DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die USA haben die dritte Nacht in Folge Angriffe auf den Iran geflogen. Das U.S. Central Command erklärte, die Angriffe dienten dazu, "den iranischen Streitkräften weiterhin einen hohen Preis abzuverlangen und ihre Fähigkeit zu schwächen, unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine mehrtägige Angriffswelle und eine neue Blockade des iranischen Handels in der Straße von Hormus angekündigt. In einer Radiosendung hatte Trump gesagt, dass die USA den Iran am Montag und Dienstag "sehr hart" treffen würden, "und sie können verdammt noch mal überhaupt nichts dagegen tun". Trump hat auch angekündigt, zukünftig Transportgebühren in Höhe von 20 Prozent auf Cargoschiffe zu erheben, die die Meerenge durchqueren wollen. Trump hatte bereits in der Vergangenheit ähnliche Forderungen gestellt, diese aber dann wieder fallen lassen. Kurz bevor die Angriffe am Montag begannen, kündigte Trump ferner an, dass die USA Pickaxe Mountain angreifen würden, eine befestigte, unterirdische Atomanlage, die seit Beginn des Krieges am 28. Februar noch nicht ins Visier genommen wurde.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 SE/Ericsson - Telefon AB LM Ericsson, Ergebnis 2Q
12:45 US/Bank of America Corp, Ergebnis 2Q
12:45 US/JP Morgan Chase & Co, Ergebnis 2Q
12:45 US/Wells Fargo & Co, Ergebnis 2Q
13:30 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 2Q
14:00 US/Citigroup Inc, Ergebnis 2Q
18:00 DE/Schaeffler AG, Pre-Close-Call 2Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Defama Dt. Familienvers. 0,63 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
14:30 Verbraucherpreise Juni
PROGNOSE: -0,2% gg Vm/+3,8% gg Vj
zuvor: +0,5% gg Vm/+4,2% gg Vj
Verbraucherpreise Kernrate
PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,8% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
14:30 Realeinkommen Juni
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.077,00 -0,5 E-Mini-Future S&P-500 7.563,50 +0,0 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.552,75 +0,3 Topix (Tokio) 4.038,46 +0,8 Hang-Seng (Hongk.) 24.186,55 -0,1 Shanghai-Comp. 3.923,41 +0,3 Montag: INDEX zuletzt +/- % DAX 25.114,25 0,0 DAX-Future 24.940,00 -1,0 MDAX 31.981,81 0,0 TecDAX 3.870,03 0,0 SDAX 18.286,12 0,0 Euro-Stoxx-50 6.271,02 0,0 Stoxx-50 5.370,26 0,0 XDAX 25.011,17 -0,4 Dow-Jones 52.498,64 -0,3 S&P-500 7.515,34 -0,8 Nasdaq Composite 25.873,18 -1,6
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften am Dienstag mit Abschlägen in den Handel starten. Nachdem sich die Märkte am Vortag gegen den sich wieder ausweitenden Iran-Konflikt noch resilient gezeigt hatten, scheint dieser die Börsen nun einzuholen. Sich intensivierende Militärschläge zwischen den USA und dem Iran belasten die Stimmung genauso wie der stark gestiegene Ölpreis. Brent notiert am Morgen bei fast 85 Dollar das Fass, und damit wieder deutlich über den zuletzt erreichten Niveaus von fast 70 Dollar. Die erneut steigenden Energiepreise drohen, die Inflation wieder anzuheißen. Fed-Gouverneur Christopher Waller ist der Ansicht, dass eine Zinserhöhung in Betracht gezogen werden sollte, falls die Inflationsdaten dieser Woche einen andauernd hohen Preisdruck zeigen. Am Nachmittag werden die US-Verbraucherpreise für Juni veröffentlicht. Erwartet wird für die Gesamtlesung ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in der Kernlesung um 2,9 Prozent.
Rückblick: Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich wenig beeindruckt von den jüngsten Scharmützeln zwischen dem Iran und den USA. Nach Einschätzung von Rabobank stufen die Märkte einen neuen Konflikt rund um die Straße von Hormus als beherrschbar ein. Für Energietiel ging es im Windschatten steigender Ölpreise im Schnitt 2,1 Prozent nach oben. BP gewannen 4,6 Prozent oder Totalenergies 3 Prozent. Chipaktien wurden dagegen verkauft. Das Wechselbad der Gefühle mit Blick auf das Thema KI setzte sich fort. Infineon verloren 2,9 Prozent, Suss Microtec 1,1 Prozent, ASML 1,8 Prozent oder STMicrolelectronics 0,7 Prozent. Die Aktien der Fluglinien litten unter dem Anstieg des Ölpreises. IAG und Air France-KLM fielen bis zu 3,3 Prozent, Lufthansa reduzierten sich um 4,1 Prozent, für die Aktien des Reiseveranstalters Tui ging es um 1,1 Prozent nach unten. Hapag-Lloyd schlossen 2,7 Prozent fester. Eine neuerliche Schließung der Straße von Hormus würde die Transport-Frachtraten wieder nach oben treiben. Moeller-Maersk kamen sogar auf ein Plus von 6 Prozent. Für Kühne + Nagel ging es um 2,2 Prozent nach oben. Nur 0,1 Prozent höher schlossen die Aktien von Akzo Nobel, obwohl Nippon Paint ein Angebot von 7,5 Milliarden Euro für das Geschäft mit Dekorativfarben der Niederländer abgeben hatte. "Gemessen an der Volatilität nach den letzten Vorschlägen ist das nicht viel", sagt ein Händler. Das japanische Angebot sei nicht hoch genug, um die Akzo-Aktionäre "vom Hocker zu hauen". Dazu komme, dass die Akzo-Führung weiter einen Zusammenschluss mit Nippon-Konkurrent Axalta bevorzuge. Kräftig nach oben um 17,3 Prozent schossen die Aktien von Docmorris. Die Online-Apotheke wurde von der Deutschen Bank zum Kauf empfohlen, das Kursziel wurde mehr als verdoppelt. Im Sog stiegen Redcare um 7 Prozent.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Gut behauptet - Tagesgewinner im DAX waren Brenntag mit Aufschlägen von 3,6 Prozent, Siemens Healthineers verteuerten sich um 2,8 Prozent. Für das Papier der Deutschen Börse ging es um 3 Prozent nach oben - der Börsenbetreiber dürfte in der kommenden Woche ordentliche Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Mit dem anziehenden Ölpreis ging es für das Lufthansa-Papier um 4,1 Prozent nach unten, die Aktien des Reiseveranstalters Tui büßten 1,1 Prozent ein. Fraport gewannen 1,8 Prozent, hier stützten positive Analystenkommentare. Hapag-Lloyd schlossen 2,7 Prozent fester. Eine neuerliche Schließung der Straße von Hormus würde die Transport-Frachtraten wieder nach oben treiben. Die Aktien von Hellofresh gaben weiter nach und fielen um 1,6 Prozent. Auch wurde ein neues Rekordtief bei 3,63 Euro markiert. "Seit dem Fall durch den breiten Support um 3,90 Euro kommen jetzt auch laufend Verkäufe durch Stop-Loss-Marken", sagte ein Händler. Die jüngste Abstufung durch Kepler auf "Reduce" mit Kursziel 3,50 Euro gebe der Aktie nun den Rest.
XETRA-NACHBÖRSE
Für die Traton-Aktie ging es nachbörslich um 2,4 Prozent nach unten, obwohl die Nutzfahrzeugholding im zweiten Quartal operativ deutlich besser abgeschnitten hat als am Markt erwartet. Aufgrund des üblichen saisonalen Verlaufs, bei dem für die zweite Jahreshälfte ein stärkerer Beitrag erwartet werde, lag der Netto-Cashflow bei Traton Operations mit minus 18 Millionen im zweiten Quartal 2026 nach vorläufigen Zahlen allerdings unter den Markterwartungen von plus 283 Millionen. Drägerwerk (+2%) hat das untere Ende der Prognosespanne für seine operative Marge angehoben. Hapag-Lloyd (+3,7%) hat die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Vossloh (+0,5%) hat die Jahresprognose gesenkt. Wegen der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten werde aus bestehenden Rahmenverträgen in einzelnen Ländern weniger abgerufen, teilte Vossloh mit. Evotec knickten um 19 Prozent ein. Das Unternehmen sieht sein bisheriges Umsatzziel außer Reichweite und stellt sich auf einen operativen Verlust ein.
USA - AKTIEN
Leichter - Auf dem breiten Markt lastete zu Wochenbeginn die neuerliche Eskalation des Iran-Kriegs. US-Streitkräfte haben Ziele im Iran angegriffen, während die iranische Seite Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschoss. Daraufhin zogen die Ölpreise kräftig an, was Inflationssorgen neue Nahrung gab. Technologiewerte wurden zusätzlich belastet von der Sorge, dass die KI-getriebene Rally des Sektors an Schwung verliert. In den Blick rückte allmählich auch die Bilanzsaison zum zweiten Quartal. Am Montag standen noch keine bedeutenden Unternehmenszahlen auf der Agenda. Schon am Dienstag werden jedoch die US-Großbanken Bank of America, JP Morgan, Wells Fargo, Citigroup und Goldman Sachs ihre Quartalsausweise veröffentlichen. Im Wochenverlauf folgen weitere große US-Unternehmen. Die Agenda der Konjunkturdaten war am Montag leer. Am Dienstag werden die Verbraucherpreisdaten für Juni veröffentlicht. Von ihnen erhoffen sich Anleger Aufschluss über die Geldpolitik der US-Notenbank.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,28 +0,07 4,28 4,21 5 Jahre 4,37 +0,06 4,37 4,31 10 Jahre 4,62 +0,05 4,62 4,57
Die steigenden Ölpreise befeuerten Inflations- und Zinserhöhungserwartungen, was wiederum die Renditen am Anleihemarkt deutlicher nach oben trieb. Die Zehnjahresrendite stieg um 5 Basispunkte auf 4,62 Prozent. Im asiatischen Handel am Dienstag geben die Renditen ihre Aufschläge fast vollständig wieder ab, da die Anleger den "sicheren Hafen" der Anleihen suchen, heißt es.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
July 14, 2026 01:32 ET (05:32 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
