LONDON/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Goldpreis ist am Mittwoch mit einer nachlassenden Spekulation auf höhere Zinsen deutlich gestiegen. An der Börse in London wurde die Feinunze (rund 31,1 Gramm) am Mittwoch bei 4.155 US-Dollar gehandelt. Das sind etwa 78 Dollar oder fast zwei Prozent mehr als am Vortag. An den Finanzmärkten haben Meldungen über eine bevorstehende Einigung im Iran-Krieg die Zinsspekulationen gedämpft, was zum Teil deutliche Kursreaktionen auslöste.
Ausschlaggebend ist der Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Tagen. Dieser sorgte für einen spürbaren Dämpfer bei den Inflationserwartungen. Während die Ölpreise im Verlauf des Iran-Kriegs zeitweise stark gestiegen waren und viele Anleger auf Zinserhöhungen im Kampf gegen eine steigende Inflation spekulierten, hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt.
Die USA, der Iran und der Oman stehen dem US-Portal "Axios" zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus. Demnach streben die USA bereits im weiteren Tagesverlauf eine Einigung an, berichtet "Axios" unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion.
Eine Öffnung der Straße von Hormus würde die Ölpreise drücken. Damit sinkt auch die Erwartung, dass die großen Notenbanken die Leitzinsen gegen eine zu hohe Inflation anheben. Die Zinsentwicklung spielt eine wichtige Rolle beim Goldpreis. Weil dieser keine Marktzinsen abwirft, verstärkt die Aussicht auf weniger hohe Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch beim Preis für Silber. Auch hier verstärkten die Zinsspekulationen die Nachfrage. Der Preis für eine Feinunze stieg im Mittagshandel um fast drei Prozent auf 61,29 US-Dollar./jkr/jsl/jha/
