DJ DIW: Konjunkturbarometer setzt Achterbahnfahrt im Juli fort
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im Juli auf 91,3 Punkte gefallen. Damit markiert der Indikator den niedrigsten Stand seit Herbst 2025 und entfernt sich weiter von der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Das Barometer setzt damit seine schwankende Entwicklung fort: Seit Februar stieg und fiel der Wert im monatlichen Wechsel. "Die geopolitischen Unsicherheiten, vor allem bezüglich des Iran-Kriegs, spiegeln sich in der Achterbahnfahrt des DIW-Konjunkturbarometers wider", sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.
Die geopolitische Lage bleibt angespannt, insbesondere durch den schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und den USA sowie eine unübersichtliche Situation in der Straße von Hormus. Die nach wie vor erhöhten Energiepreise belasten die Kaufkraft der privaten Haushalte und verunsichern die Unternehmen. Hinzu kommen eine schwache Weltwirtschaft, Sorgen um ein Abflauen des KI-Booms sowie Unsicherheiten bezüglich der konkreten Umsetzung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität. Kurzfristig erhöhen zudem niedrige Pegelstände des Rheins infolge des Hitzesommers die Frachtkosten.
Die deutsche Industrie bleibt ein zentraler Belastungsfaktor. Der strukturell geschwächte Sektor leidet unter der wiederholten Eskalation des Iran-Kriegs. Produktionszahlen und Auftragseingänge - abseits des Verteidigungssektors - zeigen kaum Belebung, auch wenn sich die Geschäftserwartungen laut Umfragen zuletzt leicht aufhellten. DIW-Expertin Laura Pagenhardt warnte vor anhaltender Zurückhaltung: "In einem Umfeld, in dem sich die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen jederzeit ändern können, bleiben die deutschen Unternehmen mit Investitionen und Produktionsausweitungen weiterhin zurückhaltend. Für einen nachhaltigen Aufschwung braucht es vor allem mehr Planungssicherheit."
Auch im Dienstleistungssektor bleibt die Stimmung verhalten. Die hohe Inflation und gestiegene Kraftstoffpreise dämpfen die Kauflaune, während am Arbeitsmarkt trotz eines leichten Rückgangs der Arbeitslosigkeit durch sinkende Erwerbstätigkeit kaum Erholung in Sicht ist.
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July 29, 2026 07:06 ET (11:06 GMT)
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