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MÄRKTE USA/Wall Street steigt mit fallenden Ölpreisen

DJ MÄRKTE USA/Wall Street steigt mit fallenden Ölpreisen

DOW JONES--Nach den herben Vortagesverlusten erholt sich die Wall Street am Freitag etwas. Für leichte Entspannung sorgt der etwas fallende Ölpreis, die europäische Erdölsorte Brent kostet wieder deutlich unter 100 US-Dollar. Diese Marke war am Vortag übersprungen worden. Mit sinkenden Ölpreisen kommen auch die Anleiherenditen zurück. Die aktuellen Inflationssorgen sind eng mit der Ölpreisentwicklung verknüpft. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit steigt der Dow-Jones-Index um 0,8 Prozent auf 52.106 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gewinnen 0,7 bzw. 0,2 Prozent.

Händler sprechen trotz der Erholung eher von einer Stabilisierung der US-Börsen auf wackeligen Beinen. Denn Anleger wappnen sich für eine mögliche Eskalation des Iran-Krieges, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne massiver Angriffe angekündigt hat, die "größer als je zuvor" ausfallen könnten. Die Stimmung an der Börse sei besser als die geopolitische Lage, heißt es. "Die beiden großen Themen an den Finanzmärkten in diesem Jahr, nämlich Iran und KI, haben sich in eine negative Richtung entwickelt (...)", sagt Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank.

Wenig Impulse - gerade im Hinblick auf die Inflationserwartungen des Marktes - liefern die Einkaufsmanagerindizes Juli. Denn der Index zum Dienstleistungssektor ist besser als gedacht ausgefallen, der zum verarbeitenden Gewerbe aber einen Tick schwächer. Da beide Indizes aber klar im Expansion anzeigenden Bereich liegen, stünden die Daten Zinserhöhungen zumindest nicht im Wege.

Nach den Enttäuschungen von Alphabet und Tesla am Vortag setzt Intel ein positives Ausrufezeichen im Technologiesektor. Der Halbleiterkonzern liefert einen ermutigenden Ausblick auf das KI-Geschäft und meldete Geschäftszahlen zum zweiten Quartal weit oberhalb der Markterwartungen. Auch die Erlösprognose auf das laufende Quartal übertraf die Konsensschätzungen. Allerdings rechnet Intel nun auch mit höheren Investitionen für 2026 als bisher veranschlagt. Der Intel-Kurs verliert 5 Prozent.

Oracle drehen 1,4 Prozent ins Minus. Das Cloud-Computing- und Software-Unternehmen hat einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für 7 Milliarden Dollar erhalten, die Schlagzeile stützte zunächst. American Express fallen um 5 Prozent, obwohl das Kreditkartenunternehmen im zweiten Quartal mehr verdient hat als erwartet. Allerdings verfehlten die Einnahmen die Markterwartungen.

Verizon Communications hat gesunkene Quartalsgewinne und -Umsätze vermeldet, die Erlöse verfehlten zudem die Marktschätzungen. Honoriert wird von Anlegern allerdings die Entwicklung mit neuen Vertragskunden, die die Erwartungen der Wall Street übertroffen hat. Der Kurs des Mobilfunkanbieters rückt um 3,1 Prozent vor. NextEra Energy hat im zweiten Quartal dank gestiegener Umsätze und gesunkener Kosten einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnet, der Erlöse verfehlten jedoch die Marktprognosen - der Kurs gibt 0,3 Prozent nach.

Nach der jüngsten Ölpreisrally infolge der Eskalation im Iran-Krieg kommen die Preise leicht zurück. Brentöl ist mit 96,30 Dollar 4,4 Prozent günstiger zu haben als am Vortag. Trotz neuer Angriffe auf Tanker im Roten Meer und in der Straße von Hormus scheinen die erneuten Kämpfe die Bemühungen der Parteien widerzuspiegeln, ihre Verhandlungspositionen vor einer weiteren Verhandlungsrunde zu stärken, wie Analyst Norbert Rücker von Julius Bär erläutert. "Keine der beteiligten Konfliktparteien hat ein Interesse daran, dass die Situation außer Kontrolle gerät", so Rücker.

Am Anleihemarkt sinken die Renditen nach ihrem jüngsten Höhenflug. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ermäßigt sich um 4 Ticks auf 4,66 Prozent, nachdem sie am Vortag den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht hatte. Nachgebende Ölpreise mildern Inflations- und damit Zinserhöhungssorgen. Geopolitische Risiken dürften in nächster Zeit nicht schwinden, was die Energiemärkte angespannt und die Inflationsrisiken hoch halte, warnt Analystin Daniela Hathorn von Capital.com allerdings. Der Dollar-Index verharrt nach seinem jüngsten Zweimonatshoch auf dem erhöhten Niveau. Gold verteuert sich um 0,7 Prozent dank reduzierter Inflationssorgen wegen sinkender Ölpreise.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA          52.105,99  +0,8  +394,34    51.711,65 
S&P-500         7.457,94  +0,7   +49,64    7.408,30 
NASDAQ Comp      25.199,10  +0,2   +61,41    25.137,69 
NASDAQ 100       28.432,30  -0,1   -22,51    28.454,81 
 
US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,31 -0,05    4,37      4,31 
5 Jahre           4,41 -0,05    4,47      4,40 
10 Jahre          4,66 -0,04    4,71      4,65 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:20 
EUR/USD          1,1383  +0,1   0,0007     1,1376   1,1371 
EUR/JPY          186,37  -0,0  -0,0200     186,39  186,3500 
EUR/CHF          0,9294  +0,0   0,0003     0,9291   0,9289 
EUR/GBP          0,853  -0,2  -0,0013     0,8543   0,8540 
USD/JPY          163,72  -0,1  -0,1300     163,85  163,8600 
GBP/USD          1,3341  +0,2   0,0028     1,3313   1,3311 
USD/CNY          6,7719  +0,0   0,0018     6,7701   6,7701 
USD/CNH          6,7706  -0,1  -0,0070     6,7776   6,7758 
AUS/USD          0,6993  +0,4   0,0026     0,6967   0,6973 
Bitcoin/USD      64.110,36  -1,5 -1.000,01    65.110,37 64.821,09 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         88,49  -4,0   -3,70      92,19 
Brent/ICE          96,3  -4,4   -4,39     100,69 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.076,02  +0,7   28,87    4.047,15 
Silber           58,83  +2,0    1,16      57,68 
Platin         1.599,11  -0,1   -1,14    1.600,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/mgo

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July 24, 2026 12:36 ET (16:36 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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