DRESDEN (dpa-AFX) - In Ostdeutschland nutzen deutlich weniger Firmen Künstliche Intelligenz als im bundesweiten Maßstab. Nach einer Analyse des Dresdner Ifo-Instituts setzt inzwischen mehr als die Hälfe der deutschen Unternehmen KI aktiv ein, im Osten dagegen nur knapp zwei Fünftel. Die ostdeutsche Wirtschaft befinde sich damit auf dem Stand, den Westdeutschland vor einem Jahr gehabt habe, hieß es. Gründe für die Entwicklung wurden nicht genannt.
Struktureller Rückstand des Ostens bei Adaption neuer Technologien
"Dieser Rückstand findet sich dabei in allen Wirtschaftsbereichen und in allen ostdeutschen Bundesländern und zeigt, dass die Unternehmen die hiermit verbundenen Chancen zur Produktivitätssteigerung noch nicht ausreichend nutzen", kommentiert Joachim Ragnitz, Co-Autor einer Studie zu diesem Thema. Der strukturelle Rückstand Ostdeutschlands bei der Adoption neuer Technologien zeige sich damit auch bei KI. Es hänge vor allem von kleineren und mittleren Unternehmen ab, ob sich dieser Abstand in Zukunft verringert.
Das Ifo Institut hatte für seine Befragung die Gesamtwirtschaft sowie fünf einzelne Bereiche unter die Lupe genommen: das Verarbeitende Gewerbe, Dienstleistungen, Großhandel, Einzelhandel und Bauhauptgewerbe. Insgesamt sei die KI-Nutzung in der deutschen Gesamtwirtschaft zwischen 2023 und 2026 stark gestiegen - in Ost wie in West. In Deutschland stieg der Anteil der Firmen in diesem Zeitraum von 15,5 Prozent auf 55,9 Prozent, im Osten von 5,8 Prozent auf 38,7 Prozent./jos/DP/nas
