NEUTRAUBLING (dpa-AFX) - Nach einem schwächeren Jahresstart hat sich Krones im zweiten Quartal erfolgreich gegen ein zunehmend schwieriges Wirtschaftsumfeld gestemmt. Auch trotz anhaltendem Gegenwind von der Währungsseite verzeichnete der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen mehr Umsatz und steigende Ergebnisse. Die Investitionsbereitschaft der Kunden sei weiterhin robust, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neutraubling mit. Der erst seit Juni amtierende neue Krones-Chef Thomas Ricker hält deshalb an den Jahreszielen seines Vorgängers Christoph Klenk fest. An der Börse kam die Quartalsbilanz gut an.
Die im MDax notierte Aktie notierte am späten Vormittag um zuletzt 4,5 Prozent höher und setzte damit die Kurserholung seit Mitte Juli fort - seitdem hat das Papier bereits mehr als 12 Prozent gewonnen. Seit dem Jahresbeginn steht hingegen immer noch ein Minus von 12 Prozent zu Buche.
Jefferies-Analyst Constantin Hesse sprach von einem guten Zahlenwerk. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei besser ausgefallen als gedacht, und der Auftragseingang habe um 5 Prozent über den Markterwartungen gelegen. Allerdings kritisierte er die nachlassende Wachstumsdynamik bei den Bestellungen.
"Die allgemeinen Kostensteigerungen beeinflussen die Geschäfte und das kurzfristige Investitionsverhalten von Teilen unserer weltweiten Kunden", umschrieb Krones-Lenker Ricker die Lage in einem Brief an die Aktionäre. Bislang habe sich das aber nicht erheblich auf den Auftragseingang ausgewirkt. "Und wir rechnen aus heutiger Sicht auch im zweiten Halbjahr mit einer positiven Entwicklung." Der Auftragsbestand von 4,3 Milliarden Euro Ende Juni gewährleiste weitestgehend die Auslastung der Produktionskapazitäten für das Gesamtjahr 2026, hieß es weiter.
Gleichwohl verwies der Konzern erneut auf Risiken wie etwa den Konflikt im Nahen Osten und die globale Zollpolitik. Auch etwaige Materialengpässe und Probleme in den weltweiten Lieferketten sowie stark schwankende Rohstoffpreise blieben Unsicherheitsfaktoren.
Im zweiten Quartal zog der Maschinenbauer nach eigenen Angaben neue Bestellungen im Wert von 1,34 Milliarden Euro an Land, ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorquartal hatte der Zuwachs bei den Aufträgen allerdings noch etwas höher gelegen.
Bei der Umsatzentwicklung legte Krones hingegen an Tempo zu. Nachdem der Erlös zum Jahresstart noch rückläufig gewesen war, zog er nun in den drei Monaten bis Ende Juni um 1,5 Prozent auf knapp 1,34 Milliarden Euro an. Währungsbereinigt lag das Plus bei 2,1 Prozent - womit der Konzern seinem bestätigten Jahresziel von 3 bis 5 Prozent Zuwachs abseits der Wechselkurse aber noch hinterherhinkt.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im Quartal um gut 3 Prozent auf 143,9 Millionen Euro. Hier profitierten die Bayern vor allem von Effizienz- und Spaßmaßnahmen. Die entsprechende operative Marge verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 70,5 Millionen Euro, nach 69,7 Millionen ein Jahr zuvor.
Für 2026 geht Krones weiterhin davon aus, seine Ertragskraft auch dank "kontinuierlicher Kostenoptimierungen" verbessern zu können. So steht als operative Marge ein Wert von 10,7 bis 11,1 Prozent im Plan, nach 10,6 Prozent im Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr und im zweiten Quartal hatte die Profitabilität mit jeweils 10,8 Prozent bereits im Zielkorridor gelegen./tav/err/jha/




