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MÄRKTE ASIEN/Erholungshausse in Südkorea dank Halbleitertiteln

DJ MÄRKTE ASIEN/Erholungshausse in Südkorea dank Halbleitertiteln

DOW JONES--Angeführt von einer extremen Erholungsrally in Südkorea haben sich die asiatischen Aktienmärkte am Freitag überwiegend mit Aufschlägen gezeigt. Vor allem Halbleiter- und Technologiewerte waren gesucht, nachdem diese bereits an der Wall Street am Vorabend das Tableau angeführt hatten. Auch mit Enttäuschung aufgenommene Geschäftszahlen von Apple belasteten die Stimmung im Sektor nicht, die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel um über 6 Prozent nach, obwohl das Unternehmen ein Rekord-Drittquartal mit einem Umsatzplus von 16 Prozent gemeldet hat. "Ein starkes Quartal trifft auf schwachen Ausblick", hieß es im Handel. Gefeiert wurde dagegen der Geschäftsausweis von Amazon, der Kurs haussierte nachbörslich in den USA um über 10 Prozent dank beschleunigtem Cloud-Wachstum.

Der Kospi erholte sich nach dem Einbruch der vergangenen Tage dank einer Hausse der zuletzt arg gebeutelten Halbleiterwerte um 18 Prozent - begleitet von etlichen Handelsunterbrechungen aufgrund der starken Volatilität. Der südkoreanische Leitindex verbuchte den höchsten Tagessprung seit Oktober 2008, lag aber auf Wochensicht noch immer 1,4 Prozent im Minus - auf Monatssicht gar 22 Prozent. Die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix reagierten mit einer Erholungshausse auf den jüngsten Ausverkauf und schossen um 26,8 bzw, 30 Prozent nach oben - letztere gebremst vom Tageslimit. Die positiven Quartalsergebnisse von Microsoft und Amazon hatten das Vertrauen in KI-bezogene Ausgaben erneuert. Zweifel über das Erwirtschaften der immensen KI-Kosten und zunehmender Wettbewerb durch chinesische Chiphersteller hatten die südkoreanischen Halbleiterwerte zuletzt massiv unter Druck gesetzt.

In Japan stützten ebenfalls Halbleitertitel, aber auch ein schwacher Yen. Denn die japanische Notenbank hatte das Leitzinsniveau bestätigt, immerhin ein Ratsmitglied stimmte für eine Anhebung der Zinsen. Da die Kernverbraucherpreise im Großraum Tokio im Juli stärker als gedacht gestiegen waren, sorgte die Geldpolitik für etwas Erleichterung. Denn es gab durchaus Argumente für eine Zinserhöhung. So erklärte die Zentralbank, die Risiken für die Inflation seien weiterhin nach oben gerichtet. Dies galt umso mehr, weil die Industrieproduktion im Juni deutlicher als veranschlagt zugelegt hatte. Auch der Einzelhandelsumsatz im Juni war gestiegen. Der Nikkei kletterte vor diesem Hintergrund um 4 Prozent auf 64.362 Punkte. Im Chipsektor zogen Advantest und Tokyo Electron um 16,3 bzw. 6,2 Prozent an.

Sony sanken dagegen um 0,5 Prozent nach Vorlage von Erstquartalszahlen, obwohl der Anbieter von Unterhaltungselektronik den Gewinn unerwartet stark gesteigert und die Prognose angehoben hatte. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie jüngst ein Sechsmonatshoch erklommen hatte. Zudem machten Sorgen über explodierende Speicherchippreise die Runde. Des Weiteren hatte Sony zuvor mitgeteilt, dass der Konzern ein Angebot zur Übernahme des japanischen Kameraobjektivherstellers Tamron unterbreitet habe. Sony ist einer der größten Aktionäre von Tamron und hielt Ende vergangenen Jahres einen Anteil von etwa 15 Prozent.

Die chinesischen Aktien, die vom Absturz der Halbleitertitel der vergangenen Tage kaum berührt waren, bewiesen einmal mehr relative Eigenständigkeit mit Konzentration auf heimische Aspekte. Der Shanghai-Composite legte um 0,7 Prozent zu, der HSI in Hongkong gab im späten Handel 0,1 Prozent nach. Das technologielastige Segment ChiNext Price schloss 3,1 Prozent höher. Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe bzw. den Dienstleistungssektor enttäuschten im Juli - beide rutschten entgegen der Markterwartung in den Schrumpfungsbereich. Investoren beobachteten aufmerksam, ob es weitere politische Unterstützungsmaßnahmen aus Peking geben werde, hieß es. Die Daten für das verarbeitende Gewerbe deuten auf einen schwachen Start in die zweite Jahreshälfte hin, wie ING-Chefvolkswirt für China, Lynn Song, erläuterte.

In Australien kletterte der S&P/ASX-200 um 0,1 Prozent. Ähnlich wie in China hatte der Ausverkauf im Halbleiterbereich hier keine Spuren hinterlassen, denn der Technologiesektor spielt im Leitindex keine Rolle. Capital Economics hatte ihre Prognose für eine weitere Zinserhöhung in Australien im nächsten Monat indes verworfen. Die diese Woche veröffentlichten Verbraucherpreisdaten seien moderat genug gewesen, um die Reserve Bank of Australia davon zu überzeugen, dass die Geldpolitik straff genug sei, hieß es.

=== 
INDEX            zuletzt +/- %   % YTD Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.976,80  +0,1    +3,0      08:00 
Nikkei-225        64.362,02  +4,0    -       08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.131,71  +1,3   +17,7      08:00 
Kospi (Seoul)       6.595,45 +17,9   +56,5      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   25.861,55  +0,0    +0,9      10:00 
Shanghai-Composite     3.832,26  +0,7    -3,4      09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.629,38  -0,8   +21,2      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)   6.223,55  +0,6   -28,0      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.723,68  +0,2    +2,6      10:00 
 
DEVISEN           zuletzt +/- %   00:00  Do, 9:37 Uhr % YTD 
EUR/USD           1,1511  -0,1   1,1527     1,1436  -2,0 
EUR/JPY           184,86  +0,5   183,86     187,20  +0,5 
EUR/GBP           0,8558  -0,0   0,8559     0,8571  -1,8 
USD/JPY           160,55  +0,7   159,51     163,69  +2,5 
USD/KRW          1.432,70  +0,7  1.423,12    1.437,96  -0,5 
USD/CNY           6,7465  -0,1   6,7550     6,7578  -3,5 
USD/CNH           6,7449  -0,0   6,7475     6,7575  -3,3 
USD/HKD           7,8403  -0,0   7,8427     7,8436  +0,8 
AUD/USD           0,7027  +0,0   0,7025     0,6950  +5,3 
NZD/USD           0,5866  -0,2   0,5878     0,5805  +1,9 
BTC/USD          63.974,93  -1,2 64.728,65    63.883,21 -27,1 
 
ROHÖL            zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex           82,62  -1,2   -0,97      83,59 
Brent/ICE           88,10  -1,0   -0,93      89,03 
 
Metalle           zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold            4.069,30  -0,8   -33,10    4.102,40 
Silber            58,13  -1,4   -0,85      58,99 
Platin           1.632,83  -1,6   -27,35    1.660,18 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 31, 2026 03:48 ET (07:48 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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