DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal trotz eines herausfordernden Marktumfelds in China die Erwartungen bei der Profitabilität seiner Kernsparte und auch bei Vans übertroffen. Während der Konzernumsatz im Jahresvergleich sank, verzeichnete der Stuttgarter Automobilhersteller auf Konzernebene einen deutlichen Anstieg des Gewinns. Für das Gesamtjahr bekräftigte Mercedes-Benz auf Konzernebene die Erwartungen.
Im abgelaufenen zweiten Quartal schrumpfte der Konzernumsatz laut Mitteilung auf 32,06 Milliarden Euro (Vorjahr: 33,15 Milliarden Euro). Das EBIT kletterte dagegen auf 1,55 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,27 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis stieg auf 1,09 Milliarden Euro von 957 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Im wichtigsten Geschäftsfeld, Mercedes-Benz Cars, fiel das bereinigte EBIT zwar von 1,23 Milliarden auf 909 Millionen Euro, die bereinigte Umsatzrendite (RoS) übertraf mit 4,0 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent) jedoch die Analystenprognose von 3,5 Prozent. Die Transporter-Sparte (Vans) erzielte bei einem Umsatz von 4,46 Milliarden Euro (+5 Prozent) eine bereinigte Umsatzrendite von 10,2 Prozent, was ebenfalls über den Schätzungen von 9,4 Prozent lag.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
Weitere Termine:
07:20 FR/Air Liquide SA, Ergebnis 1H
07:30 FR/Orange SA, Ergebnis 1H
08:00 GB/Barclays plc, Ergebnis 2Q
08:00 GB/GSK plc, Ergebnis und Strategie-Update 2Q
08:00 GB/Unilever plc, Ergebnis 2Q
12:00 US/Sherwin-Williams Co, Ergebnis 2Q
12:00 US/United Parcel Service Inc (UPS), Ergebnis 2Q
13:00 US/Coca-Cola Co, Ergebnis 2Q
13:15 US/Paypal Holdings Inc, Ergebnis 2Q
13:30 US/Boeing Co, Ergebnis 2Q
17:45 FR/Kering SA, Ergebnis 1H
18:00 FR/Essilorluxottica SA, Ergebnis 1H
22:00 CH/Logitech International SA, Ergebnis 1Q
22:05 US/Visa Inc, Ergebnis 3Q
22:10 US/Ford Motor Co, Ergebnis 2Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
-FR
08:45 Verbrauchervertrauen Juli
PROGNOSE: 85
zuvor: 84
-US
16:00 Index des Verbrauchervertrauens Juli
PROGNOSE: 92,0
zuvor: 91,2
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.510,00 -0,0 E-Mini-Future S&P-500 7.420,75 -0,4 E-Mini-Future Nasdaq-100 27.895,00 -1,1 Topix (Tokio) 3.957,63 -2,7 Hang-Seng (Hongk.) 25.204,70 -0,0 Shanghai-Comp. 3.813,81 -1,2 Montag: INDEX zuletzt +/- % DAX 25.361,03 +1,0 DAX-Future 25.501,00 +1,3 MDAX 32.106,50 +0,4 TecDAX 3.808,76 +1,0 SDAX 18.276,38 +0,3 Euro-Stoxx-50 6.282,21 +0,0 Stoxx-50 5.420,84 -0,2 XDAX 25.493,40 +0,5 Dow-Jones 52.210,08 +0,5 S&P-500 7.413,18 +0,0 Nasdaq Composite 24.932,08 -0,2
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit einem ruhigen Start an Europas Börsen rechnen Händler am Dienstag. Der globale Kursabsturz der KI-Aktien hat das Öl als Problemthema abgelöst. In Europa wird KI zwar diskutiert, betrifft aber nur wenige Spezialwerte. Klar im Fokus steht die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Unter anderem stehen Zahlen von Schwergewichten aus allen Branchen an wie Mercedes-Benz, Unilever, Kering, GSK, Barclays, Safran und viele andere. Dies dürfte für viele Alleingänge bei den Kursbewegungen in beide Richtungen sorgen, heißt es im Handel. Die Bedeutung von Index-Ausschlägen werde daher geringer sein. Dies zeigen die DAX-Terminkontrakte, die am Morgen nur 30 Punkte höher notieren. Als gesamte Branche unter Druck gesehen werden nur die KI-abhängigen Technologiewerte. Hier traf sich am Vortag die schon immer vorhandene Skepsis über Zirkelgeschäfte mit aktuellen Belastungsfaktoren. Zur Zurückhaltung dürfte auch das am späten Mittwoch anstehende Ergebnis der US-Notenbanksitzung beitragen. Eine Zinserhöhung wird zwar noch nicht erwartet, könnte aber durch falkenhafte Äußerungen schon angedeutet werden.
Rückblick: Wenig verändert - Gestützt wurde die Stimmung durch eine Pause im USA-Iran-Konflikt. Dies ließ die Ölpreise kräftig zurückfallen. Für die Sorte Brent ging es von rund 100 Dollar in der Vorwoche knapp unter die Marke von 90 Dollar zurück. Die Märkte reagierten daraufhin mit einem Anstieg der Risikobereitschaft. Der Euro-Stoxx-50 gab seine zwischenzeitlichen Gewinne aber wieder vollständig ab. Hier bremsten schwache Energie- und Technologiewerte. Aktien der Fluglinien legten europaweit zu, bei Lufthansa ging es um 1,9 Prozent nach oben, Air-France-KLM stiegen um 1,3 Prozent. Dagegen fielen BP und Eni um bis zu 2,6 Prozent. Der europäische Energie-Sektor verlor 2,1 Prozent, der Öl-Sektor büßte 2 Prozent ein. Daneben stehen mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank zur Wochenmitte und wichtigen Ergebnissen von US-Technologie-Konzernen weitere wichtige Termine im Wochenverlauf an. Der europäische Technologie-Sektor verlor 3,2 Prozent. Händler sprachen von einer Rotation von KI hin zu mehr Consumer-Elektronik und alter Softwaretechnik. Im DAX verloren Infineon 4,5 Prozent. ASML (-8,4%) und BE Semiconductor (-9,7%) standen noch deutlicher unter Druck. Bei Vodafone (+4,8%) wurde die erhöhte Prognose für das Geschäftsjahr 2027 begrüßt. Astrazeneca (+1,7%) meldete für das zweite Quartal einen höheren Umsatz, der auf das Wachstum im Onkologie-Geschäft zurückzuführen war. Der Konzern bekräftigte zudem sein Umsatzziel für 2030, nachdem eine klinische Studie Anfang des Monats gescheitert war.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Fester - Bei SAP ging die Rally der Vorwoche mit einem Plus von 7,9 Prozent weiter. Der Softwarekonzern hatte die Anleger mit starken Umsatzzahlen und der Widerstandsfähigkeit seines Cloud-Geschäfts überrascht. Auch andere Cloud-Anbieter wie Ionos legten um 5,6 Prozent zu. Dagegen verloren Infineon 4,5 Prozent. Hochtief schlossen 3 Prozent tiefer. Das Unternehmen hatte zwar seine Prognose für das Jahr 2026 angehoben. Da jedoch ein Großteil aus dem Bereich Daten-Center und damit aus dem KI-Bereich stammt, wurde der Kurs davon thematisch mit nach unten gezogen. Im DAX gesucht waren Zalando mit einem Kursaufschlag von 4,1 Prozent und Scout24, die um 4,8 Prozent zulegten. Bei den Versorgern Eon (-2,5%) und RWE (-2,6%) ging es dagegen wegen der Schwäche der europäischen Energieaktien nach unten. Die Aktien der Porsche AG gewannen 0,1 Prozent. Porsche senkt Personalkosten, verlängert die Standortgarantie für Zuffenhausen und Weissach und baut bis 2035 weitere 5.000 Stellen ab.
USA - AKTIEN
Uneinheitlich - Die Feuerpause im Iran-Krieg und in der Folge fallende Ölpreise haben die Wall Street am Montag nur kurzzeitig angetrieben. Im Verlauf gaben die Indizes mehrheitlich ihre Gewinne wieder ab. Besonders schwach zeigten sich die Technologiewerte. Marktteilnehmer sprachen zudem von einer erhöhten Zurückhaltung, denn im Wochenverlauf stehen mit einer Reihe wichtiger US-Unternehmenszahlen aus dem Tech-Sektor und dem Ergebnis der US-Notenbanksitzung am Mittwoch wichtige Termine auf der Agenda. Die Nvidia-Aktie fiel um 5 Prozent. Der Konzern führt derzeit Gespräche mit OpenAI über die Bereitstellung einer Absicherung in Höhe von rund 250 Milliarden US-Dollar für den ChatGPT-Entwickler im Rahmen eines gigantischen Rechenzentrumsprojekts. Die Garantien von Nvidia sollen OpenAI dabei helfen, ein Projekt mit einer Kapazität von 10 Gigawatt zu pachten, das Softbank im Süden von Ohio entwickelt, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Insgesamt könnte das Projekt mehr als 500 Milliarden US-Dollar kosten, einschließlich der Chips, die in den Rechenzentren zum Einsatz kommen würden. Bei Intel und Advanced Micro Devices (AMD) ging es um 0,7 bzw. 5,2 Prozent nach unten. Umgekehrt legten Apple (+1,2%) und Microsoft (+1,9%) zu, obwohl ihre Geschäftszahlen im Wochenverlauf anstehen. Mit den fallenden Ölpreisen ging es für die Aktien von Fluggesellschaften nach oben. So stiegen United Airlines um 1,9 Prozent und American Airlines um 3,3 Prozent. Dagegen reduzierten sich die Aktien von ExxonMobil und Chevron um 1,4 bzw. 2,5 Prozent.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,32 -0,01 4,34 4,29 5 Jahre 4,40 -0,03 4,42 4,37 10 Jahre 4,64 -0,04 4,66 4,63
Für die Renditen am US-Anleihemarkt ging es leicht nach unten, im Zehnjahresbereich um 4 Basispunkte auf 4,64 Prozent. Hier wurde ebenfalls mit Spannung auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank geschaut. Es wird mehrheitlich mit einer Bestätigung des Zinsniveaus gerechnet.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:42 EUR/USD 1,1364 -0,0 -0,0003 1,1367 1,1374 EUR/JPY 186,07 -0,0 -0,0600 186,1300 186,1900 EUR/CHF 0,9308 -0,0 -0,0003 0,9311 0,9311 EUR/GBP 0,855 -0,1 -0,0004 0,8554 0,8548 USD/JPY 163,72 -0,0 -0,0200 163,7400 163,6700 GBP/USD 1,3288 +0,0 0,0001 1,3287 1,3301 USD/CNY 6,7677 +0,0 0,0020 6,7657 6,7657 USD/CNH 6,768 +0,0 0,0028 6,7652 6,7648 AUS/USD 0,6965 -0,3 -0,0024 0,6989 0,6989 Bitcoin/USD 63.481,19 -2,2 -1.435,41 64.916,60 64.511,74
Der Dollar erholte sich von zwischenzeitlichen leichten Abgaben und zeigte sich kaum verändert. "Die offensichtliche Deeskalation hat die Ölpreise gedrückt und die Inflationssorgen gedämpft", sagte Jonathan Squires von Tapaas. "Ein anhaltender Rückgang der Rohölpreise könnte den Inflationsdruck weiter lindern und die geldpolitischen Erwartungen dämpfen."
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.042,42 -0,8 -32,74 4.075,16 Silber 56,98 -2,4 -1,42 58,41 Platin 1.603,55 -1,1 -17,70 1.621,25
Der Goldpreis stieg, nachdem die USA ihre Militärschläge gegen den Iran ausgesetzt haben. Die Feinunze erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 4.082 Dollar. "Die nachlassenden geopolitischen Spannungen haben die Inflationssorgen verringert und könnten den Druck auf die Fed reduzieren, ihre Geldpolitik weiter zu straffen, was dem Gold vor der mit Spannung erwarteten Fed-Sitzung kurzfristig Unterstützung bietet", meinte Soojin Kim, Analystin bei MUFG.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 81,61 -1,2 -1,00 82,61 Brent/ICE 87,19 -1,3 -1,17 88,36
Mit der Feuerpause im Iran-Krieg ging es für die Ölpreise deutlich abwärts. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fiel um 8,7 Prozent auf 88,36 Dollar. "Die Preisbewegung bei Öl spiegelt die verzweifelte Suche des Marktes nach positiven Nachrichten wider", so die ING-Analysten. Brent war vergangene Woche über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen, nachdem der Konflikt auf das Rote Meer übergegriffen hatte. Jeder neue Militärschlag könnte den Ölpreis aber wieder über das Niveau von 100 Dollar springen lassen, warnten jedoch Teilnehmer.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
IRAN-KRIEG
Vertreter des Iran und des Oman haben am Wochenende und am Montag über eine Vereinbarung für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus verhandelt. Ein US-Regierungsvertreter und Vermittler sagten, dass der Iran und der Oman in einigen Fragen noch weit auseinanderlägen, einschließlich der Frage, ob Transitgebühren erhoben werden sollen. Beide Seiten sprachen jedoch von Fortschritten.
HYPOPORT
Der Rohertrag stieg im zweiten Quartal auf Basis vorläufiger Zahlen auf 67 Millionen Euro von 64 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT sank auf 7,3 von 7,4 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr stieg der Ertrag auf 138 Millionen von 130 Millionen, das EBIT kletterte auf 19,3 von 16,0 Millionen Euro.
TEAMVIEWER
Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 4 Prozent auf 183 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 6 Prozent auf 70,6 Millionen Euro zurück. Die entsprechende bereinigte EBTIDA-Marge sank um einen Prozentpunkt auf 43 Prozent. Analysten hatten im Konsens von Visible Alpha lediglich mit einer Marge von gut 41 Prozent gerechnet. Unter dem Strich verdiente Teamviewer mit 30,1 Millionen Euro ein Drittel mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,19 Euro. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Softwareunternehmen und setzt weiterhin auf eine Beschleunigung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte.
LVMH
Der Eigentümer von Louis Vuitton und Dior erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 19,52 Milliarden Euro. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und steht einem Anstieg von 1 Prozent in den ersten drei Monaten gegenüber. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen von 19,45 Milliarden Euro laut einer von Visible Alpha zusammengestellten Konsensschätzung.
MICHELIN
Der Nettogewinn sank im ersten Halbjahr 2026 auf 766 Millionen Euro von 840 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel auf 12,69 Milliarden Euro von 13,03 Milliarden Euro. Laut den vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Konsensschätzungen hatten Analysten mit einem Nettogewinn von 845 Millionen Euro und einem Umsatz von 12,78 Milliarden Euro gerechnet.
PHILIPS
Der niederländische Medizintechnikkonzern wies für das zweite Quartal einen Konzernumsatz von 4,4 Milliarden Euro aus, was einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 4 Prozent entspricht. Von Factset befragte Analysten hatten mit 4,31 Milliarden EUR gerechnet. Das Betriebsergebnis belief sich auf 609 Millionen EUR. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um rund 16 Prozent.
SAFRAN
Für das erste Halbjahr meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,75 Milliarden Euro, nach 5,045 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, als die Ergebnisse von einem hohen Währungsgewinn profitierten. Der Umsatz kletterte von 14,865 Milliarden Euro auf 17,245 Milliarden Euro. Der bereinigte Umsatz stieg um 19 Prozent auf 17,57 Milliarden Euro, während der wiederkehrende Betriebsgewinn um 29 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro zulegte. Diese Zahlen stehen im Vergleich zu den Schätzungen von Analysten, die laut einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens bei 17,47 Milliarden Euro bzw. 3,06 Milliarden Euro gelegen hatten.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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July 28, 2026 01:35 ET (05:35 GMT)
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