DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo: Weniger Materialengpässe in der Industrie
Die Materialversorgung in der deutschen Industrie hat sich im Juli leicht verbessert, die Risiken für die Lieferketten bleiben jedoch bestehen. Nach einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts berichteten im Juli noch 13,7 Prozent der Unternehmen von Beschaffungsproblemen bei Vorprodukten, nachdem der Anteil im Juni noch bei 17,2 Prozent gelegen hatte. Das Münchner Institut warnte jedoch vor voreiligem Optimismus. "Die Entspannung bei der Materialversorgung könnte nur vorläufig sein", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Die Lieferketten bleiben anfällig für neue Störungen rund um die Straße von Hormus."
Erwerbstätigkeit in Deutschland im Juni leicht gesunken
Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im Juni leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,54 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 23.000 Personen (minus 0,1 Prozent) weniger als im Vormonat. Von Januar bis Mai war die Erwerbstätigkeit um durchschnittlich je 19.000 Personen gegenüber dem Vormonat zurückgegangen.
Chinas Industrieaktivität schrumpft unerwartet
Chinas riesiger Industriesektor ist im Juli unerwartet geschrumpft. Extreme Wetterbedingungen beeinträchtigten die Fabrikaktivitäten und erhöhen den Druck auf Peking, zusätzliche politische Unterstützung zur Stützung des Wachstums auf den Weg zu bringen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel in diesem Monat auf 49,2 von 50,3 im Juni, wie aus den vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Juli-Wert verfehlte die in einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen ermittelte Prognose von 50,1. Die 50-Punkte-Marke trennt Wachstum von Schrumpfung.
Chinas schwacher PMI deutet auf nötige Konjunkturimpulse hin
Die chinesischen PMI-Daten für Juli deuten auf eine unerwartet starke Verlangsamung des Wachstums aufgrund des weltweiten Einbruchs im Technologiesektor hin, meint Vicky Xiao, Volkswirtin bei ANZ. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe sei zum ersten Mal seit März 2026 wieder in den kontraktiven Bereich gefallen, wobei sich die Schwäche auf die Nachfrageseite konzentriert habe, mit drastischen Rückgängen sowohl bei den neuen Aufträgen als auch bei den neuen Exportaufträgen, sagt sie. Die Daten deuteten auf eine steigende Wahrscheinlichkeit für politische Konjunkturimpulse mit einem potenziellen Zeitfenster im September hin.
Chinas Einkaufsmanagerindizes deuten auf breite Konjunkturabschwächung hin
Chinas offizielle Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für Juli, die beide in den kontraktiven Bereich gefallen sind, signalisieren eine breit angelegte Abschwächung der Wirtschaftsaktivität, wie die UOB-Ökonomin Ho Woei Chen in einem Kommentar schreibt. Die Abschwächung der industriellen Aktivität sei besonders besorgniserregend, fügt sie hinzu. Die Politik habe sich auf die externe Nachfrage und das Exportwachstum verlassen, um die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage auszugleichen. "Schlechte Wetterbedingungen wie Taifune, Überschwemmungen und Hitzewellen haben wahrscheinlich das Baugewerbe und den Reiseverkehr beeinträchtigt, während die Produktionstätigkeit eine saisonale Verlangsamung erlebte", so die Ökonomin.
Fed-Gouverneur Warsh zögert Zinserhöhung wohl absichtlich hinaus
Eine der Schlussfolgerungen der Macquarie Group aus der Pressekonferenz des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, am Mittwoch ist, dass "Warsh versucht, die Anhebung des Leitzinses der Fed absichtlich zu verzögern", schreibt der globale Devisen- und Zinsstratege Thierry Wizman in einer Research Note. Warsh nutze Worte als Ersatz für Taten und um seine ihm innewohnende 'taubenhafte' Haltung zu verschleiern oder davon abzulenken, meint Wizman. "Dies würde sich mit unserer Ansicht decken, dass Warsh 'Trumps Zwilling' sei, aber mit einem weiterentwickelten Vokabular," so Wizman.
Bank of Japan belässt Leitzins bei 1,00 Prozent
Die Bank of Japan (BoJ) hat ihre Geldpolitik unverändert belassen, während sie derzeit bewertet, wie sich ihre jüngste Zinserhöhung auf die Wirtschaft und die Preisentwicklung auswirkt. Wie allgemein erwartet, behielt die Zentralbank am Ende ihrer zweitägigen Sitzung ihren Leitzins bei 1,00 Prozent bei. Im Juni hatte sie den Leitzins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten angehoben und dabei die Möglichkeit angeführt, dass die Kerninflation ihr Ziel von 2 Prozent überschreiten könnte. Das Abstimmungsergebnis lautete 8 zu 1, wobei das hawkische Vorstandsmitglied Hajime Takata eine Anhebung auf 1,25 Prozent vorgeschlagen hatte.
Bank of Japan dürfte Zinsen im Dezember anheben - Oktober bleibt aber möglich
Die Bank of Japan dürfte am Basisszenario von Mizuho Securities festhalten, das eine Zinserhöhung alle sechs Monate vorsieht, womit die nächste Zinserhöhung auf die Dezember-Sitzung fallen würde, meint der Volkswirt Yusuke Matsuo. Die Kommunikation der Bank of Japan deute zwar darauf hin, dass die Zentralbank ihre nächste Zinserhöhung möglicherweise auf Oktober vorziehen könnte, ein Schritt im Dezember bleibe aber am wahrscheinlichsten, stellt er fest. Das Festhalten an einem Sechs-Monats-Rhythmus biete der Bank of Japan auch einen politischen Vorteil, da es wahrscheinlich einfacher wäre, die Unterstützung von Premierministerin Takaichi zu erhalten, fügt Matsuo hinzu. Takaichi gilt allgemein als zurückhaltend, was die Unterstützung einer schnellen geldpolitischen Straffung angeht.
USA: Hamas hat umfassendem Plan zur Entwaffnung zugestimmt
Die Hamas und andere militante palästinensische Gruppen haben US-Regierungsvertretern zufolge einem Plan zugestimmt, der die Entwaffnung dieser Gruppen vorsieht sowie den Verlust ihrer Macht im Gazastreifen, sofern sich Israel aus der Enklave zurückziehe. Die Vereinbarung sei der Beginn eines unbefristeten, mehrphasigen Prozesses zur Beendigung der Herrschaft der Hamas in Gaza und zum Wiederaufbau der Enklave, sagten die US-Regierungsvertreter am Donnerstagabend im Gespräch mit Reportern. Es gebe allerdings noch viele Herausforderungen, darunter die Überprüfung der Einhaltung durch die palästinensischen Gruppen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass eine skeptische israelische Regierung nicht die Fortschritte zunichtemache.
+++ Konjunkturdaten +++
GB/Nationwide Hauspreisindex Juli +0,1% gg Vm; +1,8% gg Vj
DJG/DJN/apo
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July 31, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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