft Cloud wurde verdreifacht. Die Autosparte läuft ebenfalls und Xiaomi zählt damit zu den wenigen chinesischen Herstellern, die trotz schrumpfendem Markt Fahrzeuge profitabel absetzen. Nur der Aktienkurs will davon jetzt, bzw. schon seit Wochen nichts wissen. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 40 Prozent, auf 12-Monatssicht sogar fast 60 Prozent. Steigende Speicherchip-Preise drücken zusätzlich auf die Margen im Smartphone-Geschäft. Aber das ist nicht alleine der Grund für den Abwärtstrend.
Autos verkaufen sich, Handys werden teurer
Beim Blick ins Detail zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Im ersten Halbjahr brachte Xiaomi rund 180.000 Fahrzeuge auf die Straße. Das ist mehr als nur ein Achtungserfolg in einem Markt, der seit sechs Monaten schrumpft. Das Jahresziel von 550.000 Autos bleibt trotzdem ambitioniert und dürfte schwer zu erreichen sein. Im zweiten Halbjahr muss deutlich mehr geliefert werden als bisher. Beim Kerngeschäft mit Smartphones sieht es dagegen noch enger aus. Die Preise für Speicherchips sind förmlich explodiert, Konzernchef Lei Jun warnte bereits vor teureren Geräten. Wer ein neues Handy plant, sollte laut ihm eher früher als später zuschlagen. Trotzdem hält Xiaomi an seiner Strategie fest und baut das Filialnetz weltweit weiter aus. Antizyklische Expansion auch in schwierigen Zeiten würden einige dazu sagen. Ob das gut geht, wird nur die Zukunft zeigen.

Charttechnik
Der Blick auf den Chart macht aktuell wenig Mut, bzw. wenig Hoffnung, außer man schaut auf den RSI. Dieser ist überverkauft, aber das schon seit einer geraumen Zeit, in der der Kurs immer weiter nachgegeben hat. Der Abwärtstrend hält seit Monaten an, zuletzt fiel die Aktie bis auf 2,34 Euro. Sie nähert sich der Kursmarke von 2-Euro Stück für Stück an. Vielleicht rutscht sie sogar darunter, was nochmals ein herber Rückschlag wäre. Praktisch der gesamte Anstieg der vergangenen Zeit wäre dann Geschichte und pulverisiert. Zum 200er SMA fehlen aktuell rund ein Drittel, auch der 50er SMA liegt deutlich höher. Auf der anderen Seite: Ein Ausbruch über die Marke bei 3 Euro könnte die Tür Richtung 4 Euro öffnen. Das wäre eine Verdopplung vom Niveau bei 2 Euro, falls es soweit noch runtergehen sollte.
Was tun?
Die letzten Zahlen waren durchwachsen: Umsatz und Gewinn gingen zurück, die operative Marge schmolz spürbar. Gleichzeitig zeigt Xiaomi mit neuen Produkten, dem Ausbau der KI-Sparte und der profitablen Autoproduktion, dass fundamental Substanz vorhanden ist. Charttechnisch bleibt die Lage aber zerbrechlich. Anleger sollten die kommenden Quartalszahlen und die Entwicklung der Chippreise im Auge behalten, bevor sie über einen Einstieg nachdenken. Oder aber gestaffelt um die 2 Euro einsteigen, wenn es bis dahin noch fallen sollte. Von da aus ein Anstieg auf 4 Euro wäre wohl für jedes Depot ein Leckerbissen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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