DJ Aktien Schweiz schwächer - Clariant von Gerichtsurteil beflügelt
DOW JONES--Auch am Donnerstag ging es am schweizerischen Aktienmarkt abwärts. Die US-Notenbank hatte am Vorabend wie erwartet ihren Leitzins unverändert gelassen, allerdings fiel die Entscheidung nicht einstimmig. Drei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten für eine Zinserhöhung. Das uneinheitliche Ergebnis und die vorsichtigen Aussagen von Fed-Präsident Kevin Warsh würden die Anleger über den Zeitpunkt künftiger geldpolitischer Schritte weiterhin im Ungewissen lassen, hieß es. Kein klares Bild lieferten auch die mit Spannung erwarteten Zahlen von Microsoft und Meta Platforms.
Meta rechnet in diesem Jahr mit Investitionen im Mittel von rund 137,5 Milliarden US-Dollar - eine Summe, die den Konzern nach Einschätzung von Analysten in der zweiten Jahreshälfte zum ersten Mal seit seinem Börsengang im Jahr 2012 in den Bereich eines negativen freien Cashflows bringen wird. Im nächsten Jahr dürfte das Unternehmen wahrscheinlich noch tiefer in die roten Zahlen rutschen. Zudem enttäuschte die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Microsoft hat für das vierte Geschäftsquartal dagegen ein robustes Cloud-Wachstum und einen Anstieg der Zahl zahlender KI-Abonnenten gemeldet. Der Konzern senkte zudem seine Investitionsprognose für das Kalenderjahr 2026 von rund 190 Milliarden auf etwa 175 Milliarden Dollar, nachdem die geschätzte Nutzungsdauer der Rechenzentren und Bürogebäude von 15 auf 25 Jahre verlängert wurde.
Der SMI reduzierte sich um 0,7 Prozent auf 14.392 Punkte. Umgesetzt wurden 24,08 (zuvor: 27,09) Millionen Aktien.
Bei den Einzelwerten schossen die Aktien von Clariant um 16,1 Prozent nach oben. Anleger feierten hier den Sieg vor einem niederländischen Gericht über Shell. Der britische Konzern hatte Clariant und drei andere Unternehmen wegen Verletzungen des Wettbewerbsrechts verklagt. Grund waren Kartellvorwürfe am Markt für Ethylen. Shell schwebten dabei Schadensersatzforderungen um 1 Milliarde Euro vor.
Inficon legten nach Zahlen für das zweite Quartal um 6,7 Prozent zu. Der Umsatz erhöhte sich um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anbieter von Messtechnik und Sensortechnologie verwies dabei auf ein starkes Wachstum in allen wichtigen Märkten und Regionen.
Belastend für den SMI waren die teils deutlichen Abgaben bei den Index-Schwergewichten Nestle, Novartis und Roche. Hier ging es um bis zu 2,3 Prozent nach unten.
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