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Frank Fischer (Shareholder Value): KI-Monetarisierung - Wellenbrecher Microsoft

04.08.2026 -

Die Skepsis der Anleger ist nach wie vor hoch, doch sie bröckelt langsam: Die Rede ist von den US-Hyperscalern und der Frage, ob sich ihre KI-Investitionen in absehbarer Zeit monetarisieren oder nicht.

Microsoft als Vorreiter einer klaren Monetarisierung

Die großen Anbieter von Cloud-Diensten, die riesige Rechenzentren und weltweite Netzwerke betreiben, wie etwa Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud werden nach wie vor skeptisch beäugt. Immerhin investieren sie jedes Jahr Hunderte von Milliarden Dollar in ihre KI-Infrastruktur. Doch einer der Großen hat jetzt gezeigt, dass sich diese Investitionen lohnt: Microsoft, ein Wert aus unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF - Modern Value. Die Azure-Sparte wuchs mit 43 Prozent stärker als die Markterwartungen von 40 Prozent Dazu kommt ein Rekordergebnis: Der Jahresumsatz übersteigt mit 331 Milliarden US-Dollar die Erwartungen und das getrieben durch eine hohe Dynamik im Cloud-Geschäft Und was besonders imponiert ist die Investitionsdisziplin, denn trotz massiver Infrastrukturausgaben von 145 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr bleibt der Free Cashflow robust. Damit zerstreute Microsoft die Sorgen vieler Anleger vor einer unzureichenden Monetarisierung. Die Aktie stieg zeitweise um mehr als 10 Prozent.

Hohe Investitionen sollen sich ab 2028 bezahlt machen

Da können die anderen Big-Techs noch nicht ganz mithalten. Dies sollte sich aber in absehbarer Zeit ändern. So erwarten die meisten Analysten ab 2028 wieder steigende Nettomittelzuflüsse und zeigen sich zuversichtlich, dass die derzeit hohen Investitionsausgaben sich mittelfristig in höheren Umsätzen und stärkeren Margen auszahlen dürften. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von etwa 17 Prozent, nach rund 15 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Die Nettomarge dürfte mit mehr als 25 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 20 Prozent liegen. Zudem erscheinen nach ihrer Einschätzung die US-Hyperscaler attraktiv bewertet: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate von knapp 22 werden sie nahe ihrem Zehnjahrestief von knapp 21 sowie rund 23 Prozent unter ihrem Zehnjahresdurchschnitt gehandelt. Wir denken, Microsoft & Co. bleiben daher mittelfristig attraktiv. Deshalb bleiben wir auch weiterhin in Microsoft und Alphabet investiert.

Fed mit neuer Kommunikationsstrategie

Derweil haben sowohl die europäische Notenbank wie auch die Fed in den USA ihre Zinssätze beibehalten. Und dass, obwohl die Inflationszahlen beiderseits des Atlantiks nach wie vor hoch ausfallen, wie zuletzt in Deutschland mit 2,8 Prozent und den USA mit 3,5 Prozent. Trotzdem hat die US-Notenbank ihren Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Dabei war interessant, wie Fed-Chef Kevin Warsh bei der Pressekonferenz auf die sogenannte "Lucas-Kritik" hinwies. Der US-Ökonom Robert Lucas hatte schon in den 70er Jahren erkannt, dass Menschen ihr Verhalten anpassen, sobald sich die Politik ändert. Das ist dann auch der Grund, warum die Fed keine Voraussagen mehr zu künftigen Handlungen oder Entscheidungen machen wird. Aber: Nach diesen Voraussagen richten sich normalerweise die Finanzmärkte. Kevin Warsh will jedoch die Preise an den Märkten als Signal - nicht perfekt, aber ohne Beeinflussung durch die Fed - beobachten. Das ist eine Situation, auf die sich die Märkte erst noch einstellen müssen. Das wird nicht einfach werden.

Europas Banken überzeugen mit guten Q-Zahlen

Aber zurück zur Börse. Die ersten Ergebnisse der europäischen Berichtssaison sind bisher unter dem Strich durchaus positiv ausgefallen. Nachdem gut ein Drittel der Marktkapitalisierung des STOXX 600 berichtet hat, zeichnet sich ein Gewinnwachstum von mehr als 17 Prozent ab - gut zwei Prozentpunkte über den Erwartungen der Analysten. Zwar wurden negative Überraschungen wie etwa Adidas, oder LVMH überdurchschnittlich stark abgestraft. Dies ist zu Beginn einer Berichtssaison jedoch nicht untypisch und verdeutlicht die hohe Bedeutung der Unternehmenszahlen für die Märkte. Besonders positiv präsentieren sich bislang die Banken wie etwa die Deutsche Bank, aber auch die ING Group oder die französische Société Générale. Aber aus unseren Portfolios hat auch SAP überzeugt. Der Cloud-Umsatz stieg währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Das hatte kaum ein Analyst erwartet. Und auch das laufende Zehn-Milliarden-Euro-Aktienrückkaufprogramm wird mit einer weiteren Tranche fortgesetzt. Zahlen und Maßnahmen, die uns als Aktionären zugute kommen.

© 2026 Asset Standard
KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Drei Jahre lang kannten KI-Aktien fast nur eine Richtung: nach oben. Billionenschwere Investitionspläne von Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben Halbleiter- und Infrastrukturwerte auf immer neue Höhen getrieben. Doch jetzt bekommt die Erfolgsstory gefährliche Risse.

Steigende Anleiherenditen verteuern die Finanzierung, während die gewaltigen KI-Ausgaben zunehmend nicht mehr aus den laufenden Cashflows bezahlt werden können. Gleichzeitig zeigen günstigere chinesische Modelle, dass leistungsfähige KI womöglich mit deutlich weniger Rechenleistung auskommt. Damit wächst die Gefahr, dass heute für Milliarden errichtete Kapazitäten morgen nicht die erhofften Renditen liefern.

Für Anleger könnte das zum Problem werden. Denn treffen steigende Finanzierungskosten auf Überkapazitäten und enttäuschende Cashflows, geraten gerade hoch bewertete KI-Profiteure schnell unter Druck. Aus den größten Gewinnern der vergangenen Jahre könnten so die größten Verlierer der nächsten Korrektur werden.

In unserem aktuellen Spezialreport zeigen wir 5 Aktien, bei denen das Chance-Risiko-Verhältnis jetzt besonders gefährlich erscheint – und bei denen Anleger genauer hinschauen sollten.

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