FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Onlinebroker Flatexdegiro hat nach einem starken zweiten Quartal infolge hoher Handelsaktivität seiner Kunden erneut die Gewinnprognose angehoben. Dank der hohen Wachstumsraten, steigender Margen und einer fortgesetzten Fokussierung auf Kostendisziplin rechnet der Vorstand im laufenden Jahr jetzt mit einem Gewinn von 200 bis 230 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte. Das wären 25 bis 43 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. An der Börse ging es für die Aktie am Donnerstag dennoch abwärts.
Am späten Vormittag verlor das Papier rund ein halbes Prozent auf 36,22 Euro und lag damit im Mittelfeld des MDax . Seit dem Jahreswechsel hat es damit 1,6 Prozent eingebüßt. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie mit einem Plus von fast 150 Prozent zu den stärksten Titeln im Index der mittelgroßen Unternehmenswerte gezählt.
Flatexdegiro hatte seine Prognose für den Überschuss erst im Juni auf 200 Millionen Euro nach oben korrigiert. Die Mitte der jetzt nochmals erhöhten Gewinnspanne liegt im Rahmen der durchschnittlichen Analystenerwartung.
An seinem ebenfalls im vergangenen Monaten aufgestockten Umsatzziel hielt der Vorstand nun fest. Demnach soll der Erlös um 16 Prozent auf rund 650 Millionen Euro anziehen. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 26 Prozent auf 166,5 Millionen Euro. Der Nettogewinn legte um 55 Prozent auf rund 61 Millionen Euro zu. Damit übertraf Flatexdegiro die Erwartungen der Experten.
"Zu dieser Entwicklung trugen sowohl höhere Provisionserträge aus dem Brokerage als auch gestiegene Zinserträge bei, die trotz des niedrigeren Marktzinsumfelds angestiegen sind", hieß es in der Mitteilung. Zugleich seien die Betriebskosten trotz des deutlich höheren Umsatzes und der gestiegenen Marketingaufwendungen leicht gesunken.
In den drei Monaten bis Ende Juni legten die Provisionserträge infolge einer höheren Anzahl an abgewickelten Transaktionen sowie höherer durchschnittlicher Einnahmen pro Trade um 29 Prozent auf 107 Millionen Euro zu. "Die Kapitalmärkte waren weiterhin von fortgesetzter Volatilität geprägt, ausgelöst durch geopolitische Konflikte und deren Auswirkungen auf globale Liefer- und Wertschöpfungsketten."
Die Zahl der Transaktionen stieg den Angaben zufolge um gut ein Fünftel auf 21,9 Millionen. Pro Trade lag die Provision bei 4,64 Euro und damit sechs Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Die Zahl der Kundenkonten lag Ende Juni bei 3,66 Millionen, dies war ein Zuwachs von fünf Prozent verglichen mit Ende 2025./zb/stw/tav/mis




