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Ungarn-Affäre und Exportrekord! Bei BYD knallt es gerade in die eine und in die andere Riochtung. Während in Budapest Ermittler die Milliarden-Subventionen für den chinesischen Autobauer durchleuchten, feiert das Unternehmen im Ausland einen Verkaufsboom sondergleichen. Die Aktie hat zuletzt spürbar Fahrt aufgenommen und von knapp über 8 Euro auf über 10 Euro zugelegt. Doch reicht das schon für die Trendwende? Ein Blick auf Zahlen, Chart und die jüngsten Nachrichten zeigt, worauf Anleger jetzt achten sollten.
BYD befindet sich gerade mitten in einem spannenden Spagat. Auf der einen Seite die Ungarn-Geschichte, die nach Skandal riecht! Der frühere Außenminister Péter Szijjártó hat sein Mandat niedergelegt und wechselt zu BYD. Die neue Regierung in Budapest will nun sämtliche Zusagen und Fördergelder für das Werk in Szeged unter die Lupe nehmen. Auf der anderen Seite läuft das internationale Geschäft wie am Schnürchen. Im zweiten Quartal verkaufte BYD im Ausland über 470.000 Fahrzeuge, ein Plus von mehr als 82 Prozent. Das Jahresziel für Exporte wurde gerade erst auf 1,5 Millionen Fahrzeuge angehoben. In Brasilien lief das 100.000. E-Auto vom Band, in Mexiko startete ein neues Hybridmodell. Der Heimatmarkt China dagegen schwächelt weiter deutlich, die Verkäufe dort brachen im ersten Halbjahr um fast 40 Prozent ein.
Auch abseits der großen Schlagzeilen tut sich einiges bei den Chinesen. In Deutschland etwa schoss der Absatz im Juni um über 270 Prozent nach oben, auf gut 6.200 verkaufte Fahrzeuge. Passend dazu kündigte BYD Investitionen von 2 Milliarden Euro in 3.000 neue Schnellladepunkte hierzulande an. Und selbst beim Sport mischt der Konzern jetzt mit. Als offizieller Fahrzeugpartner der Commonwealth Games 2026 in Glasgow stellt BYD eine Flotte von 90 Fahrzeugen bereit.
Kleinere Baustellen gibt es trotzdem, etwa gemeldete Qualitätsmängel bei einzelnen Modellen und mittlerweile mehr als 10.000 Fahrzeuge, die in Europa derzeit auf ihre Auslieferung warten. Dazu kommt die Unsicherheit rund um mögliche höhere EU-Ausgleichszölle, die bis zu 27,5 Prozent betragen könnten. Das Gesamtbild bleibt also durchwachsen sprich recht neutral: positive Wachstumsstory auf der einen, politische und regulatorische Hindernisse auf der anderen Seite.

Charttechnik
Charttechnisch hat sich zuletzt einiges getan. Der Kurs kam von seinem Jahrestief bei rund 8 Euro und kletterte auf über 10 Euro. Damit wurde der 50er SMA bereits überwunden, ein erster wichtiger Schritt, denn somit ist der mittelfristige Trend aktuell nach oben gerichtet. Jetzt kommt die nächste Hürde: die Marke von 10,70 Euro. Knapp darunter verläuft auch der 200er SMA bei 10,64 Euro. Gelingt der Ausbruch darüber, wäre der Weg Richtung 12 bis 13 Euro frei und auch der langfristige Trend würde dann wieder nach oben zeigen. Scheitert der Versuch, droht der Rebound schnell wieder ins Stocken zu geraten. Es könnte nochmals sogar zu einem Re-Test der 8 Euro kommen.
Was tun?
Fundamental steht BYD solide da. Die Exportzahlen laufen weiter blendend, das gleicht die China-Schwäche bislang aus. Die Ungarn-Affäre und drohende EU-Zölle bleiben aber Risikofaktoren, die den Kurs belasten können. Wer noch nicht investiert ist, kann auf den möglichen Ausbruch über 10,70 Euro warten. Dann Stopp z. B. knapp unter 10 Euro setzen und mit Kursziel 13 den Trade laufen lassen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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