DJ MÄRKTE EUROPA/Gute Berichtssaison stützt - Warten auf Warsh-Aussagen
DOW JONES--Keine klare Richtung zeigt sich am Mittwochmittag an den europäischen Aktienmärkten. Der DAX legt um 0,2 Prozent zu auf 25.510 Punkte zu. Der Index profitiert dabei unter anderem vom Plus des Index-Schwergewichts Rheinmetall, dessen Aktie nach guten Zahlen 4,1 Prozent gewinnen. Dagegen fällt der Euro-Stoxx-50 um 0,4 Prozent auf 6.267 Punkte. Zum einen brummt die Berichtssaison. Zum anderen hat der Ausverkauf in den Chipwerten in Asien mit SK Hynik sein nächstes Opfer gefunden.
Derweil gibt es erneute Angriffe der USA und des Iran. Der Preis für die Ölsorte Brent springt in der Folge um 4,9 Prozent auf 88,21 Euro in die Höhe. Die Anleihen kommen leicht zurück - steigende Zinsen sorgen allgemein für Gegenwind bei Aktien. Und am Abend wird dann noch auf die Aussagen des neuen US-Notenbankpräsidenten Kevin Warsh geschaut und die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Dass das Minus an den Aktienmärkten nicht größer ausfällt liegt allenfalls darin begründet, dass die Berichtssaison stützt, heißt es.
Wegweisend für die kommenden Tage die Zinsentscheidung der US-Notenbank sein. Die Mehrheit des Marktes rechnet mit unveränderten Sätzen. Wie es dann weitergeht, bleibt ungewiss. Denn der neue Fed-Vorsitzende will keine vorausschauenden Aussagen abgeben. Dies schafft Raum für Diskussionen und könnte für erhöhte eine Volatilität sorgen. Währungsexperte Lloyd Chan von der MUFG Bank meint dazu: "Unser Basisszenario ist ein restriktiver Kurs, wobei die Fed die Zinsen wahrscheinlich unverändert lässt und betont, dass die Inflationsrisiken hoch bleiben."
Bei den Einzelwerten hat Rheinmetall Umsatz und operativen Gewinn im zweiten Quartal mit dem Rüstungsboom im Rücken deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis legte den aktuellen Angaben zufolge auf 562 Millionen Euro zu und übertraf damit die mittlere Analystenschätzung deutlich. Vor einem Jahr waren es 276 Millionen operativer Gewinn. RWE liegen nach guten Zahlen 2,6 Prozent höher, die Analystenerwartungen konnten überboten werden. Zudem wurden die Ergebnisprognosen für 2026 und 2027 angehoben.
Gute Zahlen hat die Deutsche Bank (+4,3%) abgeliefert. Besonders gut habe die Sparte Investmentbanking abgeschnitten mit einem Ertragsanstieg um 19 Prozent, so die Analysten der DZ Bank. Treiber seien die Erträge aus dem Investmentbanking mit einem Anstieg um 36 Prozent gewesen, während die Erträge im Anleihehandel um 16 Prozent gestiegen seien.
Für die Aktie der UBS geht es um 2,5 Prozent nach oben. Das besser als erwartet ausgefallene bereinigte Ergebnis für das zweite Quartal ist hauptsächlich auf die überdurchschnittliche Entwicklung des Aktienhandelsgeschäfts in ihrer Investmentbank zurückzuführen, sagt Andreas Venditti von Vontobel.
Für Kering geht es nach Zahlen um 14,6 Prozent nach oben, während Hermes 10,5 Prozent tiefer handeln. Bei Kering zeichnet sich der langersehnte Turnaround bei der Tochter Gucci ab. Die Aktie von Hermes fällt, obwohl der Luxuskonzern eine Beschleunigung des Umsatzwachstums verzeichnete. Einige Analysten verwiesen auf das Ausbleiben einer überzeugenden Erholung im wichtigen chinesischen Markt.
Der Investment Case von EssilorLuxottica (-3%) bleibt ein Balanceakt, meinen die Analysten von Bernstein. Der Brillen-Konzern verzeichnete im Quartal bis Juni eine leichte Verlangsamung des Umsatzwachstums.
Danone fallen um 4,7 Prozent trotz guten Wachstums der Absatzmenge. Allerdings hatte es beim Kurs hier schon viele Vorschusslorbeeren gegeben, heißt es.
Kein Ende des Ausverkaufs ist bei den Technologiewerten aus dem KI-Bereich zu erkennen. So stürzten SK Hynix in Seoul trotz Rekordzahlen und -ausblicks um 9,6 Prozent ab."Es gibt zu viele Fragen und zu wenige Antworten im Zusammenhang mit dem KI-Ausbau. Der ROI der Investitionen von Hyperscalern und das Ausmaß der Wertschöpfung durch KI sind weiterhin offene Fragen", so Dennis DeBusschere, Chefmarktstratege bei 22V Research mit Blick auf die Rentabilität der KI-Investitionen. In Europa hat der Verkaufsdruck deutlich abgenommen, ASML notieren 0,6 Prozent im Plus, der Sektorindex gewinnt 0,3 Prozent. "Sollten Meta oder Microsoft am Abend geringere Investitionen in KI als erwartet ankündigen, könnte es schnell zu einer Erleichterungsrally kommen."
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.267,32 -0,4 -22,19 6.289,51 8,2 Stoxx-50 5.427,85 -0,2 -11,37 5.439,22 10,4 DAX 25.509,64 +0,2 45,63 25.464,01 4,2 MDAX 32.418,16 +0,1 22,84 27.039,42 5,9 TecDAX 3.854,20 +0,5 17,09 3.091,28 6,4 SDAX 18.612,69 +1,4 260,14 13.062,07 8,4 FTSE 10.897,23 +0,2 26,21 10.871,02 9,7 CAC 8.409,94 -0,6 -48,84 8.458,78 3,2 SMI 14.525,96 -0,3 -45,37 14.571,33 9,5 ATX 6.388,66 +0,9 54,60 6.334,06 19,9 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:07 EUR/USD 1,1382 -0,0 -0,0003 1,1385 1,1385 EUR/JPY 186,29 -0,1 -0,2700 186,56 186,5300 EUR/CHF 0,9333 +0,1 0,0006 0,9327 0,9318 EUR/GBP 0,856 -0,1 -0,0008 0,8568 0,8564 USD/JPY 163,66 -0,1 -0,1600 163,82 163,8300 GBP/USD 1,3292 +0,1 0,0007 1,3285 1,3290 USD/CNY 6,7661 -0,1 -0,0049 6,7710 6,7710 USD/CNH 6,7688 -0,0 -0,0013 6,7701 6,7714 AUS/USD 0,694 -0,5 -0,0033 0,6973 0,6966 Bitcoin/USD 64.371,27 +0,8 516,69 63.854,58 63.288,84 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 82,94 +4,6 3,68 79,26 Brent/ICE 88,21 +4,9 4,12 84,09 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.031,37 +0,1 4,25 4.027,12 Silber 57,67 +0,9 0,53 57,15 Platin 1.589,44 -1,0 -15,50 1.604,94 (Angaben ohne Gewähr) ===
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