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Nach dem starken Monats- und Quartalsauftakt hat sich die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten in der vergangenen Börsenwoche deutlich eingetrübt. Besonders hart traf es die zuvor stark gelaufenen Technologie-, KI- und Halbleiterwerte: Der Nasdaq 100 verlor vom 10. bis zum 17. Juli rund 4,1 Prozent. Der breiter gefasste Nasdaq Composite gab um etwa 2,9 Prozent nach, der S&P 500 büßte rund 1,6 Prozent ein und der Dow Jones verlor etwa 0,9 Prozent. Auch der DAX konnte sich der schwächeren Stimmung nicht entziehen und beendete die Woche mit einem Minus von rund 0,9 Prozent bei 24.831 Punkten. Damit stellt sich zum Start in die neue Handelswoche die entscheidende Frage: Handelt es sich lediglich um eine überfällige Konsolidierung - oder beginnt die große KI-Rallye ernsthaft zu bröckeln?
Bemerkenswert ist, dass selbst starke Nachrichten aus der Halbleiterbranche die Verkäufe nicht stoppen konnten. ASML übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen, erhöhte den Umsatzausblick für 2026 und kündigte zusätzliche Produktionskapazitäten an. TSMC meldete sogar einen Rekordgewinn und einen Anstieg des Quartalsüberschusses um 77 Prozent. Dennoch gerieten zahlreiche Chipwerte unter Druck, weil nach der vorausgegangenen Rallye bereits sehr hohe Wachstumsraten und nahezu perfekte Geschäftszahlen eingepreist waren. Der Philadelphia Semiconductor Index liegt inzwischen mehr als 20 Prozent unter seinem Juni-Hoch. Die Quartalszahlen von Alphabet, Tesla und Intel werden daher in dieser Woche zu einem wichtigen Belastungstest für den gesamten KI- und Technologiesektor.
Neben den hohen Bewertungen sorgt vor allem die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran für Nervosität. Brent-Öl verteuerte sich in der vergangenen Woche um rund 15,9 Prozent und stieg zum Wochenauftakt zeitweise über 90 US-Dollar je Barrel. Angriffe auf Schiffe und die sinkende Zahl der Tankerpassagen durch die Straße von Hormus schüren die Sorge vor länger anhaltenden Lieferproblemen. Damit wird der Ölpreis wieder zu einem zentralen Faktor für Inflation, Anleiherenditen und die Geldpolitik der Notenbanken. Gold bewegt sich gleichzeitig rund um die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar: Die geopolitische Unsicherheit stützt das Edelmetall, während steigende Renditen und die Aussicht auf länger hohe Zinsen belasten. Auch Bitcoin bleibt als Gradmesser für die Risikobereitschaft der Anleger besonders spannend.
Im Mittelpunkt der neuen Handelswoche steht am Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Die EZB wird die Leitzinsen voraussichtlich unverändert lassen. Für die Märkte dürfte jedoch entscheidend sein, wie Christine Lagarde die neuen Inflationsrisiken durch den starken Ölpreisanstieg bewertet und ob sie Hinweise auf einen weiteren Zinsschritt im September gibt. Die US-Notenbank entscheidet erst am 29. Juli über ihre Geldpolitik und befindet sich inzwischen in der üblichen Kommunikationspause vor der Sitzung. Ein neues Fed-Protokoll steht in dieser Woche nicht an - das Protokoll der Juni-Sitzung wurde bereits am 8. Juli veröffentlicht.
Auch der Konjunkturkalender kann wichtige Impulse liefern. Zum Wochenauftakt stehen in den USA der Index der wirtschaftlichen Frühindikatoren und Daten vom Immobilienmarkt im Fokus. Am Dienstag folgt der neue wöchentliche Beschäftigungsindikator von ADP. Am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, bevor am Freitag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor in Deutschland, der Eurozone und den USA anstehen. Ergänzt wird der Freitag durch die US-Neubauverkäufe. Gerade die Kombination aus Arbeitsmarkt-, Stimmungs- und Immobiliendaten dürfte darüber entscheiden, ob die zuletzt gestiegenen Zinserwartungen weiteren Auftrieb erhalten.
Auf Unternehmensseite nimmt die Berichtssaison deutlich Fahrt auf. Am Dienstag veröffentlichen unter anderem 3M, General Motors, Halliburton und Northrop Grumman ihre Quartalszahlen. Der Mittwoch bringt mit Alphabet, Tesla, IBM und AT&T einen ersten großen Höhepunkt der US-Berichtssaison. Bei Alphabet stehen das Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft sowie die hohen Investitionen in Rechenzentren im Mittelpunkt. Tesla muss dagegen zeigen, wie sich Absatzentwicklung, Margen und die milliardenschweren Investitionen in Robotaxis, Künstliche Intelligenz und Robotik auf das Ergebnis auswirken. Auch die Deutsche Börse veröffentlicht am Mittwoch ihre Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr.
Am Donnerstag folgen unter anderem Intel, Comcast und Honeywell. Besonders Intel dürfte für den angeschlagenen Halbleitersektor richtungsweisend werden. In Deutschland richtet sich der Blick außerdem auf SAP, das am 23. Juli seine Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorlegt. Anleger achten vor allem auf die Entwicklung des Cloudgeschäfts, die Nachfrage nach KI-Lösungen und eine mögliche Bestätigung oder Anpassung des Jahresausblicks. Zum Wochenschluss berichten unter anderem American Express und Verizon. Zudem veröffentlicht Volkswagen am Freitag seinen Halbjahresbericht. Hier dürften die Entwicklung in China, die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Kostensenkungen und die Profitabilität der einzelnen Markengruppen im Mittelpunkt stehen.
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